EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Mit vier Verteidigern und Notfallplan

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Ein Kraftakt: Körperlich und mental. Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim steckt die frustrierende Niederlage in Kaufbeuren weg und feiert mit nur vier Verteidigern einen Derby-Sieg gegen Kassel.

Von Felix Bick, dem Torwart, gab’s immer wieder einen aufmunternden Klaps; mit dem Schläger oder dem Fanghandschuh. Wieder und wieder hatten sich seine Vorderleute in Schüsse geworfen und diese geblockt; bereits am Boden liegend noch irgendwie verteidigt, den Schläger und - auch wenn’s weh tut - den Körper irgendwie dazwischen geworfen. Ein adventlicher Kraftakt. Am Ende gab’s als Bonus für einen konzentrierten und leidenschaftlichen Auftritt zum Derby-Sieg des EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 gegen Kassel (1:0) einen Shutout zu feiern; für Bick bereits der zweite in nur sechs Einsätzen. Der Frust über die verschenkten Zähler vom Freitag (3:4 nach 3:0-Führung in Kaufbeuren) war für einen Moment vergessen. "Respekt. Das war grandios", sagt Christof Kreutzer, der Trainer. Er war für mutiges Taktieren belohnt worden.

EC Bad Nauheim: Mutige Personalentscheidung

Kreutzer hatte Mike Dalhuisen, der am Freitag zwei Treffer erzielt und an drei Gegentreffern erheblich beteiligt war, draußen gelassen; trotz Verteidiger-Engpass. "Oft kann man das natürlich nicht machen. Wir haben uns Samstag intern ausgetauscht, und ich war der Überzeugung, dass wir das probieren", sagt der Coach der Roten Teufel. Mit Marcel Kahle, Max Brandl und Cody Sylvester gab es zudem drei "Notfall-Verteidiger", um auf mögliche Verletzungen oder Strafzeiten reagieren zu können. Einmal nur wurde es eng, als ein Abwehrspieler auf die Strafbank musste.

EC Bad Nauheim: Hoffnung auf Pruden-Comeback

Ob sich die personelle Situation mit Blick auf das Mammut-Programm rund um den Jahreswechsel (acht Spiele in 17 Tagen) verbessert, ist noch nicht zu prognostizieren. Garret Pruden soll in dieser Woche wieder auf das Eis zurückkehren; Trainingseinheiten ohne Körperkontakt. Dass der 19-Jährige nach seiner Gehirnerschütterung sofort das Tempo aufnehmen und seine Leistung abrufen wird, kann nicht erwartet werden. Nicolas Geitner wird noch einige Tage mehr an Geduld aufbringen müssen.

Bleibt die Hoffnung auf Unterstützung aus Düsseldorf. Johannes Huß, der sich bei seinen sechs Einsätzen in Bad Nauheim sehr stark präsentiert hatte, ist - ebenfalls aufgrund der personellen Lage - im DEL-Kader gesetzt. "Vor Weihnachten werden wir ihn wohl nicht in Bad Nauheim sehen", orakelt Kreutzer.

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Sein Kollege Tim Kehler aus Kassel zeigte sich derweil nach dem Derby enttäuscht. "Energie, Emotionen und Bereitschaft - das war nicht so, wie ich mir das in einem Derby vorstelle. Dass wir ohne Tor geblieben sind, zeigt, dass die Mannschaft nicht bereit ist, hart genug vor dem Tor zu arbeiten, dorthin zu gehen, wo es weh tut." Am Freitagabend noch hatte Kassel den ersten Heimsieg seit Mitte Oktober gefeiert; gegen Top-Klub Ravensburg.

EC Bad Nauheim: Kaufbeuren-Niederlage schnell abgehakt

Kreutzer wiederum war es gelungen, die in ihrer Entstehung abermals so frustrierende Auswärtsniederlage in Kaufbeuren aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen. 30, 35 Minuten lang hatten sich die Roten Teufel im Allgäu nahezu perfekt präsentiert und auch im letzten Abschnitt ordentlich gespielt. Am Ende aber hatten sie doch mit leeren Händen dagestanden. Vergleichbar mit der Woche zuvor in Heilbronn (2:3). "Die Mannschaft besitzt Charakter. Die Jungs sind ehrlich zu sich selbst und sehen ihre Fehler ein. Auf der anderen Seite hat uns die Partie in Kaufbeuren ja auch sehr viel Positives gezeigt. Und ich denke, wir dürfen genug Selbstbewusstsein haben, so dass uns das Positive weiter bestärkt", sagt Kreutzer.

Ein Wermutstropfen: Im zehnten Heimspiel gegen Kassel seit dem Wiedersehen in der DEL 2 wurde erstmals die Marke von 3000 Zuschauern verpasst. Ein Erklärungsansatz. Mit Weihnachtsmärkten am Adventssonntag und dem Heimspiel von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt war die Konkurrenz groß. Allerdings: Die starken Leistungen der Roten Teufel (vielleicht gerade auswärts nicht immer das Ergebnis) hätten mehr Zuschauer verdient gehabt.

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