EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Schock in der Verlängerung

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Wie bitter! Der EC Bad Nauheim verliert zum Auftakt der DEL2-Playoff-Viertelfinal-Serie beim ESV Kaufbeuren nach Verlängerung mit 3:4. Ein Ex-Nationalspieler mischte sich in den EC-Fanblock.

Wie bitter! Der EC Bad Nauheim verliert zum Auftakt der DEL2-Playoff-Viertelfinal-Serie beim ESV Kaufbeuren nach Verlängerung mit 3:4 (0:0, 2:1, 1:2/0:1). Philipp De Paly erzielte den alles entscheidenden Treffer für die Allgäuer nach nur 50 Sekunden in der Overtime. Mit 2:0 (27.) und 3:2 (52.) hatten die Roten Teufel zwischenzeitlich geführt. Die Erdgas-Schwaben-Arena war am Dienstag mit 3100 Zuschauern ausverkauft. Mit Trikot der Hessen unter die 80 mitgereisten Anhänger mischte sich Ex-Fußball-Nationalspieler Didi Hamann. "Die eine oder andere Unaufmerksamkeit hat uns heute den Sieg gekostet", fasste EC-Trainer Petri Kujala knapp zusammen.  

Herz und Leidenschaft

Gleich die ersten 20 Minuten vermittelten sämtliche Charakter-Eigenschaften, die von der Serie zu erwarten sind. Viel Herz, viel Leidenschaft und die eine oder andere Provokation. Kaufbeuren, die Heimmannschaft, wirkte zu Beginn vielleicht noch ein wenig bissiger, galliger, und gleich beim ersten Wechsel setzte Ex-Nationalspieler Sebastian Osterloh mit einem heftigen, fairen Check gegen Marcel Brandt das erste Zeichen. Bad Nauheim überstand diese druckvolle ESVK-Anfangsphase dank eines konzentrierten, disziplinierten Auftretens in der eigenen Zone unbeschadet.

Zweite Abschnitt gehörte EC Bad Nauheim

Nur einmal, als Sami Blomquist um das Tor gekurvt war, galt es für die Roten Teufel, die Luft anzuhalten (5.). Unterstützt durch das erste Powerplay gestalteten die Gäste die Partie ab der zehnten Minute ausgeglichener, hatten ihrerseits durch Radek Krestan und Leon Niederberger zwei gute Einschussmöglichkeiten gegen die ESVK-Defensive, die anschaulich machte, warum sie zu den besten Abwehrformationen der Liga gehört. Unheimlich kompakt und entschlossen wurden vor dem eigenen Tor die Rebounds weggeräumt.

Stadt, Stadion, Tradition: Was Bad Nauheim und Kaufbeuren eint und unterscheidet

Der zweite Abschnitt gehörte den Roten Teufeln. Von den Spielanteilen her, ebenso wie vom Resultat. Bad Nauheim gelang einmal mehr ein Doppelschlag. 2:44 Minuten brauchten die Gäste, um eine 2:0-Führung zu erzielen. Zunächst traf der Schwede Frederik Widen mit einem Schuss von der blauen Linie (24./sein erster Treffer im dritten Spiel für die Hessen), dann legte Noureddine Bettahar nach, nachdem er bei einem Drei-auf-zwei-Konter geschickt verzögerte und schließlich die Lücke fand (27.). Die Gäste hatten nun Oberwasser; meisterten abschließend zwei Unterzahl-Situationen wurden aber für einen schlampigen fliegenden Wechsel bestraft, als erneut Blomquist vor Felix Bick stand und diesen mit dem Anschlusstreffer überlisten konnte (38.).

Blomquist mit der Entscheidung

Kaufbeuren kam mit sehr viel Druck aus der Kabine, traf per Rebound früh zum Ausgleich (43.) und leitete damit ein fesselndes Schlussdrittel ein. Beide Teams spielten je zweimal in Überzahl, und beide Seiten trafen – zunächst durch Krestan (53.), dann durch Blomquist (54.). Gleich die erste Partie musste also in der Verlängerung entschieden werden.

ESV Kaufbeuren: Vajs - Osterloh, Pfaffengut, De Paly, Ketterer, Kasten, Haase, Reinig, Monteith - Billich, Sarault, Lewis, Blomquist, Laaksonen, Schmidle, Kiefersauer, Schäffler, Karevaara, Oppolzer, Thomas, Wolter.

EC Bad Nauheim: Bick - Brandt, Mannes, Slaton, Widen, Ketter, Erk - Reimer, Sylvester, Frosch, Livingston, McNamee, Krestan, Ratmann, Lange, Pauli, Bettahar, Meisinger, Niederberger, Kolb.

Tore:

0:1 (24.) Widen (Frosch, Sylvester) 0:2 (27.) Bettahar (Brandt, Niederberger) 1:2 (38.) Blomquist (Kasten) 2:2 (43.) Wolter (Pfaffengut) 2:3 (52.) Krestan (McNamee, Brandt - 5-4) 3:3 (54.) Blomquist (Kasten, Schmidle - 5-4) 4:3 (61.) De Paly (Laaksonen)

Schiedsrichter: Hertrich/Brill

Strafminuten: Kaufbeuren 12, Bad Nauheim 10

Zuschauer: 3100 (ausverkauft)

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