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26 Hauptrundentreffer: Andrej Bires (rechts) war die offensive Lebensversicherung beim EC Bad Nauheim. Mit ihm freuen sich Jesper Kokkila (links) und Tyler Fiddler. FOTO: CHUC

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Von Shootingstars und Enttäuschungen - die Roten Teufel im WZ-Check

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Wer war gut? Wer nicht? Wer hat enttäuscht? Wer darf wiederkommen? Beim EC Bad Nauheim wird nach dem Pre-Playoff-Aus in der Deutschen Eishockey-Liga 2 abgerechnet. - Die Zeugnisse unserer Redaktion.

Ende November kam’s knüppeldick, wie man so schön sagt. Binnen drei Tagen haben sich drei offensive Kontingentspieler, die eigentlichen Säulen der Mannschaft, verletzt. Prognose in allen drei Fällen: mehrwöchige Pausen. Die Roten Teufel haben mit Blick auf das Winter-Derby reagiert und nachverpflichtet. Zwischenzeitlich herrschte ein Kommen und Gehen in der Kabine des Eishockey-Zweitligisten. Am Ende standen während der Saison 32 Namen auf dem Spielberichtsbogen; darunter sieben Ausländer und gleich elf Förderlizenzspieler der Kölner Haie. - Die Spieler im WZ-Check.

Torhüter

Felix Bick:Der Torwart des Jahres hat seine Leistungen bestätigt und war die Lebensversicherung der Mannschaft. Der 27-Jährige spielte auf konstant hohem Niveau, gab dem Team in fast jedem Spiel die Möglichkeit siegreich vom Eis zu gehen. - Vertrag verlängert.

Bastian Kucis:Er ist quasi der Pechvogel. Kucis erhielt deutlich weniger Eiszeit als ursprünglich geplant. An Bick gab es in dieser Saison kein Vorbeikommen. Hat bei seinen Einsätzen sein Potenzial gezeigt und hätte mehr Spiele verdient gehabt. - Ist in Frankfurt im Gespräch.

Abwehr

Mike Card:Ein Glücksgriff nach dem frühen Ausfall von Aaron Reinig. Der Routinier brachte Stabilität in die Defensive - und das nach einem Jahr Eishockey-Pause. Card hat sich nahtlos in der DEL2 zurückgemeldet. In der zweiten Saisonhälfte eher unauffällig. - Sein Verbleib ist sicher auch eine Preisfrage.

Jesper Kokkila:Wohl die Überraschung im Kader. Mit 20 Jahren kam er als jüngster Kontingentspieler in die Liga, hat sich aber nie hinter dieser Rolle versteckt, sondern immer Verantwortung übernommen und auch offensiv den einen oder anderen Akzent gesetzt. - Hat sich für den nächsten Entwicklungsschritt empfohlen.

Huba Sekesi:Nach zwei Jahren ohne echte Spielpraxis hat sich Sekesi schnell in der Liga akklimatisiert. Er wurde frühzeitig vom Stürmer zum Verteidiger umgeschult. Diese Aufgabe hat er ordentlich gelöst. Dank des offensiven Instinkts mit dem einen oder anderen Akzent nach vorne. - Als Allrounder eine Option für einen neuen Vertrag.

Daniel Ketter:Er spielte ein solides Jahr, ist defensivstark, gut in den Zweikämpfen. Hat kürzlich die 450-Spiele-Marke für seinen Heimatklub geknackt. - Wird verlängern oder seine Laufbahn beenden.

Steve Slaton:Eine Maschine. Verlässlich, routiniert. Geht in Unterzahl kaum vom Eis und blockt unzählige Schüsse. Nach zweieinhalb Jahren endlich auch unter den Torschützen zu finden. - Hat noch eine Saison im Tank.

Simon Gynp:Hat sich beim Übergang in den Seniorenbereich gleich einen Platz unter den Top-Sechs-Verteidigern erkämpft. Mit Offensivdrang, ist eher ein Zwei-Wege-Spieler. Ihm gehört die Zukunft. - Gnyp wird man als "Föli" sicher wiedersehen.

Niklas Heyer:Hat sich in der Kombination DNL/Oberliga/DEL2 gut entwickelt. Heyer ist läuferisch gut, beweglich hat Spielintelligenz. Mitunter fehlt ihm die Robustheit in der Defensive. - Hat noch Fördervertrag.

Daniel Stiefenhofer:Er bekam nicht die Rolle, die er im Vorjahr hatte. Im Powerplay und unter den Top-Sechs-Verteidigern nicht mehr gesetzt. Hat die Roten Teufel Mitte der Saison in Richtung Ravensburg verlassen.

Angriff

Andreas Pauli:Er spielte ein gutes Jahr, arbeitet permanent an sich, ist läuferisch besser geworden. Pauli erzwingt Chancen, ist effizient im Abschluss. Ein Leistungsträger im Sturm. - Wird ein Angebot erhalten.

Marc El-Sayed:Nach mäßigem Start ist der Heimkehrer der wohl beständigste Spieler im Kader. Er spielt in allen Situationen und produziert Punkte, ohne die Defensive zu vernachlässigen. Als Kapitän der Anführer. - Hat noch Vertrag.

Andrej Bires:Die offensive Lebensversicherung; zumindest über dreiviertel der Saison. Am Ende der Hauptrunde etwas untergetaucht. - Ihn zieht es wohl in die DEL.

Cody Sylvester:Ein enttäuschendes Jahr für den Kanadier, der von zwei Verletzungen ausgebremst wurde. Die hohen Erwartungen konnte er - ohne seinen Bruder Dustin an seiner Seite - nicht erfüllen. - Steht nach drei Jahren nun vor dem Abschied aus Bad Nauheim.

Zach Hamill:Ein außergewöhnlicher Spieler. Gute Hände, hohe Spielintelligenz. In seiner Bedeutung oft unterschätzt. Seine Relevanz wurde deutlich, als er verletzungsbedingt lange gefehlt hatte. Konnte dennoch nicht den Unterschied ausmachen. - Zukunft offen.

Tyler Fiddler:Er war gerade auf Touren gekommen, als er durch Verletzungen gestoppt wurde. Fand nach langer Pause nicht mehr zu seinem Spiel. Fiddler kann Nebenleute stärker machen, ohne selbst von diesen abhängig zu sein. Kein Torjäger, aber ein kompletter Spieler. Konnte als Kontingentspieler in der entscheidenden Phase dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. - Zukunft offen.

Jack Combs:Der Ex-DEL-Top-Torjäger hat die wohl größten Offensiv-Qualitäten, stark an der Scheibe. Allerdings hatte der Kanadier längst nicht die Produktivität, die bei seiner Verpflichtung erwartet worden war. Erhebliche Defizite in der Defensivarbeit. Das war bei seiner Verpflichtung allerdings bekannt. Gemessen an der (zu) hohen Erwartungshaltung enttäuschend. - Keine Zukunft in Bad Nauheim.

Marvin Ratmann:Mit tollem Saisonstart, dann aber lange Zeit abgetaucht. Am Ende wieder verbessert. Ratmann hat einen guten Schuss und braucht nicht viele Chancen. - Wird als U 24-Spieler sicher ein Angebot erhalten.

Marcel Kahle:In Unterzahl ist er eine Bank. Laufstark, ein absoluter Teamplayer, immer positiv denkend. Aber! Offensiv hat er eine enttäuschende Runde gespielt. - Als Ü 24-Spieler in Bad Nauheim wohl ohne Zukunft.

Mick Köhler:Kam deutlich öfter als erwartet in Bad Nauheim zum Einsatz und hat den Kader deutlich aufgewertet. Sehr präsent als Center. Hat in der zweiten Hälfte auch seiner Eiszeit entsprechend gescort. Sollte in Köln mehr Vertrauen erhalten. - Dürfte in der DEL seinen Platz finden.

Robin Palka:Hat sich nach anfänglichen Problemen gesteigert und in puncto Aggressivität und Zweikampfverhalten verbessert. Steht für eine gewisse Torgefahr, hat Potenzial. - Ihn wird man als "Föli" wiedersehen.

Nicolas Cornett:Während der Saison mit Fördervertrag gebunden. Spielt solide, gut in Unterzahl. Offensiv noch mit viel Luft nach oben. Ein ordentliches erstes Profijahr, kann sich noch entwickeln. - Wird sicher in Bad Nauheim bleiben.

Dani Bindels:Durch leichtere Blessuren immer wieder zurückgeworfen. Gut in Unterzahl. Offensiv fehlt ihm das Glück. Von der Produktivität her reichte es (diesmal) nicht für einen Platz in den vorderen Reihen. Da war mehr drin. - Als "Föli" wird es sicher ein Wiedersehen geben.

Luis Üffing:Niemand hatte ihn auf der Rechnung. Der DNL-Spieler aus Köln hat von den Ausfällen der Roten Teufel profitiert, ist immer mal eingesprungen und gezeigt, dass er den Übergang in die DEL2 schaffen kann. - Ihn wird man als "Föli" wiedersehen.

Kyle Gibbons:Ein Teamplayer. Für einen Ausländer fehlte ihm die Dominanz auf dem Eis. Mit ihm hatte Bad Nauheim aber eine Erfolgsserie. Hat gut in die Kabine reingepasst, das Spiel aber nicht ausreichend getragen. - Inzwischen in der Oberliga in Duisburg unter Vertrag.

Jared Gomes:Auftrag erfüllt. Er war sehr bestrebt, war quasi überall, wollte - wohl aufgrund der vertraglichen befristeten Situation - manchmal auch zu viel, um sich zu empfehlen. Gomes ist sehr laufstark und agil, wollte mitunter aber auch mit dem Kopf durch. - Inzwischen in Ravensburg unter Vertrag.

Manuel Strodel:Mit großen Vorschusslorbeeren aus der DEL gekommen. Er hat sich in Bad Nauheim aber nie zurecht gefunden. Im Kurpark hatte man mehr Offensivgefahr und Routine erwartet. - Nun in Frankfurt unter Vertrag.

Eric Betzold:Er wurde als "Föli" rasch ungeduldig und zog nach Freiburg weiter. Dort hatte er sich aber auch mehr Eiszeit erhofft.

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Berücksichtigt sind alle Spieler, die mindestens dreimal eingesetzt wurden. Gespielt haben außerdem Maximilian Glötzl und Jan-Luca Sennhenn. Auf der Bank blieben die Torhüter David-Lee Paton und David Böttcher ohne Eiszeit.

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