Führung verspielt

Schwarze zehn Minuten für EC Bad Nauheim

  • Michael Nickolaus
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Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim verliert in Ravensburg mit 3:4; nach einer 2:0-Führung und vier Gegentoren binnen zehn Minuten. Trainer Petri Kujala spricht von »dummen Strafen«.

Eine frühe Zwei-Tore-Führung, ein Gegner, der drei seiner Topstürmer zu ersetzen hatte, eine doppelte Unterzahl-Situation, die schadlos überstanden worden war; dazu das Selbstvertrauen nach dem erfolgreichen Start am Freitag gegen Heilbronn: Vieles, sehr vieles hatte am Sonntagabend nach 20 Minuten für den EC Bad Nauheim gesprochen. Die Roten Teufel haben diese Trumpfkarten aber nicht ausspielen können. In Ravensburg unterlag die Mannschaft von Petri Kujala am zweiten Hauptrundenspieltag der Deutschen Eishockey-Liga 2 mit 3:4 (2:0, 0:4, 1:0). Der Ex-Klub bleibt für den Coach der Hessen kein gutes Pflaster. Erinnert sei an das Playoff-Aus 2016 und die 0:4 im ersten Auswärtsspiel des Vorjahres.

»Wir haben gut angefangen, dann eine Pause gemacht und im Schlussdrittel wieder ordentlich gespielt. Knackpunkt waren die dummen Strafen im zweiten Drittel und dass wir die Chancen, auf 3:0 zu erhöhen, nicht genutzt haben«, sagt Kujala nach dem Wiedersehen an alter Wirkungsstätte. Ärgerlich: Gleich zwei Gegentreffer kassierten die Gäste in Unterzahl. Zweifacher Torschütze der Roten Teufel war Andreas Pauli. Zudem war James Livingston für die Hessen erfolgreich.

Mit DEL-Neuzugang David Zucker, Torjäger Jakub Svoboda und Leistungsträger Brian Roloff mussten die Gastgeber gleich drei zentrale Spielerpersönlichkeiten ersetzen. Bad Nauheim kam in Bestbesetzung, begann couragiert und überraschte mit einem Doppelschlag binnen 18 Sekunden durch Pauli und Livingston, wobei dem Treffer des Kanadiers ein sehenswerter Doppelpass mit Dusan Frosch vorausgegangen war. Bad Nauheim zeigte ein gutes Auswärtsdrittel, hatte Pech als Daniel Stiefenhofer nur die Latte traf (9.). Selbst in doppelter Unterzahl ließ brannte nichts an.

Im zweiten Abschnitt wendete sich dann das Blatt. Der Anschlusstreffer, das erste Gegentor der Saison nach 88:27 Liga-Minuten, gab den Gästen erkennbar einen Knacks. Ausgerechnet Ex-Teufel Dennis Reimer brachte den Puck über die Linie. Bad Nauheim verlor den Faden, agierte viel zu passiv und gab die Partie in dieser Phase aus der Hand. Binnen zehn Minuten machten die Towerstars aus einem 0:2-Rückstand eine 4:2-Führung. Da konnte Pfaffengut einen Schuss im Powerplay abfälschen (das Tor wurde nach Videobeweis gegeben), da war Robin Just zur Stelle, als Felix Bick tatsächlich mal einen Rebound zugelassen hatte (33.) und da nutzte Ondrej Pozivil ein weiteres Powerplay.

Das letzte Drittel gestaltete Bad Nauheim dann wieder ausgeglichen. Die Roten Teufel - das war spürbar - drängten auf den Anschluss, hatten im Abschluss aber kein Glück. Nach dem auf der Gegenseite Just den Pfosten getroffen hatte, konnte Pauli den Puck zum 3:4-Anschluss regelrecht ins Tor arbeiten. 2:20 Minuten waren noch zu spielen. Der Ausgleich wollte allerdings nicht mehr fallen.

Ravensburg Towerstars: Langmann - Kolb, Slavetinsky, Keller, Sturm, Pozivil, Supis - Pfaffengut, Kruminsch, Lapsansky, Just, Pompej, Reimer, Schwamberger, Mayer, Schmidpeter, Schlenker.

EC Bad Nauheim: Bick – Lehikoinen, Slaton, Trivellato, Stiefenhofer, Ketter, Erk, Kohl – Frosch, Sylvester, Livingston, Krestan, McNamee, Bettahar, Meisinger, Brandl, Pauli, Niederberger, Lange, Ratmann, Kolb.

Steno: Tore: 0:1 (6.) Pauli (Erk), 0:2 (6.) Livingston (Frosch, Sylvester), 1:2 (29.) Reimer, 2:2 (32.) Pfaffengut (5-4), 3:2 (33.) Just (Slavetinsky), 4:2 (39.) Pozivil (Krumisch, Pfaffengut - 5-4), 4:3 (58.) Pauli (Brandl, Meisinger). - Schiedsrichter: Robert Paule/Ulpi Sicorschi. - Strafen: Ravensburg 4, Bad Nauheim 10. - Zuschauer: 2349.

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