Hannu Järvenpää
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Hannu Järvenpää

EC Bad Nauheim:

EC Bad Nauheim: Warum Trainer Järvenpää geduldig bleibt und dem Klub Platz-sechs-Potenzial bescheinigt

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Drei Schlüsselpositionen sind noch offen. Trainer Hannu Järvenpää vom EC Bad Nauheim zeigt sich aber geduldig und bescheinigt seiner Mannschaft Potenzial für Rang sechs. - Das Interview zum Einstand.

Hannu Järvenpää hat einst in der National Hockey League gespielt; in den 80er-Jahren für Winnipeg. Er war WM-Torschützenkönig und gewann mit Finnland die Silbermedaille. In seiner skandinavischen Heimat wurden seine Verdienste mit der Aufnahme in die Hall of Fame gewürdigt. Am Montagabend hat sich der 57-Jährige nun erstmals in Bad Nauheim präsentiert; kommunikativ und humorvoll. Die Mannschaft solle ihren Fans Stolz und Freude bringen, sagt Järvenpää, dessen Klubs für schnelles Eishockey bekannt sind. - Das erste Interview mit dem neuen Coach der Roten Teufel.

Hannu Järvenpää, in vier Wochen soll die Saisonvorbereitung auf dem Eis beginnen. Sie haben im Kader noch drei Schlüsselpositionen zu besetzen. Werden Sie da nicht langsam unruhig?

Nein. Überhaupt nicht. Wir haben alles unter Kontrolle. Gerade der Markt an Kontingentspielern mit Qualität ist sehr, sehr groß. Mir ist es wichtig, sicherzustellen, dass der Spieler, dem wir ein Angebot machen, auch wirklich hier spielen will und der Mannschaft helfen möchte. Wenn das noch etwas dauert, dann ist das eben so. Ich bin bereit, noch einige Tage zu warten.

In Bad Nauheim soll Anfang September Eis zur Verfügung stehen. Ein externes Trainingslager ist deshalb nicht geplant. Inwiefern beeinflusst dies das Teambuilding, den Zusammenhalt?

Das ist die Aufgabe von meinem Assistenten Harry Lange und mir. Es liegt an uns, alles perfekt zu planen und zu organisieren und überhaupt keine Fragen aufkommen zu lassen. Aber alle anderen Mannschaften sitzen doch mit uns im gleichen Boot und haben die gleichen Herausforderungen. Primär muss das Ziel sein, das nächste Spiel zu gewinnen. Um aber im großen Bild zu sprechen: Ich denke, wir haben das Potenzial für eine Top-Sechs-Platzierung.

Mit Kelsey Tessier und Cason Hohmann haben sie zwei vergleichsweise kleine Importspieler verpflichtet. Wer wird diesen denn als Bodyguard zur Seite stehen?

Das Regelwerk heute ist ein anderes als noch vor einigen Jahren. Man muss kein körperlicher Riese sein, um Eishockey zu spielen. Wir suchen Spieler, die flink auf den Beinen sind. Wenn der Junge dazu auch noch groß ist, okay. Wenn nicht, dann ist das auch kein Problem. Körpergröße hemmt oftmals die Schnelligkeit. Aber ich verstehe die Fragestellung. (lacht). Und klar.: Wenn’s auf dem Eis einmal ungemütlich wird, dann muss einer aufstehen und vorangehen. Aber ich bin mir sicher, dass wir eine Truppe haben, die das lösen wird.

Sie sind schon vier Wochen vor dem Trainingsstart vor Ort. Möchten Sie Bad Nauheim im Sommer erleben? Wie werden Sie Ihre Tage bis zum Trainingsauftakt gestalten?

Es gibt auch jetzt in diesen Tagen genug zu tun. Und je besser wir uns jetzt vorbereiten, umso stabiler kommen wir am Ende durch die Saison. Da geht’s um Trainingspläne, um Trainingsinhalte, aber auch um Eiszeiten, beispielsweise vor Auswärtsspielen. Was ist nötig? Was nicht? Es geht um sehr viele Detailfragen. Wenn die Spieler eintreffen, dann muss alles fertig sein, so dass sich keiner mehr um etwas kümmern muss und jeder einen klaren Plan hat, den er nur verfolgen muss. Ich will zudem die Zeit nutzen, Spiele aus dem Vorjahr anzuschauen, will wissen, wie sich die Anforderungen von meinem Vorgänger Christof Kreutzer von meinen Ideen unterscheiden, damit ich auch schneller auf die Jungs aus dem Vorjahreskader einwirken kann. Er hat seinen Stil, ich habe meinen Stil. Und wer am Ende richtig liegt, das weiß nur der Eishockey-Gott (lacht). FOTO: MN

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