Zusammengerückt

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
    schließen

Beenden die Löwen Frankfurt den Meisterfluch und werden in der 20. Spielzeit nach Wiedereinführung der eingleisigen zweiten Eishockey-Liga als erste Mannschaft überhaupt den Titel verteidigen können? Wer übernimmt diesmal die Rolle des Überraschungsteams? Wird Playdown-Abonnent Heilbronn den Sprung in die Top Ten schaffen? Zieht der EC Bad Nauheim in seiner fünften Zweitliga-Saison zum zweiten Mal in die Playoff-Serien ein? Kann sich Aufsteiger Bad Tölz wie zuvor Freiburg und Bayreuth rasch den veränderten Bedingungen sportlich, wirtschaftlich und strukturell anpassen? Und inwiefern euphorisiert die neue Spielstätte in Kaufbeuren? Zum Hauptrundenstart am 15. September präsentiert sich die DEL 2 so attraktiv wie nie zuvor.

Beenden die Löwen Frankfurt den Meisterfluch und werden in der 20. Spielzeit nach Wiedereinführung der eingleisigen zweiten Eishockey-Liga als erste Mannschaft überhaupt den Titel verteidigen können? Wer übernimmt diesmal die Rolle des Überraschungsteams? Wird Playdown-Abonnent Heilbronn den Sprung in die Top Ten schaffen? Zieht der EC Bad Nauheim in seiner fünften Zweitliga-Saison zum zweiten Mal in die Playoff-Serien ein? Kann sich Aufsteiger Bad Tölz wie zuvor Freiburg und Bayreuth rasch den veränderten Bedingungen sportlich, wirtschaftlich und strukturell anpassen? Und inwiefern euphorisiert die neue Spielstätte in Kaufbeuren? Zum Hauptrundenstart am 15. September präsentiert sich die DEL 2 so attraktiv wie nie zuvor.

Auf- und Abstieg: Hier hängen die Zweitligisten nach wie vor in der Luft. Zum zweiten Mal hatten sechs Klubs fristgerecht zum 31. März Bewerbungsunterlagen eingereicht, und zum zweiten Mal wurden diese von der DEL nicht akzeptiert. Ob die Dokumente entsprechend der Vereinbarung zwischen DEL und DEL2 vertragskonform sind, entscheidet und das Deutsche Sportschiedsgericht. Wann eine Entscheidung fällt, ist offen. Ob die Zweitligisten im Falle einer Ablehnung einen dritten Anlauf nehmen würden, ist fraglich. Unabhängig vom Sport auf dem Eis steht die Liga vor richtungsweisenden Monaten.

Die Favoriten und Abstiegskandidaten: Der Weg zum Titel führt über Frankfurt; und über Bietigheim. Die beiden Vorjahres-Finalisten sind die Favoriten. Am anderen Ende der Tabelle dürften am ehesten Aufsteiger Bad Tölz und Crimmitschau zu finden sein. Klubs wie Kassel, Dresden, Riessersee, Kaufbeuren und Ravensburg zählen zu den Top-Sechs-Kandidaten. Dahinter werden Freiburg, Heilbronn, Bayreuth und Weißwasser mit Bad Nauheim darum kämpfen, sich unter den Top-Ten-Klubs einzuordnen.

Die Kontingentstellen: Die Klubs setzen wieder verstärkt auf Profis aus Kanada. 26 Spieler – sechs mehr als im Vorjahr und zugleich fast die Hälfte aller Importspieler – kommen aus dem Mutterland des Eishockey. Der Skandinavien-Boom aus dem Vorjahr hat sich nicht fortgesetzt (acht statt neun Finnen und drei statt vier Schweden). Zudem hat sich die Zahl der US-Amerikaner halbiert; von 14 auf nur noch sieben. Damit bilden die US-Boys hinter den Finnen die drittstärkste Nationen. Zuwachs erhielt die osteuropäische Fraktion. Neben fünf Tschechen (wie im Vorjahr) stehen nun auch jeweils drei Slowaken und Slowenen in den Kadern. Ein Österreicher und ein Ungar ergänzen das Gesamtbild.

Neben Bad Nauheim hat auch Crimmitschau das Personal auf gleich sämtlichen Kontingentstellen ausgetauscht. In Bietigheim, Frankfurt, Kaufbeuren und beim SC Riessersee gab’s hier jeweils nur eine Veränderung.

EBEL im Fokus: Skandinavien ist »out«, die Alpenländer sind »in«. Im Vorsommer waren 15 Kontingentspieler aus dem europäischen Norden in die DEL2 gelockt worden; vor dieser Saison gerade einmal vier. Hotspot auf der Suche nach den Schlüsselspielern ist aktuell die Erste Bank Liga Österreich (EBEL), in die Klubs aus Kroatien, Ungarn, Italien und der Tschechischen Republik integriert sind. Gleich zehn Profis aus dieser Liga sind in die DEL2 gewechselt; unter anderem zwei nach Bad Nauheim. Innerhalb der zweiten Liga sind acht Áusländer gewechselt. Ein Kontingentprofi ist aus der DEL eine Klasse tiefer gewechselt (Kassel holte Mike Little zurück). Auffällig: Die Klubs setzen nahezu ausschließlich auf Spieler, die bereits Erfahrungen in Europa gesammelt haben. Nur sechs Spieler wurden direkt aus Übersee verpflichtet.

Offensive first: Die Kaderplanungen lassen ein Offensiv-Feuerwerk erwarten. Gleich 44 der aktuell 57 Kontingentstellen wurden mit Stürmern besetzt. Das sind noch einmal vier Angreifer mehr als im Vorjahr. Die Vorjahres-Finalisten Bietigheim und Frankfurt sowie Kaufbeuren und Ravensburg haben gleich alle vier Kontingentpositionen mit Offensivspielern besetzt. Die einst dominante Zahl ausländischer Torhüter hat sich hingegen erneut reduziert. Nur noch Crimmitschau, Bayreuth, Freiburg und Heilbronn besetzen die Nummer-eins-Position international.

Rotation: Den größten Umbruch gab es in Bad Nauheim. Gleich 14 neue Spieler; bedingt durch zwei Verletzungen, auf die umgehend mit Nachverpflichtungen reagiert worden ist, sind zu integrieren. Auf Kontinuität setzt hingegen der SC Riessersee, wo es in allen Mannschaftsteilen jeweils zwei Veränderungen gegeben hat. Die Finalisten Frankfurt und Bietigheim haben jeweils neun Neue zur Auffrischung im Kader. Ein Dutzend neuer Gesichter prägt das Team der Lausitzer Füchse. Rund die Hälfte der Mannschaft (jeweils elf Spieler) haben Kaufbeuren (vor allem in der Tiefe), Dresden (mit neuem Coach) sowie die beiden Playdown-Klubs Crimmitschau und Heilbronn ausgetauscht.

Kontinuität: Kevin Gaudet geht bei den Bietigheim Steelers in seine siebte Saison als Trainer. Er ist damit der dienstälteste Coach der DEL2, in der vielerorts auf Kontinuität gesetzt wird. Sergej Wassmiller beispielsweise geht in seine sechste Spielzeit in Bayreuth, Leos Sulak in den fünften Winter in Freiburg, und Petri Kujala ist in Bad Nauheim ebenso im vierten Jahr verantwortlich wie Rico Rossi in Kassel. Wie im Vorjahr haben vier Klubs die Trainerposition neu besetzt (Crimmitschau, Dresden, Ravensburg und Riessersee).

Kooperationen: Die Zusammenarbeit zwischen DEL und DEL2 erfolgt inzwischen auf freiwilliger Basis. Die Erstligisten hatten die bindende Kooperation schlicht aus ihren Durchführungsbestimmungen gestrichen. Die Partner Bad Nauheim und Düsseldorf setzen ihre Kooperation allerdings fort, ebenso arbeiten die Roten Teufel weiterhin mit dem Oberligisten Essen zusammen und halten gute Kontakte in den Nachwuchs des Kölner EC. Das wohl stärkste Bündnis sind die Löwen Frankfurt mit dem DEL-Team der Kölner Haie angegangen. Gleich vier Spieler wollen die Domstädter dauerhaft am Main parken.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare