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Die entscheidende Szene: Radek Krestan (l.) hat den Puck im Tor der Kasseler versenkt, seine Vorbereiter um Goldhelm Dustin Sylvester (vorn, r.) freuen sich mit ihm, während Goalie Leon Hungerecker geschlagen am Boden liegt. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Ein Tor und viel Leidenschaft reichen zum Sieg im Hessen-Derby

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"Hessens wahre Liebe" schallte es von den Rängen des Colonel-Knight-Stadions in der Schlussphase des Hessen-Derbys. Der EC Bad Nauheim gewinnt mit 1:0 gegen die Kassel Huskies.

Es lief die 30. Minute, als Radek Krestan das entscheidende Tor im dritten Hessen-Derby der Saison zwischen dem EC Bad Nauheim und den Kassel Huskies erzielen sollte. Der Stürmer nutzte auf Vorlage der beiden Sylvester-Brüder Dustin und Cody eine 5:3-Überzahl der Wetterauer aus, als er den Puck platziert im Tor der Gäste unterbrachte. Torhüter Leon Hungerecker musste sich geschlagen geben.

Sein Gegenüber Felix Bick feierte unterdessen seit seiner Rückkehr zum EC Bad Nauheim vor gut zwei Wochen bereits seinen zweiten Shootout und durfte sich mitsamt seiner aufopferungsvoll kämpfenden und nur vier Spieler umfassenden Abwehr im Anschluss von den 2903 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion feiern lassen. Nach der Auftaktniederlage vor heimischer Kulisse und dem Sieg in Nordhessen drehte der EC zum Start der Rückrunde in der Deutschen Eishockey-Liga 2 den Spieß im prestigeträchtigen Duell mit den Schlittenhunden damit endgültig um.

EC Bad Nauheim: James Livingston spielt als vierter Ausländer anstelle von Mike Dalhuisen

"Wir haben heute sehr viel Energie gehabt. Unsere Verteidiger haben ein grandioses Spiel gemacht. Natürlich kann man das mit vier Verteidigern nicht auf Dauer machen, aber die Jungs haben noch Saft im Tank, haben heute eine große Leistung gezeigt und waren vor allem in Unterzahl unglaublich", sagte ein zufriedener Bad Nauheimer Trainer Christof Kreutzer im Anschluss an den knappen Heimerfolg. Im Vergleich zur 3:4-Niederlage am Freitag in Kaufbeuren hatten die Kurstädter zwar nominell fünf Verteidiger aufgeboten, doch Marcel Kahle nahm lediglich seine Rolle in der Unterzahlformation wahr, für den Niederländer Mike Dalhuisen spielte erstmals seit der Verpflichtung von Zach Hamill wieder James Livingston im Sturm. "Er war sehr geduldig in den letzten Wochen und hat sich seine Chance verdient", begründete den Kreutzer "Livis" Einsatz.

Seine Mannschaft hatte über weite Strecken einer sehr ausgeglichenen und an Höhepunkten eher armen Partie leichte Vorteile, war jedoch vor dem Tor ebenso wenig zwingend wie die Gäste. Das hatte auch einen Grund: Beide Defensivreihen standen fast tadellos, richtig gefährlich wurde es meist nur nach Fehlern – und allen war anzumerken, dass sie auf keinen Fall dasjenige Team sein wollten, dass den entscheidenden Fehler macht. So musste Bick erst nach zehn Minuten zum ersten Mal wirklich eingreifen, sein Gegenüber hatte zu diesem Zeitpunkt zwar schon etwas mehr zu tun gehabt, richtig gefährlich war es allerdings nur im Powerplay durch eine Chance von Krestan geworden (7.). Die beste Chance des ersten Drittels vergab sein Sturmpartner Andrej Bires, als er nach einem Schuss von Denis Shevyrin den Abpraller über das Lattenkreuz drosch (16.).

EC Bad Nauheim: Entscheidendes Tor fällt in doppelter Überzahl für die Hausherren

Die spielentscheidende Szene passierte Mitte des zweiten Durchgangs: Kassels auffälliger Neuzugang Sebastian Silvestre hatte nach einem Frustfoul seine zweite Zwei-Minuten-Strafe binnen drei Minuten bekommen, als der Huskies-Keeper wegen Beinstellens ebenfalls bestraft wurde – und der EC für 1:49 Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis stand. Doch so lange brauchte die Kreutzer-Truppe nicht, um etwas Zählbares daraus zu machen: das 1:0 (30.).

Diesen Vorsprung sollte das Team um den verdientermaßen zum "Spieler des Spiels" gewählten Steve Slaton in der Abwehr bis zum Ende verteidigen, wenngleich gerade im letzten Drittel auch etwas Scheibenglück dabei war. "Das war allererste Sahne, wie die Jungs diesen Sieg über die Zeit gebracht haben, ohne sich nur hinten reinzustellen", zollte Kreutzer seinem Team Respekt.

Sein Gegenüber Tim Kehler war "enttäuscht" vom Auftritt seiner Mannschaft, die Energie und Emotionen habe vermissen lassen und die nicht oft genug dorthin gegangen sei, wo es weh tue, um sich Chancen herauszuspielen.

EC Bad Nauheim: Das Hessen-Derby gegen die Kassel Huskies auf einen Blick

Bad Nauheim: Bick – Ketter. Shevyrin, Slaton, Stiefenhofer, Kahle – Hadraschek, Brandl, Reimer, Dustin Sylvester, Bires, Krestan, Cody Sylvester, Livingston, Hamill, Ratmann.

Kassel: Hungerecker – Woidtke, Reiß, Dinger, Little, Müller, Heinrich, Kraus – Ritter, Mueller, Trivino, Meilleur, Sylvestre, Povorozniouk, Christ, Carciola, Gron, Busch, Schirmacher, Hennig.

Im Stenogramm / SR: Holzer/Schmidt. – Zuschauer: 2903. – Tore: 1:0 (30.) Radek Krestan (Cody Sylvester, Dustin Sylvester – 5:3). – Strafzeiten: 10 Minuten/10 Minuten.

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