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Trainer Christof Kreutzer (links) und sein Assistent Harry Lange sind angesichts der Ausfälle von Mike Card und Tyler Fiddler zu Umstellungen gezwungen. Foto: Chuc

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Zu Veränderungen gezwungen

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Der EC Bad Nauheim geht ohne Mike Card und Tyler Fiddler ins Wochenende. Und auf den Trainermarkt kommt Bewegung.

Dresden konnte am Sonntag auch im zweiten Anlauf in diesem Winter nicht bezwungen werden. Bad Tölz am Dienstag ebenso wenig. Am Freitag geht es für den EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 nach Heilbronn. Die Falken sind die dritte und damit letzte noch verbliebene Mannschaft, gegen die die Roten Teufel in dieser Saison noch ohne Sieg dastehen. Mit einem 1:7 hatte das erste Saisonduell geendet; mit der höchsten Niederlage der Hessen in der Spielzeit 2019/20. Am Sonntag (18.30 Uhr) sind dann die Lausitzer Füchse im Colonel-Knight-Stadion in Bad Nauheim zu Gast.

Wie sieht’s personell aus?Mike Card wird am Wochenende nicht spielen. Mit ihm fehlt neben Tyler Fiddler eine zweite zentrale Figur im Teamgefüge, was natürlich auch personelle Bewegung in die zuletzt schwache Über- und Unterzahl-Formationen bringt. "Wir sind zu Veränderungen gezwungen. Das bietet zugleich auch neue Chancen", versucht Kreutzer der Lage das Positive abzugewinnen. Aktuell, das bestätigte sich auch am Dienstag beim 0:4 in Bad Tölz, fehlt der Mannschaft im Powerplay auch das Selbstvertrauen, wird oftmals zu kompliziert gespielt. Statistisch ist derzeit kein Team in der Kombination Über- und Unterzahl schlechter als der EC Bad Nauheim.

Förderlizenz-Stürmer Dani Bindels, der verletzungsbedingt zwei Spieler verpasst hatte, wird den Kader ergänzen. Verteidiger Niklas Heyer bleibt derweil in Köln, um die U 20 - derzeit Tabellenführer der Deutschen Nachwuchs-Liga - im Derby mit Düsseldorf und dem Topspiel gegen Serienmeister Mannheim zu unterstützen.

Was zeichnet die Heilbronner Falken aus?Der Teamgeist zum einen, die Mischung zwischen Jung und Alt zum anderen. Die Talente aus Mannheim - allen voran der 19-jährige Yannik Valenti (mit 13 Treffern erfolgreichster Torschütze) - sind mehr als nur Ergänzungsspieler. 90 Treffer haben die Falken in 22 Spielen erzielt; keine andere DEL2-Mannschaft hat öfter getroffen. Topscorer mit 33 Punkten ist Dylan Wruck, der vom DEL-Klub Straubing nach Heilbronn gewechselt war. Kürzlich ist zudem bei Ian Brady der Knoten geplatzt. Der US-amerikanische Verteidiger wird immer stärker, hat schon siebenmal getroffen. Der Erfolg macht sexy. In Heilbronn konnte der Zuschauerschnitt gegenüber der Vorsaison um rund 250 Fans pro Spiel gesteigert werden. Fehlen wird am Freitag Michael Knaub. Der Strafbank-König der DEL2 ist gesperrt.

Warum fehlt den Lausitzer Füchsen die Konstanz?Die Leistungen sind schwankend. In Weißwasser sieht man sich nach der starken Vor-Saison eigentlich weiter vorne in der Tabelle. Von den letzten sieben Spielen konnten die Füchse nur zwei Partien gewinnen. Vorne fehlt der Mannschaft die Gradlinigkeit, vieles wirkt zu verspielt. In der Abwehr wird Joel Keussen vermisst. Der Ex-Teufel plagt sich mit Bandscheibenproblemen und fällt aus. Offen ist, ob der US-amerikanische Torwart Mac Carruth am Wochenende wieder mitwirken kann. Nach einem Zusammenprall mit Brett Breitkreuz am Sonntag hatte der Keeper das Derby am Dienstag in Crimmitschau (3:6) verpasst. Sein Stellvertreter ist Maximilian Franzreb.

Tut sich da etwas in der Trainer-Frage?Erst Bietigheim, jetzt Frankfurt. Dazu kommen vielleicht künftig Klubs wie Schwenningen oder Iserlohn aus der DEL. Der Trainermarkt ist in Bewegung, und die Zeit des Abtastens und Vorfühlens im personellen Bereich beginnt traditionell spätestens mit der Adventszeit. Der Vertrag der Roten Teufel mit Christof Kreutzer läuft zum Saisonende aus; ebenso wie die Vereinbarungen mit nahezu sämtlichen Spielern, die langsam anklopfen beziehungsweise kontaktiert werden müssen. "Ganz grundsätzlich plane ich - und so führe auch die Gespräche - erstmal so, als wenn ich hier wäre. Alles andere würde ja auch keinen Sinn ergeben", sagt Kreutzer, der sich bezüglich seiner Zukunft nicht in die Karten schauen lässt. Die jüngsten Erfolge des EC Bad Nauheim werden der Konkurrenz allerdings nicht verborgen geblieben sein. "Wir sind im engen Austausch mit unserem Trainer-Team, und ich denke, dass beide Seiten wissen, was sie aneinander haben", sagt Andreas Ortwein, der Geschäftsführer, auf Nachfrage unserer Redaktion. Angesichts der Termin-Hatz der kommenden Woche wird sich eine Entscheidung sicherlich noch bis in den Januar hinziehen.

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