Andrej Bires trägt den Goldhelm beim EC Bad Nauheim. Die Tore des kleinen Außenstürmern haben die Roten Teufel durch Dreiviertel der Hauptrunde getragen. Hier wird Bires von Lucas Flade vor dem Tor von Riku Helenius von den Dresdner Eis- löwen bedrängt. FOTO: CHUC
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Andrej Bires trägt den Goldhelm beim EC Bad Nauheim. Die Tore des kleinen Außenstürmern haben die Roten Teufel durch Dreiviertel der Hauptrunde getragen. Hier wird Bires von Lucas Flade vor dem Tor von Riku Helenius von den Dresdner Eis- löwen bedrängt. FOTO: CHUC

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Wie die Roten Teufel in die Serie gegen Dresden gehen

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Einen klaren Favoriten gibt’s in der Serie zwischen dem EC Bad Nauheim und den Dresdner Eislöwen nicht. Es sind Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen können.

Ende der jüngsten Negativ-Serie und Wendepunkt oder vielleicht schon das letzten Heimspiel der Saison 2019/20? Der EC Bad Nauheim kämpft am Wochenende in den Pre-Playoffs (Best-of-three) gegen die Dresdner Eislöwen um die Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale. Am Freitag (19.30 Uhr) stehen sich beide Klubs im Colonel-Knight-Stadion gegenüber. Am Sonntag (17 Uhr) kommt’s zum Rückspiel in Dresden. Die Entscheidung fällt spätestens in einem möglichen dritten Spiel am Dienstag (19.30 Uhr), dann wieder in Bad Nauheim. Zum Auftaktspiel werden etwa 80 bis 100 Fans aus Dresden erwartet. Am Sonntag begleiten zwei Fan-Busse die Roten Teufel in die Landeshauptstadt von Sachsen.

Wie ist die Stimmungslage beim EC Bad Nauheim?Vier-gegen-Sechs, Fünf-gegen-Sechs, Sechs-gegen-Fünf - Christof Kreutzer hat am Donnerstag noch einmal alle bedeutenden Spielsituationen simulieren lassen. Der Trainer, hat - gerade im Rahmen des Abschlusstraining - auffällig viele Einzelgespräche geführt. "Wichtig ist eine positive Grundhaltung. In der Kabine und auch beim Publikum. Platz sieben hätten doch vor der Saison viele sofort unterschrieben. Aber klar: Der erste Schritt muss jetzt von den Jungs kommen."

Im Kontingentspieler-Roulette zeichnet sich einer erneuter Tausch ab. Cody Sylvester stürmte (anstelle von Jack Combs) am Donnerstag neben Zach Hamill und Mick Köhler. Gegen die offensivstarken Eislöwen setzt Kreutzer auf das Defensiv-Verhalten von Sylvester und dessen Schnelligkeit bei Kontern. "Wir werden unsere Chancen bekommen. Davon bin ich überzeugt. Wichtig ist, die defensiven Aufgaben zu lösen, eng am Mann zu verteidigen", sagt Kreutzer.

Fehlen - voraussichtlich in allen drei Spielen der Serie - wird Simon Gnyp. An seiner Stelle verteidigt Niklas Heyer, der zuletzt beim Oberligisten Herne Spielpraxis gesammelt hatte.

Wie stark sind die Dresdner Eislöwen?Die Mannschaft ist bereits am Donnerstagabend angereist, geht am Morgen zum "Pre-Game-Skate" in Bad Nauheim auf das Eis. Der Kader ist auf Offensivspiel ausgelegt. 188 Treffer haben die Eislöwen erzielt (47 Tore mehr als Bad Nauheim). Mit Mario Lamoureux (23 Tore), Jordan Knackstedt (20) und Nick Huard (22) finden sich gleich drei Stürmer der Sachsen unter den Top-15-Scorern der DEL2 (Andrej Bires folgt als bester Roter Teufel auf Position 46). Dale Mitchell, dem nachverpflichteten Petr Pohl - aktuell in exzellenter Form - und Toni Ritter komplettieren die beiden Scoring-Linien, die durch die Reihe mit Thomas Pielmeier, Timo Walther und Tom Knobloch Entlastung erhält. Die vierte Linie mit Niklas Jentzch, Joe-Richard Kiss sowie Steven Rupprich hat zuletzt eher selten Eiszeit erhalten.

In der Abwehr tragen Ex-Nationalspieler Kevin Lavallee (38 Jahre) und Ex-DEL-Spieler Alexander Dotzler (35) große Namen und sind nach langer Anlaufzeit in der Elbmetropole angekommen. Seine beste Saison spielt Steve Hanusch, zudem können die jungen Arne Upleger und Lucas Flade immer besser Fuß fassen.

Mit der Verpflichtung des groß gewachsenen finnischen Keepers Riku Helenius war vor wenigen Wochen auf die Verletzung von Florian Proske auf der Torwart-Position reagiert worden. Helnius (ein NHL-Spiel, drei Jahre KHL) kann seinen Werdegang zwar immer wieder unterstreichen, doch fehlt ihm die Konstanz. Brad Gratton, der die Mannschaft in der Vorsaison aus den Pre-Playoffs in das Halbfinale geführt hatte, musste nach enttäuschendem Saisonstart frühzeitig gehen. Nun wurde unter Rico Rossi Platz zehn abschließend noch verteidigt; mit einem Beigeschmack. Im Penaltyschießen um den für Dresden entscheidenden Zusatzpunkt wurde Gegner Tölz ein Treffer aberkannt. Am Mittwoch hat die DEL2 diese Fehlentscheidung der Unparteiischen höchst offiziell eingeräumt. Leidtragend sind die Lausitzer Füchse, die anstelle der Eislöwen nun gegen den Abstieg spielen.

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