Mark Richardson, hier mit der Nationalmannschaft Großbritanniens im Einsatz, besetzt beim EC Bad Nauheim die dritte Kontingentspielerposition. FOTO: IMAGO
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Mark Richardson, hier mit der Nationalmannschaft Großbritanniens im Einsatz, besetzt beim EC Bad Nauheim die dritte Kontingentspielerposition. FOTO: IMAGO

Eishockey

Teuflischer Nationalspieler: EC Bad Nauheim verpflichtet Mark Richardson

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
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Der EC Bad Nauheim hat Mark Richardson unter Vertrag genommen. Der 33-jährige Engländer ist der dritte Kontingentspieler und  kommt mit einer großen Menge an Erfahrung zum Eishockey-Zweitligisten. 

763 Spiele in der britischen Elite Ice Hockey League, davon 663 für die Cardiff Devils, mit denen er in den Jahren 2017 und 2018 Meister wurde. 13 WM-Teilnahmen mit der Nationalmannschaft Großbritanniens. 18 Einsätze in der Champions Hockey League. Und nun: EC Bad Nauheim.

Mark Richardson besetzt die dritte Kontingentstelle beim Eishockey-Zweitligisten aus der Kurstadt. Der 33-jährige Verteidiger kommt mit einer immensen Erfahrung im Gepäck in die DEL 2. "Ich freue mich sehr, zukünftig zum Team des EC Bad Nauheim zu gehören. Ich habe nur Gutes über die Organisation, die Stadt und die leidenschaftlichen Fans gehört", sagte Richardson. Über die Roten Teufel ausgefragt haben dürfte der 1,83 Meter große Richardson seinen nun ehemaligen Teamkollegen Sean McMonagle, der in der Saison 2013/14 in Bad Nauheim spielte. "Mein Ziel ist immer der Sieg. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann, ihr Potenzial auszuschöpfen", sagt Richardson, der bis auf ein kurzes Intermezzo in der Saison 2012/13 beim kasachischen Klub Arlan Kokshet ausschließlich auf der Insel spielte, davon seit 2005 mit kurzen Unterbrechungen insgesamt 13 Jahre für die Cardiff Devils - mit Teufels-Hockey kennt er sich also aus.

Saison in Großbritannien auf der Kippe

Dass ein Spieler seines Formats nun zu einem deutschen Zweitligisten wechselt, der nicht zu den Titelkandidaten gehört, hängt wohl auch damit zusammen, dass die Saison in Großbritannien mit großer Wahrscheinlichkeit nicht stattfinden wird. Zunächst war der Saisonstart am 5. Dezember geplant (die DEL 2 will am 6. November starten), nun scheint aber auch eine komplette Absage möglich. Der Knackpunkt im Königreich: keine Zuschauer, keine Wirtschaftlichkeit.

Die Geduld, die der Sportliche Leiter Matthias Baldys bei der Suche nach Verstärkungen immer wieder als wichtiges Mittel betonte, zahlt sich nun mit der Verpflichtung von Richardson offenbar aus. Die Aussicht auf eine Eishockey-Saison ab November scheint für viele Spieler im Ausland größer zu sein als in deren Heimat.

Was über den Neuzugang aus der walisischen Hauptstadt herüberschwappt, dürfte bei den EC-Fans die Vorfreude steigern. Von Fachleuten wird Richardson als solider und verlässlicher Spieler beschrieben. Einer, der nicht auffällt, aber zu den besten Verteidigern Großbritanniens gezählt wird. "Was uns aber wirklich beeindruckt hat, sind seine Arbeitsmoral und seine Einstellung auf sowie neben dem Eis. In seinem Playbook steht die Mannschaft immer an erster Stelle", sagt EC-Trainer Hannu Järvenpää. Bei Baldys klingen die ersten Worte über den neuen Abwehrchef ähnlich: "Seine Leistungen sind über Jahre sehr konstant, daher wird er uns auch über die gesamte Dauer der Saison Stabilität geben."

Ein weiterer Pluspunkt, so Järvenpää: "Aufgrund seiner Erfahrung kommt Mark mit allen Spielsituationen problemlos zurecht. Als Rechtshänder bietet er zudem verschiedene Möglichkeiten, ihn in den Spezialteams einzusetzen." Die Erwartungen an die neue Nummer 17 sind groß.

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