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Der Torjäger und sein Vorbereiter: Tristan Keck (links) hat am Wochenende drei seiner Chancen genutzt, Taylor Vause (rechts) fünf der zehn Treffer der Roten Teufel aufgelegt.

EC Bad Nauheim:

Top-Scorer Taylor Vause: »Hoffen, noch viel Entertainment bieten zu können«

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
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Taylor Vause hat dem EC Bad Nauheim zum DEL2-Start seinen Stempel aufgedrückt, unter anderem die Hälfte aller Treffer der Roten Teufel vorbereitet. So lief das Wochenende:

Vom »Kurstadt-Verein« wurde gesungen, von »Hessens wahrer Liebe«. Mehrfach gab’s im Colonel-Knight-Stadion stehende Ovationen. Die Roten Teufel haben zum Start der Deutschen Eishockey-Liga 2 so richtig Laune gemacht, haben Emotionen geweckt. »Mit einem Vier-Punkt-Wochenende kann ich leben. Aber zehn Gegentore sind natürlich zu viel«, fasst Harry Lange, der Trainer des EC Bad Nauheim, nach einem 5:6 nach Verlängerung den EV Landshut und einem 5:4 gegen die Lausitzer Füchse zusammen. Auf 2106 Zuschauer am Freitag waren 1734 Fans am Sonntag gefolgt. Damit war das Colonel-Knight-Stadion am Sonntag trotz der beiden Heimspiele binnen 48 Stunden besser besucht als drei andere DEL2-Spielstätten.

Großartig sei es, vor Publikum wieder um Punkte zu spielen, da könne er sicherlich für Spieler in aller Welt sprechen, sagt Taylor Vause, der neuverpflichtete Kanadier, mit strahlendem Lächeln nach dem Sonntag-Spiel im Kabinengang. »Ich hoffe, dass wir unseren Fans noch viel Entertainment bieten können.« Fünf der zehn Wochenend-Treffer hat Vause vorbereitet, eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten insbesondere seinem Landsmann Tristan Keck (und Flügelstürmer Chrisoph Körner) aufgelegt. »Die Chemie stimmt in unserer Reihe. Auf und neben dem Eis«, sagt Vause.

Man kann das Spektakel nur erahnen, hätte Keck auch nur annäherend nur die Hälfte seiner glasklaren Chancen nutzen können. Immer wieder hatten die Roten Teufel im gegnerischen Drittel Turnover erzwungen und Scheibenbesitz erlangt. Keck, der vermeintliche Chancentod, hat dennoch schon dreimal getroffen.

Bereits klar erkennbar: die Handschrift des Trainers. Hohes Tempo, hohe Laufbereitschaft, Aggressivität im Forechecking und in der eigenen Verteidungszone. Gegen das Star-Ensemble aus Landshut wurden dem Gast nur sehr wenige Möglichkeiten gestattet, den Füchsen aus Weißwasser wurde es dagegen hin und wieder zu leicht gemacht, da fehlte mehrfach die Absicherung. »Nachlässigkeiten - und wenn es nur einige wenige sind - können wir uns nicht erlauben. Das wird gleich bestraft«, weiß Lange. In der Schlussphase drohte die Sonntag-Partie gar zu kippen. Die Ostdeutschen kamen zum Ausgleich, waren am Drücker. »Da waren wir zu passiv, sind nur hinterhergelaufen und hatten dadurch lange Wechsel, was es noch schwerer gemacht hat«, sagt Lange, während Vause, der mit einer Quote von 62 Prozent gewonnener Bullys positiv heraussticht, vom »einfachen Spiel« spricht, dass man in solchen Phasen spielen müsse. »Da müssen wir uns auf die elementaren Dinge konzentrieren und dürfen es uns nicht noch unnötig schwer machen.«

Durch die Verletzung von Andreas Pauli (siehe Extra-Text) ist die Zahl der Stürmer auf nur noch neun zusammengeschrumpft. Mit kurzfristiger Unterstützung von DEL-Partner Köln ist nicht zu rechnen. Immerhin wurde Verteidiger Maxi Glötzl am Sonntag - die Haie waren in der DEL spielfrei - nach Bad Nauheim abgegeben. Ex-Teufel-Teammanager Matthias Baldys, jetzt in Köln als »Leiter Hockey Operations« die rechte Hand von Trainer Uwe Krupp, hatte sich beim Besuch an alter Wirkungsstätte unter die Fans in der Kurve gemischt.

Leon Köhler, der mit Pfeifferschem Drüsenfieber pausieren musste, hofft, in dieser Woche wieder voll in das Training einsteigen zu können. Ebenso erwartet Marc El-Sayed, am Sonntag Co-Kommentator bei der SpradeTV-Übertragung, in diesen Tagen Grünes Licht, um erstmals seit Januar ohne Belastungseinschränkungen mittrainieren zu können. In zwei Wochen dürfte dann auch Neuzugang Patrick Seifert seine Schlittschuhe schnüren und Grundlagen für ein Comeback im November schaffen.

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