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Daniel Heinrizi verlässt die Roten Teufel Bad Nauheim, den Nachwuchsverein des EC, in Richtung Freiburg. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim

Warum Nachwuchs-Chef-Trainer Daniel Heinrizi die Roten Teufel verlässt

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Daniel Heinrizi hat in Bad Nauheim acht Jahre im Profi- und Nachwuchsbereich garbeitet. Jetzt hat er eine neue Herausforderung angenommen. Im Interview nennt er seine Beweggründe.

Er war bereits Chef-Trainer, Co-Trainer und Sportlicher Leiter bei den Profis des EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Er coachte, strukturierte und leitete die Nachwuchsarbeit der Roten Teufel. Jetzt – nach acht Jahren in der Wetterau – stellt sich Daniel Heinrizi einer neuen Herausforderung und wird Sportlicher Leiter beim EHC Freiburg, der aktuell im den Zweitliga-Klassenerhalt kämpft. Am Dienstagabend wurde der 33-Jährige im Schwarzwald vorgestellt. Heinrizi verantwortet beim EHC die Personalplanung im Profi-Bereich und soll Nachwuchsstrukturen optimieren (die U17 sowie die U20, die die Senioren-Mannschaft speisen sollen, spielen aktuell nur in der Baden-Württemberg-Liga). Wie die Vakanz nun bei den Roten Teufel kompensiert wird, ist noch nicht entschieden.

Im WZ-Interview spricht Heinrizi über Bad Nauheim als seine Heimat und Freiburg als Herausforderung und nächsten Entwicklungsschritt.

Daniel Heinrizi, Sie ziehen nach acht Jahren bei den Roten Teufeln einen Schlussstrich. Sehen Sie in Bad Nauheim persönlich keine Perspektive mehr?

Daniel Heinrizi: Das Potenzial ist - gemessen an den Gegebenheiten - sicherlich zu 90 bis 95 Prozent ausgeschöpft. An den infrastrukturellen Grenzen, beispielsweise den Eiszeiten oder der Kabinen-Situationen, wird sich kurzfristig nichts ändern. Zudem ist es auch an der Zeit, andere Einblicke zu gewinnen und mich persönlich weiterzuentwickeln.

Was wir hier in den letzten Jahren gemeinsam im Nachwuchsbereich an Struktur und Kompetenz aufgebaut haben, darf uns für den Moment alle zufrieden und stolz machen

Daniel Heinrizi

Was nehmen Sie mit aus Ihrer Zeit bei den Roten Teufeln?

Heinrizi: Was wir hier in den letzten Jahren gemeinsam im Nachwuchsbereich an Struktur und Kompetenz aufgebaut haben, darf uns für den Moment alle zufrieden und stolz machen. Dies sind für mich vor allem die numerische Zahl an Kindern, die Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen in der Wetterau, unser Diversity-Konzept und die hervorragenden Kontakte zur Stadt Bad Nauheim. Ich bin überzeugt, dass der Vorstand die Philosophie und Strukturen weiterführen und ausbauen werden, denn Stillstand bedeutet Rückschritt. Und das war nie unser Weg. Wir konnten immer über alles konstruktiv diskutieren und haben lösungsorientiert im Sinne des Vereins gearbeitet, welches den Ist-Zustand widerspiegelt. Bad Nauheim wird, da auch meine Mutter hier wohnt, immer irgendwie meine Heimat blieben. Und man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben.

Was reizt Sie an Freiburg, und welche Aufgaben warten auf Sie?

Heinrizi: Freiburg ist in meiner persönlichen Entwicklung der nächste Schritt. Ich bin überzeugt, meine Handschrift einbringen zu können. Zu 90 Prozent werde ich mich um die Profi-Mannschaft kümmern; das heißt: Trainer-Findung, Kaderzusammenstellung. Zudem sehe ich im Nachwuchs Optimierungsmöglichkeiten. Da kann ich in punkto Kooperationen mit Schulen und Kitas sowie vielem mehr meine Erfahrungen auf Bad Nauheim einbringen.

In Bad Nauheim hat Eishockey ein Alleinstellungsmerkmal. In Freiburg wiederum dreht sich alles um den Sportclub als Fußball-Bundesligisten.

Heinrizi: Im Einzugsgebiet Freiburg leben mehr als 400 000 Menschen. Ich denke, da ist trotz des Fußballs im Sponsorenbereich noch Potenzial. Zudem ist die Entwicklung des SCF ein reizvolles Thema. Volker Finke war dort einst ein Visionär. Auch dort wurde irgendwann einmal klein angefangen. Ich freue mich auf ein Miteinander, eine Zusammenarbeit. Davon können wir sicherlich lernen und profitieren.

Wenn man schaut, wie viele deutsche Trainer in den Profi-Ligen beschäftigt sind, ist eine Zukunft im Bereich eines Sportlichen Leiters im Moment wohl wahrscheinlicher

Daniel Heinrizi

Sie haben in der DEL2 ebenso wie im Nachwuchs auf dem Eis und an der Bande gestanden, ebenso aber auch schon im administrativen Bereich gearbeitet. Wo sehen Sie sich in fünf oder auch zehn Jahren?

Heinrizi: Mir macht es Spaß, täglich auf dem Eis zu stehen. Und ebenso bereitet es mir Freude, überordnet zu arbeiten und im Leistungsbereich unterstützend für den Trainer tätig zu sein. Man wird sehen, wohin die Reise geht. Wenn man schaut, wie viele deutsche Trainer in den Profi-Ligen beschäftigt sind, ist eine Zukunft im Bereich eines Sportlichen Leiters im Moment wohl wahrscheinlicher.

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