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Der Abschied fällt ihm schwer: Mike Dalhuisen erhält beim EC Bad Nauheim kein neues Angebot. Rechts: Jana Duderstadt. (Foto: Nici Merz)

EC Bad Nauheim

Saisonabschluss beim EC Bad Nauheim: Zwischen Abschied und Aufbruch

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Mehr als 1000 Eishockey-Fans haben den EC Bad Nauheim in die Sommerpause verabschiedet. Neben der Trikotversteigerung und Abschiedsworten stand die Personalplanung im Fokus.

Vor Mike Dalhuisen hatten sich mitunter regelrechte Warteschlangen gebildet. Ein Foto hier, ein Schnappschuss dort. Ein Autogramm noch. Am Freitagabend wurde Abschied genommen von der Eishockey-Saison 2018/19. Und mehr als 1000 Fans der Roten Teufel wollten ihre Winter-Helden noch einmal sehen, mit ihnen ein Bierchen trinken. Mit einigen zum letzten Mal. Mindestens acht Spieler werden den Zweitligisten EC Bad Nauheim verlassen, zum Abschluss des Abends gab’s mit der Vertragsverlängerung von Felix Bick aber noch ein echtes Bonbon mit auf den Nachhauseweg. Die Themen des Abends im Überblick:

Der Blick zurück: Das Aus nagt noch an Christof Kreutzer. Ebenso die Unterschiede, die 0:4-Serie gegen Ravensburg aufgezeigt hatte. "Wir standen zurecht unter den Top-Sechs. Aber wir haben auch gesehen, dass wir noch viele Dinge tun wollen und müssen, wenn wir erfolgreicher sein wollen", sagt der Trainer. Er sprach von einer "insgesamt guten Saison". Und: "Es tut mir leid, dass es am Ende nicht zu mehr gereicht hat."

EC Bad Nauheim: Kommen die Sylvester-Brüder Dustin und Cody im Winter zurück?

Transferpolitik: Die Bestätigung kam am Samstag. Max Hadraschek wechselt – wie von der WZ bereits spekuliert – zum DEL-Klub Schwenningen. Neben ihm zieht es Nico Geitner und Garret Pruden in die DEL. Mike Dalhuisen, Dennis Reimer, Nico Kolb, Radek Krestan (Bayreuth?) und Louke Oakley werden kein neues Angebot der Roten Teufel erhalten. Dass gleich drei junge Spieler nun aus der Wetterau den Weg in die erste Liga finden, dürfte die Attraktivität der Roten Teufel gerade bei Spielern dieser Kategorie erheblich steigern.

Ob die Sylvester-Brüder, die mit ihrem Scoring Bad Nauheim auf Platz sechs geführt hatten, zurückkommen, ist noch offen. "Da spielen sehr viele, auch private Faktoren eine Rolle", sagt Andreas Ortwein. Der Geschäftsführer hatte sich am Sonntag noch einem mit den beiden Kanadiern zusammengesetzt. Am Montag geht’s für die Sylvesters zurück zu ihren Familien nach Kanada.

Das Höchstgebot: Daniel Stiefenhofer führt in diesem Jahr das Ranking an. Für 550 Euro wurde das Trikot des in Überzahl so effektiven Verteidigers versteigert. Auf Platz zwei kommt Felix Bick, für dessen Jersey 500 Euro gezahlt wurden. Für 400 Euro gab’s das Trikot von Dustin Sylvester. Cody Sylvesters Jersey lag bei 370 Euro.

EC Bad Nauheim: Zwei emotionale Höhepunkte und Playoff-Spiele für die Förderlizenzler

Emotionales Highlight I: Der Auftritt von Mike Dalhuisen. Sportlich war der Niederländer umstritten, mit seinen Emotionen und seiner Identifikation mit dem Standort hatte er aber die Herzen der Fans erobert. "Ihr seid die besten Fans der Liga", dankte der Verteidiger mit dem "großen Herz für kleine Hunde", wie er bekannte, den Zuschauern. Dalhuisen erhielt den größten Applaus an diesem Abend.

Emotionales Highlight II: Die Vertragsverlängerung von Felix Bick. "Ich bin sehr froh, hier zu sein", sagt der Torwart, dem Moderatorin Jana Duderstadt noch entlockte, dass im Sommer nächsten Jahres die Hochzeitsglocken läuten werden. In New York wollen sich Bick und seine Lebensgefährtin das Ja-Wort geben.

Playoffs 2.0: Für Nicolas Geitner und Nico Kolb ist die Saison noch nicht beendet. Die beiden Förderlizenzspieler fehlten am Freitagabend. Sie bestreiten aktuell mit Kooperationspartner Herner EV das Playoff-Viertelfinale der Oberliga gegen den EC Peiting.

EC Bad Nauheim: Diese Aufgaben kommen jetzt auf Verein, Trainer und Umfeld zu

Die kommenden Aufgaben: Diese sind vielfältig. Zum einen müssen bis 24. Mai die Lizenzierungsunterlagen eingereicht werden, was zahlreiche Gespräche mit Werbepartnern in den kommenden Tagen voraussetzt. Zum zweiten hoffen die Roten Teufel Anfang April auf den Zuschlag, das DEL 2-Event-Game in der kommenden Saison ausrichten zu können. "Ich weiß, dass wir ein heißer Kandidat sind und habe ein gutes Bauchgefühl", sagt Geschäftsführer Andreas Ortwein. Er sprach von "einem Meilenstein." Da dürfe "keiner zu Hause bleiben".

Thematisiert wurde vor breiten Publikum auch noch einmal die Möglichkeit, einer Beteiligung an der GmbH als sogenannter Kommanditist über eine Einmalzahlung von 1946 Euro. "Wenn es uns gelingt, hier etwas loszutreten und ein Statement abzugeben, dann wird man das auch im Stadtparlament wahrnehmen", sagte Ortwein mit Blick auf die zukunftsweisende Stadion-Thematik, die angestoßen wurde und bis Jahresende konkretisiert werden soll.

Vorstandsposten vakant: Der Förderverein "Teufelskreis", als einer von sieben Gesellschaftern an der Spielbetriebs GmbH beteiligt, hat in der vergangenen Woche einen neuen Vorsitzenden gewählt. Marcel Bohl hatte sich nach achtjähriger Amtszeit nicht zur Wiederwahl gestellt. An seine Stelle tritt Tim Matras, der bisherige Stellvertreter. Ein zweiter Vorsitzender wurde nicht gefunden.

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