EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim winkt Viertelfinal-Serie gegen Frankfurt

  • Michael Nickolaus
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Platz sechs soll verteidigt werden: Dann winkt dem EC Bad Nauheim eine Viertelfinal-Serie gegen Frankfurt. Allerdings: Jetzt fällt ein weiterer Verteidiger »auf unbestimmte Zeit« aus.

Wird’s denn tatsächlich Platz sechs zum Hauptrundenabschluss? Winkt tatsächlich eine Viertelfinal-Serie mit den Löwen Frankfurt? In der Wetterau wird vom Playoff-Aufeinandertreffen mit aktuellen Titelträger der Deutschen Eishockey-Liga 2 geträumt; gerade nach drei Siegen in den vier direkten Saisonduellen. »Der Geschäftsführer würde sich sicher freuen. Zuhause ein volles Stadion, zum Auswärtsspiel eine kurze Busfahrt. Und die Jungs könnten sogar noch zu Hause essen«, flachst Petri Kujala. Der Trainer des EC Bad Nauheim will sich mit derweil Rechenspielen nicht befassen.

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»Natürlich wäre es eine schöne Sache. Aber erstmal müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Dann sehen wir weiter« Im Klartext: Zwei Punkte aus den beiden Spielen am Freitag bei den Lausitzer Füchse und Sonntag zuhause gegen die Ravensburg Towerstars - und die Roten Teufel würden die Hauptrunde, unabhängig von den Resultaten der Verfolger, mindestens auf Platz sechs beenden. Der Sturz in die Pre-Playoff ist derzeit aber ebenso möglich wie der Sprung auf Position vier; nur zwei Zähler Rückstand. Mit »guten Beinen« wolle man in das Wochenende gehen, sagt Kujala. Mit der Rückkehr von Dennis Reimer in den Trainingsbetrieb wird gerechnet.

Auf nunmehr zehn Siege aus den vergangenen elf Spielen (lediglich unterbrochen von einer Niederlage in Kassel) wurde am Sonntag die Erfolgsserie ausgebaut. Wie schon Mitte Dezember gewann Bad Nauheim nun auch das zweite Duell in Frankfurt; diesmal gar nach regulärer Spielzeit. Die Löwen wirkten insgesamt zu fahrig. Es fehlte oftmals die Zielstrebigkeit. Bad Nauheim punktete in Sachen Wille und Biss. Der Jubel unter den mehr als 800 Gäste-Fans in der ausverkauften Eissporthalle: grenzenlos. Und er übertönte letztlich die Musik, die seitens der Stadion-Regie noch einmal lautstark aufgedreht worden ist, als die Roten Teufel mit ihren Fans den Triumpf feiern wollten.

Erk verletzt

Im Mittelpunkt der Ovationen: Felix Bick, der Torwart, der immer wieder von den Löwen-Stürmern auch nach dem Pfiff im Torraum angegangen wurde, aber kühlen Kopf behielt, und zum anderen Marcel Brandt, der mit seinem Treffer die Partie eröffnet hatte und als einer von am Ende nur noch vier Verteidigern ein immens Pensum leistete; und dies quasi fehlerfrei. Marius Erk, der nominell fünfte Abwehrspieler, stand verletzungsbedingt nicht mehr zur Verfügung, als Bad Nauheim im Schlussabschnitt durch zunehmende aufdrehende Löwen in eine wahre Abwehrschlacht geriet. Mit einer »Kopfverletzung« fällt Erk »auf unbestimmte Zeit« aus, wie die Teufel am Montag kommunizierten.

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Insgesamt sieben Unterzahl-Situationen hatten die Gäste während der 60 Minuten gegen die Mannschaft mit der höchsten Powerplay-Quote zu überstehen. Und es gelang. Wie selbstverständlich ist man angesichts der jüngsten Erfolge geneigt zu sagen. »Mit solchen Serien kann man nicht rechnen. Sie passieren nunmal. Das ist Sport. Wir nehmen das gerne mit«, sagt Kujala. Spiele wie in Freiburg (4:0 am 19. Januar) oder Heilbronn (2:1 am 28. Januar) bezeichnet er als Schlüsselerlebnisse einer langen Saison. »Letztlich hat die Mannschaft ihre Schlüsselspiele allesamt gewonnen und daraus Energie gezogen. An Drucksituationen kann man wachsen oder aber zerbrechen. Wir sind daran gewachsen.«

Dazu kam Marcel Brandt, der Glücksgriff. Vor seiner Verpflichtung Anfang des Monats hatten die Roten Teufel 24 Treffer in 187 Powerplay-Situationen erzielt (Erfolgsquote: magere 12,8 Prozent). Mit Brandt erzielte Bad Nauheim 13 Tore in 37 Überzahl-Situationen, ist also in mehr als jedem dritten Powerplay erfolgreich.

Verteidiger gesucht

Mit Blick auf die (Pre-)Playoffs bemühen sich die Roten Teufel aktuell um die Finanzierung und Verpflichtung eines Verteidigers. Beim letzten Heimspiel wurde im VIP-Raum sowie im Stadion um Unterstützung geworben. Kontakte zu Kandidaten sind geknüpft. »Wir arbeiten daran«, sagt Ortwein. Transferschluss ist am Donnerstag.

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