Julian Chrobot (r./hier gegen Bietigheims Max Prommersberger) ist beim Derbysieg in Kassel mit zwei Toren der Matchwinner für den EC Bad Nauheim. FOTO: CHUC
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Julian Chrobot (r./hier gegen Bietigheims Max Prommersberger) ist beim Derbysieg in Kassel mit zwei Toren der Matchwinner für den EC Bad Nauheim. FOTO: CHUC

Eishockey

Ein Versprechen und eine Kampfansage: Das sagt Coach Järvenpää über den Saisonstart des EC Bad Nauheim

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
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Fünf Punkte aus den ersten drei Saisonspielen - eine zufriedenstellende Bilanz. Gegen die Kassel Huskies drehten die Roten Teufel ein schon verloren geglaubtes Spiel. EC-Trainer Hannu Järvenpää zeigt sich zufrieden.

Als bei angezeigter Strafe gegen den EC Bad Nauheim etwas weniger als drei Minuten vor dem Ende Marcel Müller von den Kassel Huskies mit dem Puck am Schläger hinter dem eigenen Tor die Zeit herunterlaufen ließ, schien das Spiel für den Wetterauer Eishockey-Zweitligisten beim Stand von 2:3 verloren. Der Kasseler DEL-Import, der normalerweise für die Kölner Haie spielt, den Kooperationspartner des EC, hatte dem Spiel bis dahin seinen Stempel aufgedrückt. Ein junger Teamkollege aus der Rhein-Metropole, der aber im Teufelstrikot steckte, hatte etwas dagegen.

Julian Chrobot, Förderlizenzspieler der Haie, erzielte für den EC Bad Nauheim nicht nur seine ersten beiden Tore im Profibereich, sondern auch noch den spielentscheidende Treffer zum 4:3-Derbysieg der Teufel nach Verlängerung bei den Schlittenhunden. Sogar EC-Trainer Hannu Järvenpää ließ sich nach dem Spiel dazu hinreißen, dem 19-jährigen gebürtigen Augsburger ein individuelles Lob auszusprechen. Das sei sonst nicht seine Art, betonte der Finne.

Überhaupt bescheinigt Järvenpää der jungen Garde derzeit ein hervorragendes Arbeitszeugnis. "Sie sind extrem motiviert und arbeiten hart an sich", sagt Järvenpää.

Ein Lob hatte sich auch Marc El-Sayed verdient. Nach der eingangs beschriebenen Szene mit Marcel Müller provozierte der EC-Kapitän am Bullypunkt zu Beginn der eigenen Unterzahl den Kasseler Ryan Olsen, der sich darauf einließ und auf die Strafbank musste. Als Olsen zwei Minuten später zurück aufs Eis fahren durfte, erzielte Kelsey Tessier für den EC den Ausgleichstreffer. Doch nicht die gezogene Strafe, sondern "der Pass zwischen den Beinen zurück an die blaue Linie, kurz bevor wie den Ausgleich erzielt haben, war ein Highlight des Spiels", so Järvenpää. Der Schlüssel sei aber gewesen, dass das Team sich während des Spiels nochmal geschworen hätte, Kassel nicht mit leeren Händen verlassen. "Wir haben uns den Sieg verdient", sagt Järvenpää.

Dabei sah es am Sonntag lange nicht nach Punkten für die Roten Teufel aus. Gefühlt trat dem Team von Head-Coach Hannu Järvenpää im Duell mit den Nordhessen immer jemand auf die Bremse. Zwei Mal ging der EC frühzeitig nach Drittelbeginn in Führung, konnte diese aber in beiden Fällen nicht verteidigen.

EC Bad Nauheim: Mehr Kaltschnäuzigkeit bei Kontern  

Unglückliche Entscheidungen in aussichtsreichen Kontersituationen, Strafzeiten und dann lenkte auch das berühmt-berüchtigte Momentum mit, als dem EC erst der Treffer zum 3:1 nach dem Videostudium aberkannt wurde und kurz darauf Felix Bick und Simon Gnyp der Puck unglücklich über die Linie zum dritten Huskies-Tor rutschte. "Die Überzahl-Konter werden mit mehr Spielen im Gepäck erfolgreicher. Und nebenbei, wir haben deutlich mehr solcher Konterchancen kreiert als Kassel", sagt Järvenpää, der zudem anfügt, dass daran auch die starke Defensivarbeit seines Teams erkennbar sei.

Nun stehen fünf Punkte aus den drei Spielen gegen Bietigheim, Ravensburg und Kassel auf dem Konto. Drei Spiele gegen Mannschaften, die nachweislich nach Höherem streben und deren Kader auch darauf ausgerichtet sind. Dem EC Bad Nauheim ist somit ein guter Start in die Saison gelungen, "es ist ein vielversprechender Start", wie Järvenpää es ausdrückt. "Wir haben gezeigt, dass wir schnelles Hockey spielen können. Und wenn Ravensburg nach Bad Nauheim kommt, wird es ein anderes Spiel werden", verspricht der Coach.

Zunächst kommt aber am kommenden Freitag (19.30 Uhr) erstmal der EV Landshut in die Wetterau, am Sonntag ist der EC bei den Dresdner Eislöwen zu Gast.

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