EC Bad Nauheim

Neues Eisstadion in Bad Nauheim? Nachgefragt bei Bürgermeister Klaus Kreß

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Zieht der EC Bad Nauheim schon bald in ein neues Eisstadion um? Zumindest herrscht Optimismus bei Fans, Verantwortlichen und Sponsoren - auch wegen Bürgermeister Klaus Kreß.

Bürgermeister Klaus Kreß war wohl der aufregendste Gast  beim Neujahrsempfang des EC Bad Nauheim  am Montagabend im VIP-Raum des Colonel-Knight-Stadion. Das Stadtoberhaupt sprach mit Andreas Ortwein, dem Geschäftsführer der EC-Spielbetriebs-GmbH, unter Moderation von Julia Nestlé über die Zukunft des Eishockey-Standorts Bad Nauheim - und verbreitete Optimismus bei Fans, Sponsoren und Verantwortlichen.

Klaus Kreß, welche Bedeutung hat Eishockey für die Stadt Bad Nauheim?

Klaus Kreß: Eishockey in Bad Nauheim ist auch ein Wirtschaftsfaktor, zahlt immens auf unser Imagekonto ein und hat eine große Bedeutung für diese Stadt. Deshalb müssen wir alles daran setzen – und ich bin überzeugt, dass der Konsens in der Politik vorhanden ist –, dass wir den Eissport hier als Marke erhalten. In der Tat fragt man sich: Wie misst sich der Wert? Das zeigen die Rückmeldungen aus der Hotellerie, dem Einzelhandel und Gastronomie. Bad Nauheim hat Alleinstellungsmerkmale wie Elvis Presley, den Jugendstil oder auch die Rosen von Steinfurth. Wenn ich aber in Deutschland unterwegs bin, erkenne ich, wie sehr die Menschen mit Bad Nauheim den Eishockeysport verbinden. Das gilt es zu erhalten und auszubauen.

Welche Überlegungen gibt es?

Kreß: In den aktuellen Standort – das geht aus einem Gutachten hervor – müssten wir insgesamt acht Millionen investieren. Das ist ein Haufen Holz, und das schüttelt man nicht aus dem Ärmel, zumal wir noch andere Projekte haben. Andererseits ist die Investition darstellbar, wenn es sich um einen zukunftsfähigen Standort handeln würde. Die Rahmenbedingungen im Colonel-Knight-Stadion sind nicht optimal. Wenn die Stadt investiert – und das muss sie tun aus meiner Sicht – dann aber in einen Standort, der zukunftsfähig ist und auf lange Sicht die Perspektiven verbessert.

Ich glaube, Menschen sind bereit zu investieren, wenn wir eine gute Zukunftsperspektive haben

Bürgermeister Klaus Kreß

Was bedeutet das konkret?

Kreß: Wir werden uns in den Gremien Gedanken machen, welche Fläche wir im Flächennutzungsplan ausweisen. Das Stoll-Gelände erfährt nach 15 Jahren eine Entwicklung, ist vergeben. Es gibt aber zwei andere Standorte, die infragekommen. Es ist kein Geheimnis, dass die Stadt Friedberg großes Interesse hat, wenn wir mit diesem Projekt näher an sie heranrücken. Erst im nächsten Schritt wird es möglich sein, einen Investor zu gewinnen und Fördermittel zu beantragen. Dazu brauche wir den konkreten Standort. Und ich glaube, Menschen sind bereit zu investieren, wenn wir eine gute Zukunftsperspektive haben.

Wie sieht der zeitliche Rahmen aus?

Kreß: Wenn wir uns auf einen Standort verständigen, müssen wir einen Bebauungsplan aufstellen. Neun bis zwölf Monate sind hier realistisch. Dann gilt es, einen Investor finden. Die Stadt ist mit ihm Boot, aber alleine kann sie das Projekt nicht stemmen.

Das Gespräch wurde aufgezeichnet von Michael Nickolaus.

Info

So alt sind die Stadien der DEL2-Standorte

  1. Bad Nauheim 1946
  2. Crimmitschau 1964
  3. Freiburg 1969
  4. Deggendorf 1972
  5. Bayreuth 1975
  6. Kassel 1977
  7. Frankfurt 1981
  8. Heilbronn 2002
  9. Ravensburg 2003
  10. Bad Tölz 2004
  11. Dresden 2007
  12. Bietigheim 2012
  13. Weißwasser 2013
  14. Kaufbeuren 2017

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