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EC-Trainer Christof Kreutzer (l.) im Gespräch mit Jack Combs (M.) und Cody Sylvester. Am vergangenen Wochenende haben beide Stürmer je ein Spiel als überzähliger Kontingentspieler zusehen müssen. Aller Voraussicht nach wird es auch heute gegen Ravensburg einen der beiden treffen. FOTO: CHUC

Eishockey

EC Bad Nauheim: Zielsprint in verrückter Liga - So klappt´s am Wochenende mit dem Playoff-Ticket

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Noch vier Spiele stehen in der DEL2 auf dem Plan. Der EC Bad Nauheim kann schon an diesem Wochenende das Playoff-Ticket lösen - oder noch tief fallen. Heute geht es gegen Meister Ravensburg.

Nur noch vier! Vier Punkte Vorsprung, vier Punkte Rückstand, noch vier Spiele zu spielen. Und nichts ist unmöglich - vom Heimrecht in den Playoffs bis hin zu Pre-Playoffs mit einem möglicherweise entscheidenden dritten Spiel in der Fremde Ein Zittern in den Playdown ist allenfalls rechnerisch möglich. Die Schlussakkorde in der Deutschen Eishockey-Liga 2 sind an Spannung kaum zu überbieten. Für Freunde von Tabellenrechnern sind es Festtage. Der EC Bad Nauheim hat die Entscheidung aber in eigener Hand.

Den Roten Teufeln bietet sich die Gelegenheit, gegen den amtierenden Meister Ravensburg Towerstars (Freitag, 19.30 Uhr im Colonel-Knight-Stadion) und am Sonntag bei den bereits für die Playoffs qualifizierten Wölfen Freiburg (18.30 Uhr) ebenfalls das Ticket für die Endrunde zu lösen.

Die Ausgangslage

Bei Betrachtung der Punkteabstände ist für den EC von Platz zwei bis elf noch alles möglich. Tatsächlich liefern sich die Roten Teufel aber einen Vierkampfmit Ravensburg, Bad Tölz und Bietigheim um die Plätze fünf und sechs. Vier Zähler beträgt der Vorsprung auf die Tölzer Löwen und Bietigheim auf den Plätzen sieben und acht. Sind es am Sonntagabend sieben Punkte Vorsprung auf Platz sieben, ist die Teilnahme des EC an der Runde der letzten Acht gesichert. Damit der EC noch auf Platz neun abrutscht, müsste der ESV Kaufbeuren acht Punkte aufholen - und Ravensburg, Bietigheim und Bad Tölz am EC vorbeiziehen.

Besonderer Meilenstein für Daniel Ketter

Das Personal

Mick Köhler wird den Roten Teufeln am Freitag nicht zur Verfügung stehen. Der Center stand schon am Mittwoch im Aufgebot von DEL-Kooperationspartner Kölner Haie und wird auch heute in der Domstadt gebraucht. Am Sonntag ist Köln in der DEL aber spielfrei. Auch bei Niklas Heyer, der heute in der Oberliga für den Herner EV spielt, ist die Sonntagsfrage noch offen. Ebenso wie die Frage, welcher Kontingentspieler diesmal von EC-Coach Christof Kreutzer zum Zuschauen gezwungen wird. Beim 5:1 gegen Weißwasser am Sonntag traf es Jack Combs, davor setzte Cody Sylvester aus. Einen von beiden wird es wohl wieder treffen.

Wende in Ravensburg

Die Auftritte in Weißwasser und gegen Bayreuth, das Pfeifkonzert - längst vergessen. Die Towerstars haben sich am letzten Wochenende mit sechs Punkten gegen Heilbronn aus ihrem Tief befreit. Entscheidend: Die lange verletzten Verteidiger Pavel Dronia, Kilian Keller und Thomas Supis sind zurück und finden über zunehmende Spielpraxis wieder zur gewohnten Stärke. Insbesondere im Forechecking zeigten sich die Oberschwaben mit der Gewissheit einer stabilen Defensive erheblich effektiver. Offen ist, welcher Kontingentspieler pausieren muss. Ex-Teufel Jared Gomes harmoniert mit Shawn O’Donnell, in der Abwehr ist Matias Haaranen zu wertvoll, so dass die Entscheidung wohl zwischen dem zuletzt angeschlagenen Jakub Svoboda und Tero Koskiranta fallen dürfte.

Ex-Teufel Daniel Stiefenhofer vor seine Rückkehr mit Ravensburg

Euphorie in Freiburg

Platz sechs ist sicher, Platz vier nur zwei Punkte entfernt. Zuletzt wurde mehrfach die 3000er-Zuschauer-Marke geknackt. Sechs Heimspiele in dieser Saison waren ausverkauft (3500). Der Höhenflug der Eishockey-Mannschaft hat in Freiburg Begeisterung ausgelöst. "Wer uns Platz drei nach 48 Spielen vorausgesagt hätte, wäre ausgelacht worden. Wir sind weit oberhalb unserer Zielsetzung. Aber wir dürfen bei aller Euphorie auch nicht vergessen, wo wir herkommen", sagt Daniel Heinrizi, der Sportliche Leiter der Wölfe. Er war im Sommer nach acht Jahren in Bad Nauheim nach Freiburg gewechselt. "Man lässt Trainer Peter Russell und mir im sportlichen Bereich freie Hand. Da macht’s natürlich Spaß zu arbeiten." Mit Tim Talhoff (Ex-Geschäftsstellenleiter EC, jetzt Mitglied der Geschäftsführung beim EHC) und den Profis Garret Pruden, Nico Kolb und Erik Betzold stehen weitere Ex-Teufel in Freiburg unter Vertrag. Der Schlüssel: "Wir haben eine eingeschworene Truppe", sagt Heinrizi. Mit dem 27-jährigen Brett Bulmer wurde in Freiburg ein fünfter Kontingentspieler verpflichtet, der am Sonntag anstelle des angeschlagenen Topscorers Luke Pither auflaufen wird.

Das sagt Matthias Baldys, sportlicher Leiter beim EC: "Wir können die Playoff-Teilnahme aus eigener Kraft schaffen. Der Sieg gegen Weißwasser hat Selbstvertrauen gegeben. Ravensburg und Freiburg haben einen Lauf, aber wir werden gut vorbereitet sein."

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