Auswärtspleite

EC verpasst sechsten Sieg

  • VonHolger Hess
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Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim hat beim EHC Freiburg mit 2:3 nach Verlängerung den Kürzeren gezogen. Cody Silvester und James Livingston trafen für die Roten Teufel.

42 Sekunden dauerte am Freitagabend die Overtime in der Freiburger Franz-Siegel-Halle. Dann schnappte sich im Drei gegen Drei Radek Duda den Puck und überwand Felix Bick mit einem verdeckten Handgelenkschuss. Mit 3:2 (1:1, 1:0, 0:1 – 1:0) nach Verlängerung besiegten die Breisgauer in der DEL2 den EC Bad Nauheim, der die Heimfahrt mit einem Zähler im Gepäck antreten musste. »Wir haben geduldig und nicht zu offen gespielt«, sagte Trainer Petri Kujala, der »genug klaren Chancen im zweiten Drittel« nachtrauerte.

Die Vorzeichen deuteten ohnehin nicht auf ein Offensivspektakel hin. Freiburger Angriffsschwäche kontra Bad Nauheimer Abwehrstärke (mit 23 die wenigsten Liga-Gegentore) bei gleichzeitiger Powerplay-Misere der Hessen (nur 6,5 Erfolgsquote). »Unser Fokus liegt auf der Defensive«, verwies EHC-Coach Leos Sulak auf verletzungsbedingte Ausfälle (Walker, Wittfoth, Federolf, Körner), auf die mit der Verpflichtung des Tschechen Jakub Babka kurzfristig reagiert wurde.

Bei den Gästen – ohne Esa Lehikoinen und Maximilian Brandl – hatte sich Marvin Ratmann die erste Nominierung in den »Starting Six« erarbeitet – die Belohnung für die überzeugenden Auftritte des 19-jährigen Kölners in den ersten Saisonwochen. Agiler, spritziger wirkten zunächst die Südbadener. Aufregung beim EHC, als sich »Goldhelm« Nikolas Linsenmaier nach einer Auseinandersetzung mit James Livingston auf dem Eis krümmte, mit blutender Wunde in die Kabine musste, ehe Freiburgs Topscorer nach fünf Minuten wieder zurückkehrte. Die daraus resultierende Überzahl nutzte Enrico Saccomani zur Führung. Besser ins Spiel kamen die Wetterauer Mitte des ersten Abschnitts. Aber Miroslav Hanuljak zeigte sich auf dem Posten. Ein Powerplay kurz vor der Sirene brachte den Ausgleich. Bei doppelter numerischer Überlegenheit passte Radek Krestan zu Cody Sylvester, der EC-Kanadier zog trocken ab – 1:1, sieben Sekunden vor Ablauf der Zeit. Chancen nicht genutzt  

Dennoch: Ein Manko bleibt beim EC das Überzahlspiel. Freiburg überstand die restliche Strafzeit zu Beginn des Mitteldrittels. Kaum wieder komplett, staubte Jannik Herm (22.) nach einem von Felix Bick mit dem Schoner abgewehrten Babka-Schuss zur erneuten Führung ab. »Wir haben zäh und mit Busbeinen begonnen, dann den zweiten Abschnitt bestimmt, aber machen die Tore nicht«, meinte Teammanager Matthias Baldys.

Bis vier Minuten vor dem Ende rannte der EC dem Rückstand hinterher. Radek Duda verpasste zunächst die Vorentscheidung für den EHC, ehe Sylvester die Scheibe einfach auf Hanuljaks Kasten chippte, Livingston den späten Ausgleich erzielte und zumindest einen Punkt sicherte.

EHC Freiburg: Hanuljak – Woidtke, Brückmann, Kästle, Meyer, Rießle, Maly – Kunz, Linsenmaier, Billich, Babka, Duda, Tomanek, Herm, Saccomani, Airich, Bräuner, Cihak.

EC Bad Nauheim: Bick – Meland, Slaton, Trivellato, Stiefenhofer, Ketter, Erk, Mannes, Kohl – Ratmann, Sylvester, Livingston, Bettahar, McNamee, Krestan, Frosch, Pauli, Meisinger, Lange, Kolb.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (8.) Saccomani (Kunz, Billich – 5-4), 1:1 (20.) Sylvester (Krestan, Livingston – 5-3), 2:1 (22.) Herm (Babka, Tomanek), 2:2 (56.) Livingston (Sylvester, Ketter), 3:2 (61.) Duda (Meyer, Babka). – Schiedsrichter: Daniels/Naust. – Strafminuten: Freiburg: 10, Bad Nauheim 6. – Zuschauer: 1771.

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