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Dustin Sylvester erhält aus den Händen von WZ-Sportredakteur Michael Nickolaus die Auszeichnung zum DEL2-Spieler des Monats Januar. Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Warum die direkte Playoff-Qualifikation so wichtig ist

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Der EC Bad Nauheim hat sich so früh wie nie für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert. Der Niederlage gegen Meister Bietigheim kann Trainer Christof Kreutzer auch viel Gutes abgewinnen.

Der EC Bad Nauheim hat sich für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert. Zum dritten Mal in der sechsten Saison nach dem Wiederaufstieg in die Deutsche Eishockey-Liga 2 - und so früh wie nie zuvor! Schon vier Tage vor Abschluss der Hauptrunde. Ein Fakt, der in der ersten Enttäuschung über das Ein-Punkt-Wochenende (1:2 nach Verlängerung in Deggendorf, 3:5 gegen Bietigheim) und nun gesunkenen Chance, vielleicht so mit Heimvorteil starten zu können, schnell einmal vergessen geht.

EC Bad Nauheim: Vier Zähler hinter eigenem Rekord

"Wir haben jetzt Gewissheit, in den Top-Sechs dabei zu sein, können nach vorne schauen, unsere Trainingseinheiten entsprechend steuern und uns vorbereiten. Das ist wichtig", sagt Christof Kreutzer, der Trainer der Roten Teufel, die aktuell noch vier Zähler hinter ihrem eigenen Saisonrekord (88 Punkte in der Spielzeit 2015/16) zurückliegen. Die Viertelfinal-Serien (vier Siege sind dann für ein Weiterkommen erforderlich) beginnen am 15. März, in dreieinhalb Wochen.

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Das Gefühl, Heimspiele zu verlieren, hat man in Bad Nauheim schon ein wenig verdrängt. In der Pressekonferenz begrüßte Moderator Christian Berger die beiden Trainer quasi schon gewohntermaßen und deshalb fälschlicherweise mit der Gratulation zum Sieg der Roten Teufel. Die letzte Niederlage liegt eben lange zurück. "Ja, natürlich ist man erstmal enttäuscht und niedergeschlagen. Andererseits ist gar nicht so verkehrt, mit diesem Gefühl noch einmal konfrontiert zu werden. Nichts geht von alleine. Jeder Sieg muss erarbeitet werden", sagt Kreutzer.

Am Freitag in Deggendorf waren die allenfalls 80 Prozent, die von vielen Spielern gezeigt worden waren, nicht genug. Im Heimspiel gegen Bietigheim wurde den Roten Teufeln spätestens ab dem zweiten Drittel gezeigt, was in einer Playoff-Serie auf sie zukommen könnte; und ein Aufeinandertreffen mit dem Zweitliga-Finalisten der letzten sechs Jahre (drei Titel) ist mit Blick auf das Restprogramm der Top-Sechs-Klub durchaus realistisch.

EC Bad Nauheim: Wunschgegner gibt es nicht

Alle Klubs hätten Vor- und Nachteile. "Man kann sich das immer drehen, wie man das braucht. Ein Wunschgegner gibt es ohnehin nicht", sagt Kreutzer, dessen Team mit den eigenen Waffen, nämlich in Über- und Unterzahl-Formationen, geschlagen wurde. 20 Minuten war seine Mannschaft nach forschem, mutigen Beginn besser; am Ende fehlte die Frische, um den Meister noch einmal wirklich prüfen zu können. Wird sich das Spiel mit einem seit Wochen sehr schlanken Kader rächen? "So wie sich die Mannschaft in der Vergangenheit präsentiert hat, ist mir nicht bange", sagt Kreutzer.

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Am Wochenende fehlten Garret Pruden und Nico Kolb. Mit dem Verteidiger ist am Wochenende (Freitag gegen Crimmitschau, Sonntag in Heilbronn) wieder zu rechnen. Das gibt zugleich die Option, auch einmal mit vier offensiven Kontingentspieler zu agieren. Kolb wiederum soll nach langer Verletzungspause nun in Herne Praxis sammeln. Derzeit sei ihm dort in der Oberliga mehr geholfen, den Anschluss zu finden, als mit einigen wenigen Wechseln gegen Bietigheim.

DEL2: Zehn Kandidaten aus der Oberliga

In der Nacht auf Samstag endete neben der Transfer- auch die Bewerbungsfrist für die DEL und die DEL 2. Gleich zehn Oberligisten - und damit mehr als im Vorjahr - haben ihr Aufstiegs-Interesse bekundet; die sportliche Qualifikation natürlich vorausgesetzt. Neben dem Nord-Klubs aus Hannover (Indians und Scorpions), Duisburg, Essen, Herne und Halle haben sich auch die Süd-Vereine aus Selb, Regensburg und Landshut entsprechend positioniert und eine Bürgschaft in Höhe von 25 000 Euro hinterlegt. Zudem dürfte Vorjahres-Absteiger Rosenheim den Kreis der aufstiegsambitionierten Klubs erweitern.

Eine Etage höher haben sich die Löwen Frankfurt als einziger Zweitligist erneut um eine Aufnahme in die DEL beworben. "Wir betonen es seit längerer Zeit immer wieder gegenüber Sponsoren, Spielern, den Medien und unseren Fans: Wir wollen zurück in die DEL. Dafür werden wir sämtliche uns zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten nutzen. Sollte der Gang in die DEL vor der Wiedereinführung des sportlichen Auf- und Abstiegs 2020/2021 möglich sein, werden wir diese Chance gern wahrnehmen", sagt Stefan Krämer, der Geschäftsführer der Löwen. Ein Wechsel in die DEL ist für Frankfurt nur dann möglich, sollte einer der 14 aktuellen DEL-Klubs aus lizenztechnischen Gründen aus der Liga ausscheiden.

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