Charlie Sarault (hier im Duell mit Dennis Swinnen/Lausitz) hat frischen Wind in die Kabine des EC Bad Nauheim gebracht.
+
Charlie Sarault (hier im Duell mit Dennis Swinnen/Lausitz) hat frischen Wind in die Kabine des EC Bad Nauheim gebracht.

Torhüter verletzt

Sechs Punkte und zwei angeschlagene Torhüter

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
    schließen

Der EC Bad Nauheim hat in der Deutschen Eishockey-Liga 2 den Anschluss zu Rang verkürzt. Allerdings sind beide Stammtorhüter derzeit krankgeschrieben.

In den Resultaten der Saison 2016/17 sucht man tatsächlich vergeblich. Ein Sieg mit einem Tor Unterschied nach regulärer Spielzeit - das war dem Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim in zuvor 39 Spielen nicht gelungen. Neunmal (!) hingegen schon hatten den Roten Teufeln mit nur einem Treffer verloren. Wo die Mannschaft von Petri Kujala stehen könnte, wenn sie aus diesen Partien vielleicht zwei, drei oder vier Zähler geholt hätte? Das ist Spekulation. »Man sieht, welchen Unterschied ein abgefälschter Schuss ausmachen kann. In der Tabelle, wie in der Wahrnehmung der Leistung. Wir schauen aber nicht auf die Punkte, die wir hätten holen können. Wir schauen auf die Zähler, die wir noch holen können«, sagt Petri Kujala, der Trainer.

Die Mannschaft hat ihre Fans nach einer Dezember-Talfahrt nun auf eine wilde Januar-Achterbahnfahrt mitgenommen; mit Sechs-Punkte-Wochenenden zu Beginn und zum Ende von drei Null-Punkte-Spielen in Serie. »Das Team glaubt wieder an sich.

Das ist wichtig«, sagt der Finne, dessen Mannschaft den Rückstand auf Rang zehn der Deutschen Eishockey-Liga 2 verkürzen konnte, wobei die Hessen schon zwei Spiele mehr als Bayreuth und Freiburg auf den Plätzen neun und zehn bestritten haben.

Zweimal noch trifft Bad Nauheim in den abschließenden zwölf Hauptrundenspielen auf den Aufsteiger aus der Wagnerstadt (unter anderem am Freitag im Colonel-Knight-Stadion beim einzigen Wochenendspiel), einmal noch auf Freiburg (zuhause). »Noch liegt alles in unseren Händen. Und gerade diese direkten Duelle sind da natürlich von enormer Bedeutung«, sagt Andreas Ortwein, der Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH, die in diesen Tagen einen weiteren Torwart lizenzieren wird; pro forma. Sein Name: Kieren Vogel. Der 19-Jährige ist aktuell dritter Keeper der Düsseldorfer EG in der Deutschen Nachwuchs-Liga (ein Saisonspiel; im Vorjahr 29 Spiele). Er dient der formellen Absicherung, denn gerade die Partie am Sonntag in Weißwasser hat den Roten Teufeln ihr bisheriges Vabanquespiel vor Augen geführt. Mit Jan Guryca und Mikko Rämö waren gleich beide Torhüter aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen. Nils Flemming, als Absicherung bislang ohne Eiszeit, wurde und wird in der DNL 2-Mannschaft gebraucht, so dass Benedict Roßberg unerwartet zu seinem Einsatz gekommen ist.

»Ich hatte und habe keine Bedenken, ihn einzusetzen«, sagt Kujala, der den 21-Jährigen in dieser Saison lediglich während der Testspiele gegen Kooperationspartner Essen hatte spielen sehen. Roßberg präsentierte sich als der erhoffte Rückhalt, und irgendwie entstand der Eindruck, die Mannschaft hatte angesichts der außergewöhnlichen Umstände noch mal einige Prozente in Sachen Wille und Leidenschaft draufgepackt. »Die Jungs haben das sehr gut und diszipliniert gelöst. In der neutralen Zone wurde gut gearbeitet«, freute sich Kujala.

Wer in dieser Woche das Tor während der Trainingseinheiten hüten wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Rämö klagte am Sonntag über Unwohlsein und Fieber und ist aktuell krankgeschrieben. Guryca verletzte sich in der Schlussphase des Freitag-Heimspiels und fällt mit muskulären Problemen zunächst aus. Denkbar ist, das Trainingstorhüter aus dem Nachwuchs, der Ib-Mannschaft oder vielleicht aus auch aus Neuwied (Felix Köllejan war ja bereits im Trainingslager dabei) rekrutiert werden.

Eine Rückkehr der verletzten Feldspieler zeichnet sich noch nicht ab. Andreas Pauli plagen noch immer Kopfschmerzen. Er ist derzeit bei seinen Eltern in der bayrischen Heimat. Bei Vitalij Aab, der sich zumindest auf dem Fahrrad und im Kraftraum fit halten kann, wird eine Nachuntersuchung in dieser Woche klären, ob er nächste Woche mit dem Eistraining beginnen kann, und Marcel Pfänder trägt nach wie vor eine Knieschiene.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare