Neuer Kanadier

EC Bad Nauheim verpflichtet Mike McNamee

  • Michael Nickolaus
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Mike McNamee besetzt die vierte Kontingentstelle beim Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim. Der 24-Jährige spielte in den letzten vier Jahren für die Carleton University.

Im Februar gewann der Mittelstürmer mit Team Kanada die Bronzemedaille bei der Universiade in Almaty (Kasachstan), beendete die Saison bei Syracuse Crunch in der American Hockey League (AHL) und wird in der Wetterau seine Profi-Karriere starten. Gerade der Wechsel von der Universität direkt in die AHL habe ihn von anderen Kandidaten unterschieden und die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt, sagt Petri Kujala, der Trainer der Roten Teufel, über seinen Mittelstürmer. »Ein Spielmacher-Typ. Technisch und läuferisch stark. Er will in Europa Karriere machen und bringt alles mit, um eine Schlüsselrolle bei uns zu übernehmen.«

137 Punkte aus 105 Spielen in der höchsten Universitätsliga kann McNamee für sich sprechen lassen. In allen vier Jahren an der Hochschule in der kanadischen Hauptstadt Ottawa zählte McNamee zu bei beiden Topscorern seiner Mannschaft. Zuletzt wurde er aufgrund seiner Leistungen für das All-Canadian-Firstteam aufgestellt. Warum er sich für Europa entschieden hat: »Ich werde im Oktober 25 Jahre alt; und in diesem Alter ist es schwer, in den nordamerikanischen Ligen Fuß zu fassen«, sagt er gegenüber der WZ-Redaktion. »Ich habe mich ein bisschen umgehört, und Europa schien mir die beste Option.

Bad Nauheim hat großes Interesse gezeigt, und ich bin sehr dankbar, dass ich diese Chance bekomme, um mich hier zu beweisen.« Brent Norris, zuletzt hinter McNamee zweitbester Scorer der Carleton University, wechselt ebenfalls nach Deutschland, zum Oberligisten Waldkraiburg, während Matthieu Pompei, McNamee-Teamkollege während der Universiade, bei DEL 2-Konkurrent Ravensburg per Probevertrag bis zum Saisonstart die Gelegenheit erhält, sich für einen Kontrakt über die komplette Saison zu empfehlen. »Ja, natürlich ist es schön, das eine oder andere vertraute Gesicht immer mal wieder zu sehen«, sagt McNamee, der im Sommer unter anderem mit Kindern und Jugendlichen auf dem Eis steht, und zunächst einmal alleine nach Bad Nauheim kommen wird.

Die Universiade bezeichnet McNamee, der Psychologie studiert hat, als »spezielle Erfahrung«. Es sei »großartig, das Heimatland zu repräsentieren.« Erfahrungen auf Eisflächen nach olympischem Standard hat der Mittelstürmer bereits während einer Europa-Tour 2016 mit der Hochschule gesammelt; unter anderem war die Mannschaft in Peiting zu Gast. »Anfangs wird das sicher eine Umstellung, aber ich freue mich sehr auf diesen neuen Abschnitt im Leben«, sagt der 1,83 Meter große und 81 Kilogramm schwere Linksschütze.

Die Roten Teufel verlassen damit erstmals nach dem Aufstieg ihren Weg und setzen - wie zuletzt im Falle Martin Lee (2012) - auf einen Kontingentspieler am Anfang seiner Profi-Karriere. Den Begriff »Billig-Lösung«, will Kujala in diesem Zusammenhang nicht akzeptieren und spricht viel mehr von einer »Win-win-Situation«. »Natürlich kostet ein Spieler in seinem ersten Jahr nicht so viel. Aber das Geld hat hier nicht die entscheidende Rolle gespielt, sondern das Gefühl, den richtigen Spieler ausgewählt zu haben.« Zudem habe auch die Vergangenheit gezeigt, dass Namen, Lebensläufe und Punkte alleine keine Garantien seien. Auch der Wechsel, weg von skandinavischen und osteuropäischen Spielern hin zu Nordamerikanern, sei zufällig. »Ich habe nicht nach Nationalitäten gesucht. Aber es ist sicher richtig, dass Nordamerikaner aus der Tradition heraus gut nach Bad Nauheim passen«, sagt Kujala.

Kooperieren werden die Roten Teufel wie schon im Vorjahr im dem Oberligisten Essen. Aus dem Kader des Vorjahres-Halbfinalisten werden Verteidiger Oliver Granz sowie die Stürmer Niclas Hildebrand und Dominik Lascheit für Bad Nauheim lizenziert. Umgekehrt könnten Abwehrspieler Marius Erk sowie die Angreifer Nico Kolb und Maurice Keil für Essen auflaufen. Einen neuen Klub hat derweil Tom Pauker gefunden. Der 23-Jährige wechselt zum Süd-Oberligisten Weiden.

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