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Gänsehaut-Atmosphäre: Max Brandl und der EC Bad Nauheim hoffen, zum Hauptrundenabschluss Platz vier und den Playoff-Heimvorteil erkämpfen zu können. (Foto: Chuc)

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EC Bad Nauheim: Wie Trainer Kreutzer die höchste Saisonniederlage erklärt

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Vor dem letzten Hauptrunden-Wochenende kommen für den EC Bad Nauheim noch zehn Playoff-Gegner infrage. Zuletzt gab's einen Dämpfer. Trainer Christof Kreutzer erklärt die höchste Saisonpleite.

Das ist absolut irre! Vor dem letzten Hauptrunden-Wochenende der Deutschen Eishockey-Liga 2 sind die Punktabstände an vielen Stellen der Tabelle derart gering, dass aktuell gleich zehn (!) der 13 Konkurrenten als Playoff-Viertelfinal-Gegner für den EC Bad Nauheim infrage kommen. Theoretisch ist für die Roten Teufel gar Platz eins möglich, in der Praxis kämpft die Mannschaft von Trainer Christof Kreutzer in den Spielen gegen Kaufbeuren (Freitag, 19.30 Uhr, Colonel-Knight-Stadion) und in Bayreuth (Sonntag, 18.30 Uhr) um den Sprung auf Rang vier. Angesichts der deutlich schlechteren Tordifferenz müssten die Hessen vier Punkte auf Ravensburg oder den um einen Treffer besser platzierten Meister Bietigheim (Rang-Dritter) gutmachen. "Ich will am Wochenende eine Top-Leistung sehen. Und dann wird man sehen, was dabei herauskommt", sagt Kreutzer.

EC Bad Nauheim: Noch ein Punkt bis zum Punkterekord - Kreutzer will jedoch keine Zufriedenheit

So eng war’s noch nie: Der Tabellenführer kann erstmals die 100-Punkte-Marke in der Doppelrunde der 14er-Liga nicht knacken. Die Top-Sechs – oft durch 20 Zähler getrennt – liegen aktuell gerade einmal sechs Punkte auseinander.

Dem EC Bad Nauheim fehlt noch ein Punkt, um seinen Saisonrekord aus der Spielzeit 2015/16 (88 Punkte) einzustellen. Auf der Zielgeraden der Hauptrunde tut sich die Mannschaft aber schwer. Drei der letzten vier Spiele haben die Hessen verloren. Ist mit der direkten Playoff-Qualifikation vielleicht eine gewisse Zufriedenheit eingekehrt? Oder ist jetzt der Substanzverlust nach dem seit Wochen kräftezehrenden Spiel mit nur drei Blöcken zu erkennen? "Die Jungs sind fit. Das ist nicht das Problem. Es mag menschlich sein, vielleicht aktuell nicht mehr den letzten Schritt zu gehen. Aber mir missfällt das. Mit einem Zufriedensein habe ich Probleme. Wir müssen die Form finden, denn zu den Playoffs lässt sich nicht einfach ein Schalter umlegen", sagt Kreutzer.

EC Bad Nauheim: Offensive Taktik mit Oakley und ohne Dalhuisen geht nicht auf

Zu Hause, gegen Crimmitschau, hatte seine Mannschaft die Partie nach zehn ordentlichen und 30 schlechten Minuten noch drehen können. In Heilbronn – beim 1:4 (41.) und beim 2:5 (50.) mit anschließender Überzahl – hatte Bad Nauheim kurzzeitig das Momentum, doch verfügt der Kader der Falken eben über eine ganz andere Qualität als jener der Eispiraten am Freitag. Das zeigen allein schon die acht Gegentore am Sonntag. Gleich dreimal war Felix Bick, dem Torwart die Sicht verstellt, war vor ihm im Slot eben nicht mit der Energie und Entschlossenheit der vergangenen Spiele gearbeitet worden. "Um Mannschaften von gehobener Qualität zu schlagen, brauchen wir in allen Situationen 100 Prozent. Und das hatten wir in Heilbronn nicht", sagt Kreutzer.

Mit einem Zufriedensein habe ich Probleme. Wir müssen die Form finden, denn zu den Playoffs lässt sich nicht einfach ein Schalter umlegen

Christof Kreutzer

Das Taktieren mit Louke Oakley als weiterem offensiven Kontingentspieler anstelle des defensiven Mike Dalhuisen hat sich für eine Wiederholung nicht aufgedrängt. Vor allem am Sonntag fehlte der Niederländer mit seine Präsenz, seiner Physis in der Abwehr. Vorne wiederum ist es dem neuen Kanadier nicht gelungen, sich ausreichend in Szene zu setzen. Die Umstellung – dazu das Fehlen von Radek Krestan – hat auch im bis dato so erfolgreichen Powerplay zu Veränderungen geführt. Cody Sylvester spielte den Quarterback in der ersten Formation. Denis Shevyrin vertrat Dalhuisen im zweiten Block, während Garett Pruden auf der Krestan-Position das Vertrauen erhalten hatte. "Wenn etwas so gut funktioniert, wie das zuletzt bei uns der Fall war, ist’s natürlich schwierig, etwas zu verändern", sagt Kreutzer. "Aber gerade bei der Reihe um Dustin Sylvester habe ich auch sehr viel Gutes gesehen."

Info

Das Restprogramm der Top-Sechs in der DEL2

  1. Frankfurt (92 Punkte/Tordifferenz +56):  Deggendorf (H), Crimmitschau (A).
  2. Lausitz (92 Punkte/Tordifferenz +21): Crimmitschau (H), Kassel (A).
  3. Bietigheim (90 Punkte/Tordifferenz +46): Bayreuth (H), Freiburg (A).
  4. Ravensburg (90 Punkte/Tordifferenz +45): Kassel (H), Kaufbeuren (A).
  5. Bad Nauheim (87 Punkte/Tordifferenz +22): Kaufbeuren (H), Bayreuth (A).
  6. Kaufbeuren (86 Punkte/Tordifferenz: +21): Bad Nauheim (A), Ravensburg (H).

Wichtig: Bei Punktgleichheit entscheidet die Tordifferenz. Das anschließende Kriterium ist die Zahl der erzielten Treffer. Sollten zwei oder mehr Mannschaften punkt- und torgleich sein, zählt der direkte Vergleich aller Teams. 

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