Derby-Sieg

Rote Teufel schlagen Kassel

Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim hat am Sonntagabend die Kassel Huskies mit 4:3 bezwungen. Den Siegtreffer erzielte Leon Niederberger in der Verlängerung.

Als Leon Niederberger am Sonntagabend in der Verlängerung getroffen hatte, verwandelte sich das Colonel-Knight-Stadion in ein Tollhaus. Mit 4:3 (0:0, 3:3, 0:0, 1:0) bezwang Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim nach einer intensiven Begegnung die Kassel Huskies. Der zweite Sieg im dritten Derby in dieser Saison war verdient, weil die Roten Teufel am Ende mehr investiert hatten.

Im jüngsten Aufeinandertreffen Ende November hatten die Wetterauer in der Eissporthalle am Auepark in Kassel eine vernichtende 1:6-Klatsche kassiert. Die Kurstädter leisteten sich teils haarsträubende Zuordnungsfehler, was Headcoach Petri Kujala freilich mächtig ärgerte. "Ich stelle mich eigentlich immer hinter die Mannschaft, aber das fällt mir heute sehr schwer", hatte Kujala nach dem Match zu Protokoll gegeben. Am Sonntagabend, nach dem dritten Match binnen sechs Tagen, war der EC-Übungsleiter hingegen voll des Lobes für seine Mannen: "Wir haben von Anfang bis Ende gut gearbeitet." Sein Pendant auf Kasseler Seite, Rico Rossi, war indes trotz der vierten Niederlage aus den jüngsten fünf Partien nicht unzufrieden: "Wir haben kein schlechtes Spiel gezeigt, aber eine Mannschaft musste eben verlieren."

Auf Bad Nauheimer Seite fehlten neben den Verletzten Jan Guryca, Marc Kohl und Maximilian Brandl auch Andreas Pauli und Noureddine Bettahar, die aber mittlerweile wieder fit sind und mit der Mannschaft trainieren. Dusan Frosch stand ebenfalls nicht im Aufgebot, nachdem er sich am Freitagabend im Spiel bei den Dresdner Eislöwen (3:4) bei einem Crash in die Bande an der Schulter verletzt hatte.

Hohe Intensität

Beide Teams schenkten sich eine Abtastphase, die Intensität war von Beginn an hoch. Kassel hatte in der Anfangsphase etwas mehr vom Spiel und tauchte zweimal gefährlich vor EC-Schlussmann Felix Bick auf. Die Roten Teufel brauchten etwas, um in der Offensive zu ihrem Rhythmus zu finden. In der neunten Minute hatten die Bad Nauheimer Anhänger dann erstmals den Torschrei auf den Lippen. Kassels Schlussmann Markus Keller konnte einen strammen Schuss von Radek Krestan nicht entschärfen, im anschließenden Gewühl vor dem Gehäuse hatte Kassel Glück. Anschließend rissen die Kujala-Schützlinge das Spielgeschehen an sich. Sie agierten mutig gegen die spielerisch überlegenen Kasseler, die von der forschen Bad Nauheimer Gangart ganz offensichtlich überrascht waren. Kampf und Einsatz stimmte bei den Roten Teufeln, die in der zwölften Minute beinahe die Führung erzielt hätten. Mike McNamee hatte sich beherzt durchgesetzt, scheiterte dann jedoch aus kurzer Distanz an Keller.

Die zweiten 20 Minuten begannen die Hausherren mit viel Schwung und wurden in der 23. Minute mit dem verdienten Führungstreffer durch Cody Sylvester belohnt. Kassel wirkte danach aber nur kurzzeitig geschockt und antwortete im Stile einer Spitzenmannschaft. Zunächst erzielte Kevin Maginot den Ausgleich (25.). Nachdem die Nordhessen rund zwei Minuten später durch Braden Pimm sogar nachgelegt hatten, war die Partie gekippt. Bad Nauheim gelang zwar in Unterzahl der Ausgleich durch James Livingston (30.), doch danach riss Kassel das Spielgeschehen an sich und profitierte davon, dass die Kurstädter in der Abwehr nicht ganz so aufmerksam wie im ersten Drittel zu Werke gingen.

Rote Teufel ackern unermüdlich

Nach dem dritten Kasseler Treffer durch David Kuchejda (33.) hatten die Kurstädter nach Vorstößen der Gäste mehrere Male Glück. Überraschend fiel dann aber 18 Sekunden vor Drittelende der erneute Ausgleich durch den agilen Sylvester. Im Schlussdurchgang nahmen beide Mannschaften etwas das Tempo raus, so dass die Zuschauer weniger Offensivaktionen zu sehen bekamen. Sie belauerten sich gegenseitig und warteten auf den entscheidenden Fehler des Gegners. Die Kujala-Truppe ackerte unermüdlich, war dem Siegtreffer näher und überstand in der Schlussphase eine Unterzahlsituation. Für ihren Aufwand belohnten sich die Roten Teufel dann in der Verlängerung. Nachdem Sylvester noch gescheitert war, vollstreckte Niederberger in der dritten Minute der Overtime frei stehend vor Keller – und die Party konnte beginnen.

EC Bad Nauheim: Bick, Preuß – Ketter, Woidtke, Slaton, Erk, Mannes, Stiefenhofer – Meland, Sylvester, Niederberger, Ratmann, Lange, Livingston, McNamee, Reimer, Krestan, Meisinger, Kolb.

Kassel Huskies: Keller, Pantkowski – Maginot, Müller, Rogl, Kraus, Little, Krüger, Heinrich, Reiß – Klöpper, McGrath, Christ, Kuchejda, Ritter, Merl, Carciola, Della Rovere, Lambacher, Pimm, Meilleur, Koziol.

Steno: Tore: 1:0 (23.) Sylvester, 1:1 (25.) Maginot (Koziol, Christ), 1:2 (27.) Pimm (Maginot, Reiß), 2:2 (30.) Livingston (Mannes, Lange, - 4-5), 2:3 (33.) Kuchejda (Ritter, Koziol), 3:3 (40.) Sylvester (McNamee, Livingston - 5-4), 4:3 (63.) Niederberger (Slaton, McNamee). – Schiedsrichter: Nöller/Haupt. – Strafminuten: Bad Nauheim 4, Kassel 8. – Zuschauer: 3101.

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