Auf Wolke sieben

EC Bad Nauheim triumphiert in Frankfurt

  • Michael Nickolaus
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Jetzt auch noch Frankfurt. Ein Sieg bei den Löwen, beim Meister der Deutschen Eishockey-Liga 2. Der EC Bad Nauheim schwebt nach dem 3:2-Erfolg auf Wolke sieben.

Mit 3:2 (2:1, 1:1, 0:0) gewannen die Roten Teufeln am Sonntagabend in der mit 6770 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle am Ratsweg. Der dritte Saisonerfolg gegen den Rivalen vom Main. Mit einem Vorsprung von fünf Zählern auf Verfolger Dresden geht die Mannschaft von Petri Kujala in das abschließende Hauptrunden-Wochenende, in dem Rang sechs, die direkte Viertelfinal-Qualifikation, verteidigt werden soll.

Angetrieben von rund 800 mitgereisten Fans aus der Wetterau profitierten die Gäste einmal mehr von einem Doppelschlag; diesmal durch Marcel Brandt (3.) und Andreas Pauli (5.). Das Siegtor konnte sich Marvin Ratmann gutschreiben lassen (35.). Die Über- und Unterzahl-Formationen hatten den Unterschied ausgemacht. Bad Nauheim nutzte eines von drei Powerplays, Frankfurt blieb in sieben Versuchen ohne Tor. »Ein Riesenlob an die Mannschaft. Gefühlt haben wir 80 Minuten lang Unterzahl gespielt und ebenso viele Schüsse auf das Tor bekommen«, sagt Petri Kujala, der Trainer.

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Das Thema vor Spielbeginn: der Einsatz von James Livingston. Der Kanadier hatte am Freitag seine dritte Disziplinarstrafe der laufenden Saison erhalten, was automatisch eine Sperre nach sich zieht. Allerdings: Wie Andreas Ortwein, der Geschäftsführer der Roten Teufel, aufklärte, sei die Spieldauer-Strafe aus dem Ravensburg-Spiel nachträglich formell gestrichen worden. Livingston spielte. Bad Nauheim trat unverändert an. Bei den Löwen fehlten gegenüber der Freitag-Niederlage in Kassel die Ex-DEL-Verteidiger Tim Schüle (gesperrt) und Max Faber (krank).

Drei Schüsse, zwei Tore. Und das nach gerade einmal fünf Minuten. Die Roten Teufel erwischten einen famosen Start. Bad Nauheim nutzte eine frühe Überzahlsituation durch Marcel Brandt, der Anti Karjalainen mit einem Handgelenkschuss überraschte, zur Führung (3.). Nur 1:19 Minuten später lag die Scheibe bereits zum zweiten Mal hinter dem finnischen Riesen zwischen den Löwen-Pfosten im Netz. Einen wahren Brandt-Hammer bekam Karjalainen nicht zu fassen, und Andreas Pauli stand goldrichtig – Bad Nauheim führte mit zwei Treffern, konnte ein weiteres Powerplay allerdings nicht nutzen. Es entwickelte sich ein Auftaktdrittel, wie es – angesichts der vielen Offensivszenen auf beiden Seiten (!) – munterer kaum hätte sein können. In Minute 10 hatten die Gäste noch Glück, als eine umstrittene Szene nach Ansicht der Videobilder zu ihren Gunsten entschieden worden war. Zwei Minuten später fälschte Marius Erk unglücklich einen Pistilli-Schlenzer von der blauen Linie ins eigene Netz. Frankfurt verkürzte.

Im zweiten Abschnitt machten sich die Roten Teufel dann selbst das Leben schwer. Gleich fünf (!) intensive Unterzahlsituationen (meist überflüssig in der Entstehung) waren zu überstehen, phasenweise mit zwei Spielern weniger. Für Frankfurt die Chance zur Weichenstellung. Allerdings: Bad Nauheim verteidigte mit großem Herz und Ehrgeiz – und hinten hielt Felix Bick, dessen Leistung bei den Hausherren sicher mit ganz besonderem Interesse verfolgt wurde. Auch bei den Löwen soll der Keeper der Teufel für die kommende Saison auf der Kandidatenliste stehen. Die Gäste nutzten ihre einzige echte Torchance, um durch Marvin Ratmann kurzzeitig zu erhöhen (35.). Die Antwort der Hausherren durch Martin Schymainski folgte prompt (36.).

Das letzte Drittel entwickelte sich zu einer wahren Abwehrschlacht, zumal Marius Erk nun angeschlagen zuschauen musste. Bad Nauheim stemmte sich mit den letzten Reserven gegen die Löwen und wirkte inzwischen auch angestachelt durch die Entscheidungen der Unparteiischen, die die Frankfurter Angriffe auf Bick nicht unterbanden. Frankfurt allerdings fehlte die Kaltschnäuzigkeit und brachte nicht die gleiche Leidenschaft mit, um den Ausgleich noch zu erzwingen.

Steno: 0:1 (3.) Brandt (5-4), 0:2 (5.) Pauli (Brandt, Frosch), 1:2 (12.) Pistilli (Brett Breitkreuz), 1:3 (35.) Ratmann (Lange, Meisinger), 2:3 (36.) Schymainski (Jarrett, Seeger). – Schiedsrichter: Fischer/Naust. – Strafminuten: Frankfurt 6, Bad Nauheim 24. – Zuschauer: 6770 (ausverkauft).

Löwen Frankfurt: Karjalainen - Dronia, Card, Stephan, Yorke, Gläßl, Tiffels - Brett Breitkreuz, Stretch, Pistilli, Liesegang, Koziol, Clarke Breitkreuz, Schymainski, Jarrett, Dumont, Seeger, Valentin.

EC Bad Nauheim: Bick - Brandt, Mannes, Ketter, Erk, Slaton - Niederberger, Sylvester, Frosch, Krestan, McNamee, Livingston, Lange, Meisinger, Ratmann, Pauli, Kolb, Bettahar.

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