EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Zitterpartie nach Vier-Tore-Rausch

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Der EC Bad Nauheim setzt gegen Top-Klub Lausitzer Füchse seine Siegesserie fort. Nach einer Vier-Tore-Führung wurde es beim 5:3-Erfolg richtig eng. Und wieder hat sich ein Verteidiger verletzt.

Erst ein Vier-Tore-Rausch, dann ein Zitterspiel, und schließlich kam’s zum befreienden Aufschrei Sekunden vor der Schlusssirene, beim Treffer zum 5:3 (4:0, 0:2, 1:1)-Endstand. Der EC Bad Nauheim hat seine Siegesserie in der Deutschen Eishockey-Liga 2 am Freitagabend fortgesetzt (fünfter Dreier in Folge); und das vor 3105 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion gegen die zuletzt in acht von zehn Spielen siegreichen Lausitzer Füchse, gegen den Tabellenzweiten.

EC Bad Nauheim: Ein Verteidiger scheidet verletzt aus

"Das war ein Riesen-Fight meiner Mannschaft, die gelernt hat, auch solche Spiele zu gewinnen", sagte Christof Kreutzer, der Trainer der Roten Teufel, während Corey Nilson, sein Kollege aus der Lausitz, resümierte. "Nach einem schlechten ersten Drittel sind wir besser ins Spiel gekommen. Wir hatten zwar viel Puckbesitz, aber Bad Nauheim hat sehr aggressiv und gut verteidigt."

Ein Wermutstropfen: Für Nicolas Geitner, der erst am Mittwoch nach fast vierwöchiger Verletzungspause sein Comeback gefeiert hatte, war die Partie nach zehn Minuten beendet. Erneut hatte der junge Verteidiger einen Check gegen die Schulter abbekommen. Bleibt zu hoffen, dass die Roten Teufel am Sonntag in Bad Tölz Unterstützung aus Düsseldorf erhalten. Der DEL-Kooperationspartner ist an diesem Tag spielfrei.

Neun Sekunden vor dem Ende hatte Radek Krestan das Nervenspiel mit dem Treffer zum Endstand, einem Schuss ins bereits verwaiste Tor beendet. Zwar hatten Doppeltorschütze Marcel Kahle, Zach Hamill und Cody Sylvester in einem furiosen ersten Abschnitt eine Vier-Tore-Führung herausgespielt, doch hatte man in der ersten Pause durchaus das Gefühl, dass diese Partie noch lange nicht entschieden sei. Die Füchse, sie marschierten temporeich und technisch fein mit vier Sturmreihe, während die Gäste erneut mit schlanker Besetzung einen Kraftakt zu absolvieren hatten.

EC Bad Nauheim: Fünf Chancen, vier Tore

Die ersten 20 Minuten rissen die Zuschauer förmlich von ihren Sitzen. Fünf Chancen, vier Tore - und das mit einer spielerischen Leichtigkeit, wie man diese nur aus dem Training kennt. Bad Nauheim spielte effektiv, stieß in die Lücken, nutzte seine Konterchancen, präsentierte sich berauscht, energiegeladen, überließ den Füchsen das Spiel, ließ aber fast keine klare Chance zu.

Das änderte sich mit Beginn des zweiten Durchgangs. Der Anschluss durch Steve Saviano nach 27 Minuten hatte sich angedeutet, sechs Minuten später, beim Füchse-Tor durch Michael Monteith, hatten die Hausherren beim Konter die Ordnung verloren. Spätestens jetzt zeichnete sich ein Kraftakt ab. Die anfangs so unheimlich kompakte EC-Defensive wurde zunehmend bröcklig, bekam Risse. Nach vorne fehlte mehr und mehr die Entlastung; bei den seltenen Vorstößen traf Bad Nauheim zweimal das Gestänge.

Als die Gastgeber zu Beginn des Schlussabschnitts die Ordnung in der eigenen Zone einmal komplett verloren hatten, brachte Anders Eriksson die Füchse auf 3:4 heran. 17 lange Minuten waren noch zu spielen; eine gefühlte Ewigkeit. Und dann traf Krestan zum Endstand.

Im Stenogramm: EC Bad Nauheim - Lausitzer Füchse

EC Bad Nauheim: Bick - Dalhuisen, Shevyrin, Ketter, Geitner, Slaton, Stiefenhofer – Kresta, Dustin Sylvester, Bires, Cody Sylvester, Hamill, Kahle, Brandl, Hadraschek, Reimer, Ratmann.

Lausitzer Füchse: Olafr Schmidt – Keussen, Granz, Kania, Owens, Bär, Monteith – George, Eriksson, Breitkreuz, Boiarchinov, Hayes, Saviano, Ustorf, Kuchejda, Dietz, Kuschel, Reichel, Marius Schmidt.

Steno: Tore: 1:0 (3.) Hamill (Stiefenhofer, Shevyrin - 5-4), 2:0 (7.) Kahle (Cody Sylvester, Hamill), 3:0 (15.) Kahle (Shevyrin, Cody Sylvester), 4:0 (17.) Cody Sylvester (Kahle, Hamill), 4:1 (27.) Saviano (Boiarchinov, Grenz), 4:2 (33.) Monteith (Boiarchino, Saviano), 4:3 (43.) Eriksson (George, Keussen), 5:3 (60.) Krestan (Shevyrin - Empty Net). - SR: Brill/Lenhart. - Strafminuten: Bad Nauheim 4, Lausitz 4. - Zuschauer: 3105.

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