EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Sieg oder Saisonende?

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Der EC Bad Nauheim steht im Playoff-Viertelfinale beim ESV Kaufbeuren mit dem Rücken zur Wand. Nur ein Sieg zählt - oder die Saison ist vorbei.

Playoff-Bart ab, Spind ausräumen, Urlaub buchen. "Nein, so sieht mein Programm am Samstag nicht aus. Wir kommen zurück." Genauso kämpferisch und willensstark wie auf der Eisfläche präsentiert sich Marius Erk vor Spiel fünf der Playoff-Viertelfinalserie des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim gegen den ESV Kaufbeuren. Mit 1:3 liegen die Roten Teufel im Hintertreffen und müssen am Freitagabend (19.30 Uhr) vor erneut ausverkauftem Haus in der 3100 Zuschauer fassenden Erdgas-Schwaben-Arena gewinnen, um ein drittes Heimspiel am Sonntag zu erzwingen.  

"Mund abputzen, neu fokussieren, alles geben. Jeder hat Lust, jeder will bis weit in den April hinein Eishockey spielen", sagt der 21-jährige Verteidiger nach der Kraftraum-Trainingseinheit im Nebengebäude des Colonel-Knight-Stadions. "Den Rasierschaum brauche ich noch nicht", gibt sich der gebürtige Bad Sodener nach der zweiten Overtime-Niederlage angriffslustig. "Wir müssen einen Tick cooler und abgezockter sein."  

Wir werden alles dafür tun, dass wir uns hier in Bad Nauheim wiedersehen.

Petri Kujala

Duell noch nicht abgehakt

Trainer Petri Kujala spricht beim Verlassen des Kabinentraktes von den viel zitierten "Kleinigkeiten, die es bisher ausgemacht haben. Im ersten Spiel und am Dienstag hatten wir jeweils vor dem Ende der regulären Spielzeit die Möglichkeit zur Entscheidung, aber haben den Puck eben nicht über die Linie gebracht." Für den Deutschfinnen ist das packende Duell mit dem ESVK noch nicht abgehakt: "Wir werden alles dafür tun, dass wir uns hier in Bad Nauheim wiedersehen."

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Von einem "Matchball" will Kaufbeurens Coach Andreas Brockmann ebenfalls nichts wissen. "Es heißt Best-of-seven. Wir brauchen noch einen Sieg. Den wollen wir am Freitag holen", gab der frühere Nationalspieler in der Pressekonferenz zu Protokoll. Zum Gesundheitszustand von Florin Ketterer, der am Sonntag nach einem Zweikampf mit Cody Sylvester mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgeschieden war und nicht auf dem Spielbericht stand, blieb Kaufbeurens Bandenchef wortkarg: "Keine Informationen zu Verletzungen."

Keine Provokationen

Nach der hitzigen Schlussphase in Duell drei inklusive Boxkampf zwischen James Livingston und Philipp de Paly und den Verbalattacken Brockmanns ("schmutziges Hockey", "unerlaubte Waffen") in Richtung Bad Nauheim blieben am Dienstag offensichtliche Provokationen aus – sowohl auf als auch neben dem Eis. Den Weg in die Kühlbox meiden wie der Teufel das Weihwasser: 60 Minuten lang war dieser Plan aus Sicht der Mittelhessen bei einem Verhältnis von 2:5-Unterzahlsituationen aufgegangen, ehe die Gäste in der Verlängerung nach 122 Sekunden ihre dritte Überzahl zum "Lucky Punch" nutzten. Die anschließende Aktion vom Marius Erk gegen den Torschützen Christopher Kasten sanktionierte das Schiedsrichter-Duo Marcus Brill/Nicole Hertrich nachträglich mit einer 2+10-Minuten-Disziplinarstrafe.

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Nach dem Pre-Game-Skating steigen die EC-Profis heute gegen 10.30 Uhr in den Mannschaftsbus, um die rund 440 Kilometer lange Anreise ins Ostallgäu anzutreten – es soll nicht die letzte Auswärtstour dieser Saison werden. "Wir fahren hin, um zu gewinnen. Konzentriert und konsequent sein", lautet die Botschaft von Matthias Baldys, dem Sportlichen Leiter, der hofft, dass der zuletzt aufgrund einer Magen-Darm-Grippe fehlende Radek Krestan mit an Bord sein wird.

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