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Die Entscheidung: Zach Hamill (am Boden) trifft zum Abschluss einer verrückten Partie zum 7:6-Endstand. Für den Kanadier war’s der dritte Treffer an diesem Abend.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Ein verrückter Derby-Sieg

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Der EC Bad Nauheim feiert einen 7:6-Erfolg nach Verlängerungen gegen die Löwen Frankfurt, die bereits nach 20 Minuten mit drei Treffern geführt hatten.

(mn). Einen solch verrückten Eishockey-Abend hat Bad Nauheim schon lange nicht mehr erlebt. Insgesamt 13 Tore, allein sechs Treffer im Powerplay, zwei (Löwen-Tore) in Unterzahl, ein defensiver Blackout, eine spektakuläre Aufholjagd, eine Achterbahnfahrt der Emotionen - und ein Happyend für die Roten Teufel. Der EC Bad Nauheim feiert vor 3748 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion einen 7:6 (2:5, 1:0, 3:1/1:0)-Erfolg gegen die Löwen Frankfurt; nach einem Drei-Tore-Rückstand zur ersten Pause, in einer Partie mit vielen Fehlern auf beiden Seiten, aber auch mit ordentlich Feuer drin. Dreifacher Torschütze der Roten Teufel war Zach Hamill, der schließlich auch den spielentscheidenden Treffer erzielen konnte. Außerdem trafen Andreas Pauli, Andrej Bires, Cody Sylvester und Daniel Stiefenhofer.

"Diese Niederlage brennt wie die Hölle. Wir haben zu viele dumme Strafen genommen. Aber wir müssen jetzt nach vorne schauen", sagt Löwen-Trainer Matti Tillikainen, während Christof Kreutzer, der Coach der Roten Teufel, meinte: "Ein Spiel ist nicht vorbei, bevor es nicht beendet ist. Wir haben im ersten Abschnitt Fehler gemacht, die wir sonst nicht machen und mussten uns in der Pause sammeln und neu ausrichten. Wir wussten, dass wir noch 40 Minuten Zeit haben, um uns das Spiel zurückzuholen. Für einen Trainer sind die vielen Gegentore nicht schön. Für die Fans war’s ein Spektakel."

Die Partie hatte zwei prägende Phasen: zuerst die zweite Hälfte des ersten Durchgangs. Bad Nauheim hatte gut begonnen, konnte mal einen Führungstreffer (Andrej Bires) erzielen, kassierte dann aber sage und schreibe fünf (!) Gegentore binnen neun Minuten; darunter sogar zwei Gegentore bei eigener Überzahl. Zudem: Nur neun Sekunden nachdem Hamill den 2:4-Anschluss hergestellt hatte, trafen die Löwen zum 2:5 (19.). Das war nicht zu fassen! Felix Bick, Ex-Löwe im Tor der Roten Teufel, wurde von den Gäste-Fans mit Schmährufen bedacht. Von vielen waren die Hausherren zur ersten Pause schon abgeschrieben worden.

Der Auftritt in den zweiten 20 Minuten erstaunte dann umso mehr. Bad Nauheim zeigte sich vom Rückstand unbeeindruckt und steckte auch die weiteren Nackenschläge weg. Cody Sylvester beispielsweise hätte mit einem Penalty in der 21. Minute ein Zeichen setzen können, scheiterte aber an Torwart Patrick Klein. Immerhin verkürzte Andreas Pauli, und die Gastgeber waren zur zweiten Pause beim 3:5 noch im Spiel.

Die zweite, nun entscheidende Phase: die Schlussminuten. Bad Nauheim schien bei seiner Aufholjagd einfach viel zu viele, teils sehr, sehr gute Chancen liegengelassen zu haben und hatte nach dem Anschluss durch Stiefenhofer gerade das scheinbar wegweisende Gegentor zum 4:6, den nächsten Nackenschlag, bekommen (49.). Das schien’s dann wohl gewesen zu sein. Die Löwen leisteten sich fortan aber zu viele kleinere Undiszipliniertheiten und Hinausstellungen, was die nimmermüden Stehaufmännchen aus der Kleinstadt beflügeln sollte. Und tatsächlich: Vier Minuten vor Schluss war Bad Nauheim nun schon zum zweiten Mal auf einen Treffer herangekommen (Hamill). 78 Sekunden vor der Sirene erzielten die Hausherren gar den Ausgleich (Sylvester), und als sich in der anschließenden Verlängerung noch einen Wechselfehler erlaubt hatten, bestrafte dies Hamill gar mit dem 7:6. Für Bad Nauheim war’s der dritte Treffer binnen sechs Minuten - und der Beginn der großen Party.

EC Bad Nauheim: Bick - Kokkila, Sekesi, Ketter, Stiefenhofer, Slaton, Heyer, Gnyp - Pauli, Fiddler, Bires, Sylvester, Hamill, Ratmann, Strodel, El-Sayed, Kahle, Betzold, Bindels, Cornett.

Löwen Frankfurt: Klein - Hüttel, Suvanto, Faber, Wirth, Delisle, Erk, Roach - Ranta, Mitchell, MacAuley, Lewandowski Buchwieser, Koziol, Schinko, Proft, Fischer, Magnus Eisenmenger, Mieszkowski, Vogt.

Steno / Tore: 1:0 (3.) Bires (Fiddler, Sekesi), 1:1 (9.) Ranta (Mitchell, MacAuley - 5-4), 1:2 (13.) Mitchell (Hüttl - 4-5), 1:3 (15.) MacAulaey (Mitchell - 4-5), 1:4 (17.) Buchwieser (Faber - 5-4), 2:4 (18.) Hamill (Sylvester, Ratmann), 2:5 (19.) Buchwieser (Koziol, Lewandowski), 3:5 (27.) Pauli (Ratmann, Sylvester - 5-4), 4:5 (43.) Stiefenhofer (Kokkila - 5-4), 4:6 (49.) Lewandowski (Faber), 5:6 (57.) Hamill (Bires, Sylvester - 5-4), 6:6 (59.) Sylvester (Pauli, Kokkila - 6-5), 7:6 (62.) Hamill (4-3). - Schiedsrichter: Lenhart/Apel. - Strafminuten: Bad Nauheim 10, Frankfurt 18. - Zuschauer: 3748.

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