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Leere Blicke: Den Spielern der Roten Teufel steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Die Roten Teufel im WZ-Check

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Wer war gut? Wer soll bleiben? Wer muss gehen? Wer will gehen? Dem Playoff-Aus des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim folgt die Saison-Analyse. Wir unterziehen die Roten Teufel dem WZ-Check.

Der EC Bad Nauheim hat in dieser Saison 33 Spieler eingesetzt. Jetzt wird beim Eishockey-Zweitligisten abgerechnet. Wer war gut? Wer nicht? Wen wird man auch im kommenden Jahr bei den Roten Teufeln sehen? Wen zieht es nun woanders hin? Die WZ-Zeugnisse. Mitunter war’s ein Kommen und Gehen in der Kabine des EC Bad Nauheim. Tryout-Verträge, Verletzungen, Förderlizenzen. Und seit Dezember schon spielten die Roten Teufel dennoch mit kleinem Kader.

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Die zwischenzeitlich größte Herausforderung: die Torwart-Position, die wichtigste Position. Kommt Jonathan Boutin vielleicht zurück? Und in welcher Verfassung? Können sich die Hessen vor diesem Hintergrund eine zweite Nummer eins leisten? Wie stark ist Hendrik Hane bei seinem Debüt im Seniorenbereich? Und wie lange steht er zur Verfügung? "Rückblickend waren diese Fragestellungen die schwierigsten, auf die wir Antworten finden mussten", sagt Christof Kreutzer, der Trainer. - Die Spieler im WZ-Check.

Tor

Felix Bick: Ist in Frankfurt nicht glücklich geworden und hat in Bad Nauheim an die Leistung aus der Vorsaison angeknüpft. Mit seiner Rückkehr begann der Höhenflug der Roten Teufel. Von der DEL2 zum Torwart des Jahres gewählt. Er soll gehalten werden.

Hendrik Hane: Der 18-Jährige wurde ausgerechnet in Frankfurt ins kalte Wasser geworfen. Der U20-Nationalspieler wusste zu überzeugen, kam nach der Bick-Rückkehr – auch schulisch bedingt – kaum noch zum Einsatz. Ihn wird man in der DEL sehen.

Jan Guryca: Der optimale Backup. Der 35-Jährige feierte nach 569 Tagen Verletzungspause sein DEL2-Comeback und konnte an die gewohnten Leistungen anknüpfen. Ob er eine weitere Saison Sport und Beruf vereinbaren will, ist noch offen.

Jonathan Boutin: Der Pechvogel. Bereits im dritten Spiel verletzte sich der dreimalige DEL2-Torwart des Jahres. Auf Grund der Folgen einer Gehirnerschütterung war die Saison für ihn bereits nach dem dritten Spieltag beendet. Ein Karriereende droht.

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Abwehr

Mike Dalhuisen: Große physische Präsenz. Mit viel Offensivdrang und Torgefahr. In der Defensivarbeit, seinem Kerngeschäft, aber mitunter zu leichtfertig. Für einen Kontingentspieler fehlt ihm ein wenig die Konstanz. Eine Rückkehr ist unwahrscheinlich.

Daniel Ketter: Der Nauheimer Bub war gegenüber dem Vorjahr nicht wiederzuerkennen, spielte eine starke Saison; sein vielleicht beste. Robust, zweikampfstark, unerschrocken. Sein Job ist die Arbeit im eigenen Drittel. Der Vertrag wurde bereits verlängert.

Steve Slaton: Der Unverwüstliche. In Unterzahl nicht zu ersetzen. Spielt dank seiner großen Erfahrung ökonomisch, solide, fast fehlerfrei. Blockt viele Schüsse. Hat bereits verlängert.

Nicolas Geitner: Ein Spieler mit Zukunft. In Kooperation mit Oberligist Herne wurde der U20-Nationalspieler an das DEL2-Level herangeführt. Seine Stärken liegen im eigenen Drittel. Offensiv mit Defiziten. Könnte auch für einen DEL-Klub interessant sein und als Förderlizenzspieler zurückkommen.  

Garret Pruden: Der 20-Jährige – bereits im vierten Jahr im Kader – spielte sein erstes Jahr als Profi, hat den Übergang geschafft. Defensiv solide, traut sich auf offensiv mehr und mehr zu. Könnte - wie Geitner - DEL-Interesse geweckt haben und als Förderlizenzspieler in Bad Nauheim zu sehen sein.

Denis Shevyrin: Kam während der Saison aus der DEL und hat rasch seine Rolle in der zweiten Liga gefunden. Laufstark, präsent im Zweikampf, Quarterback im ersten Powerplay. Zum Hauptrunden-Ende und in den Plaoyffs mit Licht und Schatten. Ein Kandidat für eine Vertragsverlängerung.

Daniel Stiefenhofer: Endlich einmal frei von Verletzungen. Defensiv ohne Risiko agierend. Und in der Hauptrunde eine Waffe im Powerplay. Stand im Slot oft goldrichtig. Der Trainer nennt ihn "deutsche Eiche".  Der Vertrag wurde bereits verlängert.   

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Johannes Huß: Hat die Qualität der Defensive enorm aufgewertet. Als die Roten Teufel öfter mit ihm gerechnet hatten, hatte sich der Förderlizenzspieler in Düsseldorf etabliert. Zuletzt aber verletzt.

Jannik Woidtke: Konnte in der ihm zugedachten Rolle die Erwartungen seines Trainers nicht erfüllen und wurde schon im Oktober nach Kassel abgegeben.

Niklas Mannes: Hatte nach toller Entwicklung in der Vorsaison nun unter Christof Kreutzer stagniert und ist  seinem Ex-Trainer Petri Kujala nach Bayreuth gefolgt . Dort hat er auch schon für die kommende Saison unterschrieben.

Angriff

Louke Oakley: Der DEL2-erfahrene Kanadier wurde als Absicherung und für taktische Variationen auf den Kontingentstellen für die Playoffs verpflichtet. Deutete an, ohne größere Eingewöhnungszeit einspringen zu können. Bestritt letztlich nur wenige Spiele.

Maximilian Hadraschek: Kam aus der Oberliga zurück in die DEL2. Starker, torreicher Saisonstart. Führte die dritte Reihe mit solider, laufstarker, oft unauffälliger Arbeit als Center. Ihn zieht es in die DEL. Soll bereits mit Schwenningen einig sein.

Marcel Kahle: Eine Allzweckwaffe. Kam im Laufe der Saison immer besser in Schwung, hat seine Chance in den vorderen Reihen genutzt. Lebt von Laufstärke und Einsatzwille. Darf gerne bleiben.

Maximilian Brandl: Zuverlässig, solide, quasi fehlerfrei; vor dem Tor eher ungefährlich. Brandl spielte das, was man von ihm erwartet hatte, und hält das Team als Kapitän zusammen. Ein Kandidat für eine Vertragsverlängerung.

Cody Sylvester: Im Schatten seines Bruders Dustin stehend. Mit einem starken Center auf der Außenposition besser aufgehoben, wenngleich weniger sichtbar. Schnell, torgefährlich und in Unterzahl extrem effektiv. Defensiv wie offensiv ein kompakter Kontingentspieler. Ein Wiedersehen ist auch von familiären Aspekten abhängig.

Marvin Ratmann: Ein Joker. Oft als zehnter Stürmer nur Zuschauer. Kann jederzeit in einer Reihe aushelfen, bringt viel Tempo mit. Der 20-Jährige hat sein Potenzial sicher noch nicht ausgereizt und ist ein Kandidat für einen weiteren Vertrag.

Dustin Sylvester: Der Motor im Spiel. Bringt Tempo und Torgefahr mit. Hohe Spielintelligenz. Übernimmt auch Verantwortung in der Defensive. Ein ruhiger Leader, der begeisterungsfähiges Eishockey spielen kann und maßgeblich an der direkten Playoff-Qualifikation beteiligt war. Ein Typ, um den man ein Team bauen kann.

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Zach Hamill: Clever auf beiden Seiten des Eises agierend. Ein Mann für die besonderen Momente. Er hat das Powerplay auf eine andere Ebene gehoben. Ein Wühler, bissig und mit unheimlichem Auge, feinem Händchen, Ruhe und Präzision. Gilt als Wandervogel und wird sicherlich auf Offerten aus ersten europäischen Ligen warten.

Dennis Reimer: Hat einen enormen Sprung gemacht. Mit seinem Körper, seiner Reichweite an der Bande kaum vom Puck zu trennen. Manchmal fehlt die Handlungsschnelligkeit. In den Playoffs einer der auffälligsten Spieler. Sicher ein Kandidat für die kommende Saison.

Moritz Schug: Hat er wirklich gespielt? Viermal auf dem Spielbericht. Die Eiszeiten des Förderlizenzspielers lassen sich an einer Hand abzählen.

Andrej Bires: Ein Senkrechtstarter. Enorm laufstark, flink und obendrein torgefährlich. Zuletzt etwas abgetaucht. Mit seiner Leistung dürfte er bei den Roten Teufeln, womöglich aber auch höherklassig, das Interesse geweckt haben.

Stefan Reiter: Zehnmal im Kader. Der Förderlizenzspieler hat – abgesehen von seinem einzigen Torerfolg – keinen Eindruck hinterlassen können.

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Radek Krestan: Offensiv immer für ein Tor gut; gerade durch seinen Schlagschuss im Powerplay. Diszipliniert, erfahren und nahezu fehlerfrei in der Defensivarbeit. Ein Kandidat für die kommende Saison.

Nico Kolb: Lange Verletzungspause. Sammelte dann in Herne Spielpraxis, um seiner Mannschaft in den Playoffs helfen zu können. Als künftiger Ü24-Spieler wird er es schwer haben.  

James Livingston: Ein Terrier in den Ecken. Stark im Zweikampf. Für einen Kontingentspieler vor dem Tor zu ungefährlich. Spielt inzwischen in Großbritannien.

Nico Strodel: Auffällig in der Vorbereitung. Konnte diese Leistungen zum Saisonstart nicht bestätigen. In den hinteren Reihen fehlte ihm schließlich die Geduld. Wechselte nach Essen.

Huba Sekesi: Ein Pechvogel. Kam wie aus dem Nichts zum Tryout, konnte mit Stabilität und Bullystärke überzeugen, verletzte sich in aber im dritten Spiel so schwer, dass die  Saison für ihn beendet ist .

*

Berücksichtigt sind alle Spieler, die mindestes dreimal eingesetzt worden sind. Zudem hatten die Roten Teufel folgende Spieler lizenziert: Nils Flemming, Florian Proske, David-Lee Paton (alle Tor), Yannik Mund, Jan Wächtershäuser (beide Verteidigung), Leon Niederberger, Leon Köhler, Artjom Alexandrov (alle Stürmer)

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