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Anfang September noch Gegner, am Freitag Teamkollegen: Tyler Fiddler (links) und Maximilian Glötzl. Der 17-jährige Verteidiger aus Köln kommt heute erstmals als Förderlizenzspieler beim EC Bad Nauheim zum Einsatz.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Ein Verteidiger gibt gegen Bayreuth sein Debüt

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Der EC Bad Nauheim trifft am Freitag auf die Bayreuth Tigers und viele bekannte Gesichter. Die Teufel können gar von der Tabellenführung träumen.

Ja, warum denn eigentlich nicht? Der EC Bad Nauheim könnte am Freitagabend die Tabellenspitze der Deutschen Eishockey-Liga 2 übernehmen. Natürlich: Ein bisschen Schützenhilfe ist schon notwendig. Die Roten Teufel eröffnen eine Serie von drei Heimspielen in Folge mit der Partie gegen die Bayreuth Tigers (19.30 Uhr); fast schon eine Filiale der Hessen. In der Tabelle liegen aktuell Freiburg (heute in Heilbronn), Bietigheim (zuhause gegen Landshut) und Bad Tölz (in Kaufbeuren) auf den Top-Drei-Positionen und für den Klub aus Wetterau bei maximal zwei Zählern Abstand in Reichweite. Zuletzt war Bad Nauheim nach dem Auftaktspiel der Saison 2017/18 für zwei Nächte an der Spitze. Das ist mehr als zwei Jahre her. "Ja, das ist sicherlich ganz nett anzuschauen, letztlich aber ohne große Bedeutung. Mir ist lieber, wenn wir am Saisonende ganz vorne stehen", sagt Christof Kreutzer, der Trainer der Roten Teufel mit einem Schmunzeln.

Welche Konsequenzen hat der Langzeitausfall von Kölns Verteidiger Moritz Müller für Bad Nauheim?Simon Gnyp ist am Mittwochabend prompt in die Domstadt gefahren. Die Förderlizenz-Verteidiger wird im DEL-Kader gebraucht. Dafür hat Kooperationspartner Köln Maximilian Glötzl nach Bad Nauheim geschickt. Der 17-jährige U-Nationalspieler aus dem Nachwuchskader wird heute seine ersten Eiszeiten im Profi-Eishockey erhalten. Ob Gnyp nun perspektivisch in Köln bleibt, ist noch offen. Sollte Dominik Tiffels, ein weiterer verletzter Verteidiger, den Rheinländern wieder zur Verfügung, ist wieder mit Gnyp zu rechnen. Darüberhinaus haben die Roten Teufel auf dem Spielermarkt noch keine passende Alternative für den verletzten Aaron Reinig gefunden.

Welche Erkenntnisse haben die beiden Vorbereitungsspiele mit Bayreuth gebracht?Christof Kreutzer warnt: "Das wird kein Selbstläufer. Die Mannschaft der Tigers ist nicht mit dem Team aus dem Vorjahr zu vergleichen. Zuhause sind wir vielleicht favorisiert, müssen aber von Beginn an hellwach sein." Ihr Testspiel vor eigenem Publikum hatten die Roten Teufel verloren (1:2/es war der dritte Test binnen drei Tagen), eine Woche später in Bayreuth dann aber mit 5:4 nach Penaltyschießen gewonnen.

Wie groß ist die "Teufel-Filiale" in Bayreuth?Das fängt auf der Trainerbank an. Petri Kujala ist Chef-Coach der Tigers. Vier Jahre lang hatte der Finne die Roten Teufel betreut. Als Co-Trainer an seiner Seite: Mikko Rämö, "The Wall". Der Torwart hatte sich in Bad Nauheim in die Herzen der Fans gespielt. Nicklas Mannes ist Kujala im letzten Herbst nach Bayreuth gefolgt. Der Verteidiger - damals bei Kooperationspartner Düsseldorf unter Vertrag - hatte in Bad Nauheim nicht an die Leistungen aus dem Vorjahr angeknüpfen können, nun aber in Bayreuth zu alter Stärke gefunden. Mit Juuso Rajala und Nico Kolb sind zwei weitere ehemalige Teufel ihrem Trainer nach Bayreuth gefolgt.

Kurios: In drei von vier Hauptrundenspielen sind die Stürmer ohne Torerfolg geblieben. Treffer erzielten nur die Verteidiger. Zuletzt glich das Offensivspiel einem Offenbarungseid (1:4 in Bietigheim, 0:2 gegen Freiburg). Nach verheißungsvollem Saisonstart ist eine gewisse Ernüchterung eingekehrt. Verlängert bis zur Länderspielpause wurde der Tryout-Vertrag mit Roni Rukajärvi. Er soll nach dem Ausfall von Martin Heider die Defensive stabilisieren.

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