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Cody Sylvester, der am Sonntag die Mannschaft der Roten Teufel als Kapitän auf das Eis geführt hatte, scheitert hier an Brett Jaeger im Tor der Bayreuth Tigers.

EC Bad Nauheim

Warum Christof Kreutzer den EC Bad Nauheim "weiter als im Vorjahr" sieht

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Vier von neun Testspelen liegen hinter dem EC Bad Nauheim. Trainer Christof Kreutzer zieht eine Zwischenbilanz

(mn). Acht Neuzugänge, fünf Förderlizenzspieler, ein Turniersieg am Vorabend als Empfehlung: Der EC Bad Nauheim hatte die Neugier geweckt und Appetit gemacht. Rund 2500 Zuschauer kamen am Sonntagnachmittag bei mehr als 30 Grad und Sonnenschein zur Saisoneröffnung ins Colonel-Knight-Stadion. Für die Mannschaft von Christof Kreutzer war’s das vierte von neun Testspielen, das dritte Spiel in 48 Tagen. Was bleibt hängen aus dem Wochenende?

Die Neuzugänge:Am Ende hatten die Roten Teufel am Wochenende gegenüber der Vorsaison gleich 13 neue Namen im Kader. Zu den acht klassischen Neuzugängen und Rückkehrern gesellten sich gleich fünf Förderlizenzspieler aus Köln. Im Fokus: Jesper Kokkila, der mit 20 Jahren jüngste Kontingentspieler der DEL2. Gleich vorweg: Er hat seinen sehr, sehr ordentlichen Eindruck hinterlassen; nicht nur aufgrund seines Treffers gegen Bayreuth. "Jesper erfüllt viele Dinge, die wir uns von ihm erwartet haben. Er ist für sein Alter defensiv schon sehr abgeklärt und sicher in seinen Aktionen", sagt Kreutzer. Und auch Aaron Reinig, der Sohn von Ex-Teufel Dale, konnte als Neuzugang in der Verteidigung im positiven Sinne auf sich aufmerksam machen; gerade im Offensivspiel und im Powerplay. In vier Spielen war Reinig schon zweimal in Überzahl erfolgreich. Natürlich wurde auch bei Tyler Fiddler ganz genau hingeschaut. Der Kandier, nach zwei Titeln in Skandinavien nun erstmals in Deutschland unter Vertrag, ist sicher kein Typ, der das Spiel prägt und den Fokus auf sich zieht. Aber: Was der 29-Jährige auch macht: Es hat Hand und Fuß. Fiddler überzeugt mit Cleverness, Routine und Einstellung. "Über ihn müssen wir uns keine Gedanken machen", ist Kreutzer überzeugt. Dem Spiel von Marc El-Sayed ist die Erfahrung und die Aura aus mehr als 450 DEL-Partien anzumerken, Manuel Strodel bringt Geschwindigkeit mit und Huba Sekesi, der am Sonntag krankheitsbedingt fehlte, ist mit drei Treffern gar aktuell der erfolgreichste Torschütze. Bislang glücklos: Andreas Pauli. "Er hat seine Chance, steht an der richtigen Stelle. Da müssen wir uns keine Gedanken machen. Er wird auch wieder treffen", sagt Kreutzer. Fehlt in dieser Aufzählung noch Niklas Heyer: Der 18-Jährige muss körperlich sicher noch zulegen, ist aber läuferisch gut und präsentiert sich unerschrocken bei seinen ersten Eiszeiten im Profi-Eishockey.

Die Köln-Connection:Gleich fünf Förderlizenzspieler haben sich inzwischen in Bad Nauheim vorgestellt - und sie alle haben gezeigt, dass die den Kader nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ aufwerten können. Unbekümmert, frech und selbstbewusst trat vor allem Simon Gnyp auf; der 17-Jährige verteidigte an der Seite von Steve Slaton, der mit 38 Jahren sein Vater sein könnte. Gnyp wagte immer wieder offensive Ausflüge - gegen Bayreuth unterlief ihm der entscheidende Fehler zum 1:2. "Das ist Teil des Lernprozesses", sagt Kreutzer. Nicolas Cornett und Erik Betzold können mehr als nur Ergänzungsspieler sein und dürften ebenso wie Gnyp auch in den kommenden Wochen mehr in Bad Nauheim denn in Köln auf dem Eis stehen. Als erster Kandidat für einen Position im DEL-Kader von Kooperationspartner Köln gilt Dani Bindels. Zwischen den Pfosten - und auch das wurde deutlich - hat Bastian Kucis angedeutet, mehr als ein klassischer Backup-Torwart sein zu können.

Der Turniersieg in Herne:Ein Turnier in der Vorbereitung - das ist für Bad Nauheim außergewöhnlich. Zuletzt hatten die Roten Teufel in der Saison 2008 einen derartigen Vergleich bestritten, damals wurde im polnischen Sosnowice Platz zwei erreicht. Jetzt, in Herne, konnte Marc El-Sayed den Siegerpokal entgegennehmen. Dem Erfolg über den gastgebenden Oberligisten folgte der Finalsieg über Crimmitschau. "Gerade im ersten und im letzten Drittel des Endspiels war das schon sehr ordentlich", sagt Trainer Kreutzer. Erstaunliche Randnotiz: Einen eigenen Namen hatten die Verantwortlichen des Herner EV dem Turnier nicht gegeben.

Das Fazit:"Ich habe am Wochenende sehr viel Positives gesehen; und natürlich auch Fehler, die wir abstellen müssen", sagt Coach Kreutzer. "Vom Gefühl her" sei man allerdings "weiter als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison". Man habe - wie erwartet - auf der einen oder anderen Position die Qualität erhöht. "Und das ist auch zwingend notwendig gewesen, da die Konkurrenz sich ebenfalls deutlich verstärkt hat". Die Defensive, im Vorfeld von vielen als potenzielle Schwachstelle ausgemacht, hinterließ einen ordentlichen Eindruck, wobei der echte Härtetest gegen Top-Klubs mit möglichen permanenten Druckphasen noch aussteht. Im Offensivspiel haben die Roten Teufel sicherlich noch reichlich Luft, haben in allen vier Vorbereitungsspielen von ihrem Powerplay profitiert.

Wie geht’s weiter?Elf der letzten 14 Tage und Nächte haben die Teufel gemeinsam verbracht. "Jetzt wird’s Zeit, auch in Bad Nauheim heimisch zu werden", sagt Kreutzer. Nach einem trainingsfreien Montag wird am Dienstag die Vorbereitung fortgesetzt; mit nur einer statt der geplanten zwei Eiseinheiten. Denn: "Am Sonntag hat man am Ende schon gesehen, dass in der einen oder anderen Situation die geistige Frische fehlt."

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