EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Sechs Punkte mit Wermutstropfen

  • Michael Nickolaus
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Derbysieg, Sechs-Punkte-Wochenende, wieder Rang acht: Beim Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim wird die Freude aber von Verletzungen getrübt.

Zuerst wurde Hendrik Hane, der Torwart des EC Bad Nauheim, geherzt, dann das "Derbysieger"-Banner ausgerollt. Und schließlich ist ein bisschen Humba getanzt worden. Drei Punkte in einem hessischen Duell fühlen sich dann eben doch irgendwie besonders an. "Ich mag es nicht, wenn man uns Punkte klaut, gerade in einem Derby. Und deshalb war nach der Niederlage im ersten Spiel mit Kassel ein Sieg diesmal Pflicht", sagt Christof Kreutzer, der Trainer der Roten Teufel, voller Überzeugung. Mit dem zweiten Sechs-Punkte-Wochenende der Saison (3:2 in Kassel, zuvor 5:1 gegen Bayreuth) sind die Roten Teufel nach dem ersten Hauptrunden-Viertel zum zweiten Mal auf Rang acht der Deutschen Eishockey-Liga 2 geklettert. Im oft zitierten Satz, wonach die Tabelle nur eine Momentaufnahme sei, steckt aktuell allerdings noch ein Funken mehr Wahrheit als sonst. Nur drei Zähler trennen die Plätze sechs und elf. Zum Vergleich: Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres lagen elf Punkte zwischen den beiden Tabellenrängen.

EC Bad Nauheim: Mike Dalhuisen und Nico Kolb verletzt. Ausfalldauer noch ungewiss

Mike Dalhuisen war am Sonntag nicht so recht nach Feiern zumute. Noch am späten Abend fuhr der Niederländer ins Krankenhaus und wurde auch am Montag noch einmal beim Arzt vorstellig. Ob und wie lange der Verteidiger ausfällt, ist offen. Vorsorglich war der Hüne, der "einen Check abbekommen hat" (O-Ton Kreutzer), nach 20 Minuten in der Kabine geblieben. Verletzt hat sich auch Nico Kolb. Schon am Freitag beim Spiel für den Herner EV. Auch beim Stürmer steht eine endgültige Diagnose noch aus. Nico Geitner (ebenfalls für Herne im Einsatz) und Garret Pruden (zuletzt krank) werden der Abwehr für’s Wochenende mehr Tiefe geben. Verteidiger Jannik Woidtke, der am Donnerstag nach Kassel transferiert worden war, wurde bei den Huskies in beiden Wochenend-Spielen im Übrigen als zwölfter Stürmer eingesetzt.

Weit oben auf der To-Do-Liste steht das Thema Jonathan Boutin. In drei dürren Sätzen hatten die Roten Teufel am Freitag die Ausfalldauer ihrer eigentlichen Nummer 1 als "ungewiss" vermeldet und natürlich Spekulationen um die Torwart-Position angeheizt. Kommt Boutin, der seit 23. September mit einer Gehirnerschütterung ausfällt und aktuell auf dem Rad seine Belastungsgrenzen austestet, denn überhaupt noch einmal zurück? Ein sehr sensibles Thema.

EC Bad Nauheim: Huba Sekesi hinterlässt guten Eindruck

Derby-Held Hendrik Hane hat am Montagmorgen bereits wieder die Schulbank gedrückt. Dank des nordrhein-westfälischen Feiertags in dieser Woche steht der 18-Jährige dem EC Bad Nauheim am letzten Wochenende vor der Länderspielpause zur Verfügung. Für die Zeit ab Mitte November muss jetzt nach einer Lösung gesucht werden. Erst recht, da Hane mit seinen Leistungen ein Kandidat für den WM-Kader der U 20-Nationalmannschaft ist und bei einer entsprechenden Nominierung Ende November/Anfang Dezember an sechs Spieltagen nicht zur Verfügung stehen würde.

Einen guten ersten Eindruck hat Huba Sekesi hinterlassen. Der Deutsch-Ungar bestätigte im Spiel, was er im Training angedeutet hatte. Am Freitag war sicher die fehlende Matchpraxis erkennbar, am Sonntag lief’s schon rund. "Er macht am Bullypunkt einen guten Job und insgesamt einen stabilen Eindruck", sagt Kreutzer über den Stürmer, der in zwei weiteren Spielen getestet werden soll.

EC Bad Nauheim: Enttäuschung bei Kassel Huskies ist groß

In Kassel – das war am Sonntag zu spüren – ist die Enttäuschung derzeit groß. Zu hoch waren traditionell die Erwartungen, zu schwach die jüngsten Leistungen nach einem eigentlich vielversprechenden Start mit einem 8:3-Erfolg in Bietigheim als Höhepunkt. Von da an ging’s bergab; unter anderem mit einer Niederlage in Bayreuth, einem Null-Tore-Heimspiel gegen Kaufbeuren und nun der Derby-Niederlage gegen Bad Nauheim. Rico Rossi - bis 2020 unter Vertrag - wurde in der vergangenen Woche vom Trainer zum Sportlichen Leiter "hochgelobt", doch selbst das Heimdebüt von Coach Bobby Carpenter, immerhin dekoriert mit mehr als 1000 NHL-Spielen, lockte am Sonntag nicht mehr 3400 Zuschauer. Nur einmal war ein DEL2-Gastspiel der Roten Teufel in der Eishalle am Auepark schlechter besucht. Von einst 3500 Hauptrunden-Zuschauern in der ersten DEL 2-Saison ist der Schnitt auf aktuell 2900 Fans gesunken. In Nordhessen ist Handball-Bundesligist MT Melsungen aktuell en vogue (3800 Zuschauer im Schnitt).

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