Kurzweilig

»Wir können zusammen feiern«

Kurzweilige Interviews, interessante Themen: Das erste Sponsorentreffen des EC Bad Nauheim hatte einiges zu bieten. Dabei waren Vertreter mehrerer mittelhessischer Profi-Klubs.

Von HSS

»Der Sport im Mittelpunkt.« Beim ersten Sponsorentreffen der Saison 2017/18 in Butzbach hat Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim die Vereinsvertreter mittelhessischer Profi-Klubs zusammengebracht. Neben der Besichtigung des neuen Domizils von Bauzentrum Gerhardt standen auch kurzweilige Interviews auf dem Programm – moderiert von Sonja Pahl (Hit Radio FFH) in den Räumlichkeiten eines weiteren EC-Partners, bei Bäcker Mack. Vertreten unter den etwa 100 Teilnehmern war der komplette Profikader der Kurstädter.

Talkrunde: Lothar Weber (Manager des Handball-Bundesligisten TV Hüttenberg), Nicolai Zeltinger (Rollstuhl-BasketballBundestrainer), Jan Haller (Rollstuhl-Basketball-Nationalspieler vom RSV Lahn-Dill), Alexander Finke (Marketingleiter von Handball-Bundesligist HSG Wetzlar) sowie EC-Stürmer Dusan Frosch und Geschäftsführer Andreas Ortwein plauderten unter dem Motto »Spitzensport in Mittelhessen« über Gemeinsamkeiten, aber auch Konkurrenzsituationen der regionalen Top-Vereine. »Ich freue mich, dass so viele Gäste unserer Einladung gefolgt sind«, sagte EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein, der Initiator des Events. Spitzensport nur im Bezahlfernsehen?

Fernsehverträge: Pro und Kontra der veränderten TV-Rahmenbedingungen in der Handball-Bundesliga (HBL), die sich mit SKY sowie ARD und ZDF auf das bislang größte Übertragungspaket der Geschichte geeinigt hat, skizzierten Alexander Finke und Lothar Weber. Aus Wetzlarer Sicht sei man »glücklich mit dem ausgehandelten Vertragswerk, das Perspektiven bietet, um unsere Sportart besser zu vermarkten« (Finke). »Nach meiner Meinung sind die Anwurfzeiten sonntags um 12:30 Uhr familienunfreundlich. In zwei, drei Jahren sehen wir Spitzensport nur noch im Bezahlfernsehen – wie es in England schon der Fall ist«, orakelte TVH-Manager Lothar Weber.

Arenen: »Als Dorfverein haben wir nicht die Voraussetzungen, die man eigentlich haben müsste, um in der Handball-Bundesliga zu spielen«, merkte Weber an. 16 Heimspiele absolvieren die Hüttenberger in der Gießener Sporthalle Ost. Ob Nummer 17 auch in der benachbarten Universitätsstadt stattfinden kann, darüber verhandele man derzeit mit SKY. »Wir wollen in die Rittal-Arena«, richtete Nicolai Zeltinger augenzwinkernd eine »Kampfansage« in Richtung HSG Wetzlar, »Rollstuhl-Basketball ist spektakulär, auch wenn wir momentan am Rand der Randsportarten stehen. Wir starten durch und glauben fest daran, dass die Region mehr paralympischen Sport verträgt«, sagte Zeltinger. Ergänzt wurde das Statement von Jan Haller: »Mehr Präsenz geht immer.« Zur Stadion-Thematik in Bad Nauheim fasste Andreas Ortwein zu später Stunde im persönlichen Gespräch zusammen: »Wir führen den permanenten Dialog mit den politischen Gremien, um ergebnisoffen zu diskutieren, wie man mit einem langfristigen Konzept die Grundlage für professionellen Eissport an unserem Standort schaffen kann.« Gegenseitige Besuche

LED-Videowand: Ortwein nutzte zwischendurch immer wieder die Gelegenheit, um sich via Smartphone über die Fortschritte bei der Installation des neuen Mediums im Colonel-Knight-Stadion zu informieren. »Unsere Helfer arbeiten intensiv, damit wir die Videowand am Freitag beim Heimspiel gegen Bietigheim einweihen können. Es läuft alles nach Plan«, berichtete der EC-Geschäftsführer. Mit einer erfolgreichen Crowdfunding-Aktion und zusätzlicher finanzieller Sponsoren-Unterstützung hatten die Roten Teufel dieses Projekt gestemmt.

Über den Tellerrand: »Ich fahre öfters zum Handball nach Wetzlar und in Zukunft auch nach Gießen«, erzählte Dusan Frosch und fügte hinzu: »Auch einige meiner Mitspieler besuchen die HSG-Spiele.« Auf der Fanklub-Ebene kündigte Lothar Weber gegenseitige Besuche an – ein EC-Fanklub kommt nach Gießen, TVH-Anhänger fahren nach Bad Nauheim. »Auch wenn wir im regionalen Bereich Konkurrenten sind, können wir zusammen feiern«, hatte Nicolai Zeltinger schon zu Beginn einige Parallelen der beteiligten Vereine angemerkt.

EC-Dauerbrenner: In der zweiten Gesprächsrunde mit EC-Kapitän Daniel Ketter, Teammanager Matthias Baldys und Petri Kujala, der bereits in der vierten Saison den DEL2-Klub aus der Wetterau trainiert, meinte der gebürtige Finne: »In Ravensburg war ich acht Jahre. Natürlich ist es im Profisport nicht selbstverständlich, dass man in dieser Position länger an einem Ort bleibt, aber in Bad Nauheim arbeite ich gut mit der Geschäftsführung zusammen und wir haben schon turbulente Zeiten überstanden. Mit Kritik muss man leben oder sich einen neuen Job suchen.« Matthias Baldys, der als Spieler, Nachwuchstrainer, Geschäftsstellenleiter und Teammanager die EC-Organisation aus (fast) allen Blickwinkeln kennt, gab Einblicke in das Tagesgeschäft, während sich Daniel Ketter beispielsweise zu Sonja Pahls Nachfrage nach dem Lautstärke-Pegel der Kabinenansprachen des Trainers doch bedeckt hielt.

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