Andreas Pauli vom EC Bad Nauheim, Lebensgefährtin Inka und Loui, sein Cavalier King Charles Spaniel, sind in ihrer Freizeit gerne draußen in der Natur oder drehen im Sprudelhof in Bad Nauheim ihre Runden. FOTO: NICI MERZ
+
Andreas Pauli vom EC Bad Nauheim, Lebensgefährtin Inka und Loui, sein Cavalier King Charles Spaniel, sind in ihrer Freizeit gerne draußen in der Natur oder drehen im Sprudelhof in Bad Nauheim ihre Runden. FOTO: NICI MERZ

EC Bad Nauheim

Stürmer Andreas Pauli: Von Corona-Einflüssen und Naturerlebnissen

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
    schließen

Andreas Pauli ist in der Wetterau "heimisch" geworden. Im Interview spricht der Stürmer der Roten Teufel über den Corona-Sommer, sein Fitness-Programm und sein Vertrauen in den EC Bad Nauheim.

Andreas Pauli liebt die Natur. Fahrradtouren auf den Winterstein oder den Feldberg, Ausflüge mit Lebensgefährtin Inka und Kurparkrunden mit Loui, einem Cavalier King Charles Spaniel, seinem treuen Begleiter. Mit einjähriger Unterbrechung steht Pauli, mittlerweile 26 Jahre alt, seit 2015 schon bei den Roten Teufeln unter Vertrag (186 Spiele/124 Scorerpunkte), zählt zu den Publikumslieblingen. Im Vorjahr war er - gleichauf mit Andrej Bires - Topscorer beim Eishockey-Zweitligisten. "Ich fühle mich hier sehr wohl und denke, ich kann schon sagen, dass ich in Bad Nauheim heimisch bin." Im Interview spricht der Stürmer über Corona-Einflüsse, Saisonvorbereitung und Ungewissheit.

Andreas Pauli, das Jahr 2020 steht unter dem Einfluss der Corona-Pandemie mit zahlreichen Einschränkungen. Konnten Sie den vergangenen Wochen auch etwas Positives abgewinnen?

Wir sind - wenige Tage bevor es so richtig losging - innerhalb Bad Nauheims umgezogen. Corona hat da einige Dinge ein bisschen schwieriger gemacht. So bin ich jedenfalls noch nie umgezogen. Das Wetter war in den ersten Wochen aber auch überragend, daher sind wir häufig raus in die Natur. Es gab also immer die Möglichkeit, etwas zu tun. Wir waren beispielsweise im Taunus. Und einmal bin ich an der Lahn entlang bis nach Limburg geradelt. Das hat Spaß gemacht.

Glauben Sie, dass die Vorbereitung und die Saison zum regulär geplanten Termin stattfinden können?

Ich bin optimistisch, dass es wie geplant losgehen kann.

Die Fußball- und die Basketball-Bundesliga haben den Spielbetrieb aufgenommen; wenn auch mit Einschränkungen. Könnte das dennoch als positives Signal angesehen werden?

Man merkt, dass der Sport jetzt nicht einschläft. Das ist wichtig. Ich selbst dazu bin großer Fußball-Fan und natürlich froh, dass wieder gespielt wird.

In der Diskussion steht, im Eishockey künftig mit Vollvisier am Helm spielen zu lassen, um die Spieler zu schützen. Wie denken Sie darüber?

Hauptsache ist doch, dass wir einen Weg finden, dass wir überhaupt wieder spielen können. Und wenn wir mit Vollvisier spielen sollen, dann ist das eben so. Daran wird man sich gewöhnen.

Eishockey-Profis befinden sich in dieser Zeit gewöhnlich im Sommertraining. Wie sieht das nun aus?

Ich habe in diesem Jahr grundsätzlich das Training etwas umgestellt; allerdings ganz unabhängig von Corona. Mit unserem Assistenztrainer Harry Lange arbeitete ich gezielt an meinen Defiziten; teils im Stadion an der Schuss- und Lauftechnik, teils haben wir auch im Kurpark zusammen Intervall- und Grundlagenausdauertraining absolviert. Dazu kommen noch Übungen im Kraft- und Athletikbereich unseres Fitnesstrainers Marc Lubetzki. Vieles, gerade im Stabilitätsbereich, konnte man auch zu Hause machen. Ich hatte da unter der Saison schon angefangen und dies nun weitergeführt.

Haben Sie sich bereits mit Ihrem künftigen Trainer Hannu Järvenpää austauschen können?

Vor meiner Unterschrift hatte ich ein langes Telefonat mit ihm und dabei einen sehr guten ersten Eindruck gewinnen können. Er weiß, wovon er redet. Und dazu reicht im Grunde schon ein Blick in seine Vita. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm. Jeder Trainer bringt schließlich neue Ideen und konzeptionelle Ansätze mit.

Der Kader ist noch recht dünn besetzt. Unter anderem fehlen vier Kontingentspieler; auch sind zwei deutsche Schlüsselpositionen noch nicht besetzt. Die Fans werden ungeduldig. Wie geht es Ihnen?

Ich habe keinerlei Ungeduld, sondern volles Vertrauen in die sportliche Leitung. Dort hat man den Markt im Blick, und ich bin überzeugt, dass noch einige Jungs zu haben sein werden. Wir sind ja noch früh dran. Wenn’s losgeht, werden wir einen starken Kader beisammen haben.

Spüren Sie bei Berufskollegen, die noch nicht unter Vertrag stehen, Existenzängste?

Ich bin erstmal sehr froh, in Bad Nauheim unter Vertrag zu stehen. Hier habe ich Vertrauen und weiß, dass niemand fallengelassen wird. Die Situation hat sich durch Corona verändert. Alles dauert in diesem Jahr ein bisschen länger. Aber irgendwann wird auch alles wieder seinen normalen Gang gehen, davon bin ich überzeugt.

In der DEL wird über Spielergewerkschaften, Kurzarbeit und Gehaltsverzicht gesprochen. Wie stehen Sie zu diesen Themen?

Ich habe in Bad Nauheim einen Vertrag, und wenn sich irgendetwas in dieser Richtung tun sollte, werden die Funktionäre auf mich zukommen und das erklären. Bislang ist da aber nichts passiert. Und alles andere ist Spekulation.

Wie werden die kommenden Wochen aussehen?

Urlaub im klassischen Sinne gibt’s in diesem Sommer für mich nicht; vielleicht fahre ich noch mal eine Woche nach Hause. Ansonsten werde ich hier weiter an meinen Schwachstellen arbeiten und Dinge tun, zu denen man vielleicht sonst weniger Zeit hat. In den vergangenen Jahren konnten wir oft schon vor dem offiziellen Vorbereitungsstart mit ein paar Jungs auf dem Eis trainieren. Ich wünsche mir natürlich, dass dies auch in diesem Jahr bald möglich sein wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare