Auftakt-Wochenende

Rote Teufel mit kompakter Offensive

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
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Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim hat am ersten Hauptrunden-Wochenende drei Punkte gewonnen. Trainer Petri Kujala kann damt »ganz gut leben«, ärgert sich aber über »blödsinnige Fehler«.

Erst Bad Nauheim, dann Crimmitschau. Die Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga 2 wird nach den Spieltagen eins und zwei von zwei Playdown-Klubs der Vorsaison angeführt. Momentaufnahmen, keine Frage. Aber an beiden Standorten wird man sich, da es eben nicht allzu oft vorkommt, rückblickend gerne daran erinnern. Durch eine 3:4-Niederlage in Ravensburg (nach 2:0-Führung) haben die Roten Teufel ihre Position in ungewohnten sportlichen Regionen nach dem 3:0-Auftakterfolg gegen Heilbronn verloren. Auffällig: Nur drei der 13 Wochenend-Begegnungen wurden mit einem Unterschied von mehr als zwei Toren entschieden, was zunächst einmal einen heißen und spannenden Herbst erwarten lässt, ehe sich auf lange Sicht die Favoriten etwas absetzen werden.

Petri Kujala kann mit den drei Punkten zum Einstand »ganz gut leben«, wie er sagt. »Beide Spiele waren intensiv, und die Jungs haben gezeigt, dass sie ein hohes Tempo gehen können«, sagt der Trainer der Roten Teufel. Das Spiel in Ravensburg hätte man nicht aus der Hand geben müssen. »Da sind blödsinnige Fehler vorausgegangen. Aus Situationen, die eigentlich keine waren, ist Ravensburg durch unser Verhalten zu Torchancen und auch zu Treffern gekommen.« Im zweiten Abschnitt hatten Oberschwaben nach dem Anschlusstor das Momentum auf ihre Seite bekommen und mit vier Treffern binnen zehn Minuten die Weichen gestellt.  

Hilfe vom Schiedsrichterkollegen Mit dem Heimsieg gegen Heilbronn haben die Roten Teufel - gerade mit Blick auf das Heimspiel gegen Bietigheim, den Finalisten der letzten fünf Jahre - einen gewissen Druck nehmen können. Die Partie zum Hauptrunden-Auftakt war im Vergleich zu den Testspielen doch von einer ganz anderen, deutlich höheren Intensität geprägt und hatte Lust auf das nächste Heimspiel geweckt.

Kurios: Nach der Verletzung von Linienrichter Jan-Thore Meyer war Robert Ruhnau eingesprungen; ein Unparteiischer aus Bad Nauheim, der das Spiel von der Tribüne aus verfolgt und flugs seine Siebensachen geholt hatte. »Ich habe an die Kollegen auf dem Eis gedacht. Da war es klar, dass ich zur Verfügung stehe«, sagt Ruhnau. Dass seine Leistung in einem Spiel mit Beteiligung der Roten Teufel natürlich mit besonderer Aufmerksamkeit bewertet werde, sei ihm bewusst. »Aber das ist kein Problem.« Das Regelwerk hätte eine Weiterführung der Partie im Drei-Mann-System zugelassen, doch sind die Referees angehalten, in einem Fall wie diesem, wenn sie im Stadion sind, ihre Schiedsrichterkollegen zu unterstützen.  

Trainer Kujala: "Jungs haben einen guten Job gemacht" Die Teufel hatten sich am ersten Wochenende - im Vergleich zu den Vorjahren - als ungemein kompakt präsentiert und damit den Eindruck aus der Vorbereitungsphase bestätigt. Da scheute sich Kujala auch nicht, seinen vierten Block mit Routinier Harry Lange und den jungen Leon Niederberger und Marvin Ratmann auf den Flügeln gegen die Topreihe der Falken und auch gegen die Towerstars zu stellen. Dieses Vertrauen wurde zurückgezahlt; vielleicht ein Trumpf, sofern die Mannschaft von Ausfällen verschont bleibt: »Die Jungs haben einen guten Job gemacht, das Ergebnis nicht nur gehalten, sondern selbst noch Chancen kreiert.«

Zudem hat Andreas Pauli seine Versetzung in die dritte Reihe offensichtlich akzeptiert. Der 23-Jährige zeigte Biss, erzielte drei der sechs Wochenend-Treffer seiner Mannschaft; und das auf seine ihm typische Art und Weise. Überhaupt: Diese Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Mentalität, die mit das Publikum wecken und begeistern kann, bringen neben Pauli noch andere ein. James Livingston ist so einer, auch Noureddine Bettahar fällt in diese Kategorie. Der ECN - so scheint’s - ist in diesem Winter schwer auszurechnen, nachdem die Verantwortung im Torabschluss über viele Reihe auf wenigen Schultern verteilt war. Live-Übertragung mit schwarzem Bildschirm Für Verdruss - gerade bei den Fans der Teufel - hatte am Sonntag der schwarze Bildschirm zum Start der Live-Übertragung im Internet gesorgt. »Wir sind selbst stinksauer«, sagt Frank Enderle, der Pressesprecher der Towerstars, die alle Vorbereitungsspiele störungsfrei übertragen hatten. Ein defektes Glasfaserkabel beschäftigte die Verantwortlichen auch noch am Montag. Rund 300 Fans hatten den Stream gebucht. Sie erhalten das Geld zurück.

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