EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim reitet weiter auf der Erfolgswelle

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Der EC Bad Nauheim ist seit Wochen das heißeste Team der Liga. Zwei Gründe sind entscheidend. Dazu kommt ein neuer Unterstützer mit Milliarden-Umsatz.

Der EC Bad Nauheim ist das derzeit stärkste Team der Liga. Dieses Zeugnis stellten in den vergangenen Wochen gleich mehrere Verantwortliche der Eishockey-Zweitligisten den Roten Teufeln aus. Ein solches Kompliment klingt zunächst wie eine schmierige Anmache in der Discothek. Teams wie Frankfurt, Ravensburg, Kaufbeuren oder Bietigheim sind personell auf einem höheren Level besetzt als Bad Nauheim. Doch das Team von Headcoach Christof Kreutzer ist aktuell tatsächlich das heißeste Eisen auf der (Eis-)Tanzfläche. Das hat das vergangene Wochenende erneut bewiesen.

Kräfteverhältnisse verschoben

Rückblick: Am ersten Spieltag waren die Roten Teufel gegen Kassel eigentlich ohne Chance. Die Huskies waren eine Nummer zu groß, die 3:4-Niederlage hörte sich deutlich enger an, als der Spielverlauf tatsächlich war. Knapp vier Monate nach dem Auftaktspiel haben sich die Kräfteverhältnisse völlig verschoben.

+++ Nächstes Spektakel: EC Bad Nauheim gewinnt 6:3 in Kassel +++

Nach 27 Minuten führte der EC, mittlerweile Rangfünfter, am vergangenen Freitag mit 4:0 beim Tabellenneunten aus Kassel. Und just als die Huskies die Serie an Tiefschlägen verkraftet, sich wieder aufgerichtet und auf 3:4 herangekämpft hatten, setzte es zwei Minuten später die spielentscheidende Ohrfeige. Das heißeste Team der Liga war zur Stelle, als es darauf ankam und erteilte dem Anmachenden eine krachende Abfuhr – 6:3 hieß es am Ende für die Rotel Teufel, ein weiterer Statement-Sieg.

Cody Sylvester fällt länger aus

Der zweite Beweis folgte am Sonntag. Es war wahrlich nicht die beste Leistung, die der EC gegen die Bayreuth Tigers von Ex-Trainer Petri Kujala bot. Zudem fehlte mit Cody Sylvester (Oberkörperverletzung) ein Schlüsselspieler, der mindestens zehn Tage fehlen und am kommenden Wochenende nicht einsatzfähig sein wird. Seine Kollegen zeigen sich derzeit aber so gefestigt, dass selbst in einem Spiel, in das man als klarer Favorit gegangen ist, nach einem 0:2-Rückstand keine Panik aufkommt, niemand resigniert.

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Nach dem Ausgleich früh im zweiten Drittel war es irgendwie klar, dass noch ein drittes Tor folgen würde. Dass es 2:16 Minuten vor dem Ende die Partie entschied, passt ins Bild eines Spitzenteams, auch wenn Matthias Baldys, Sportlicher Leiter des EC, vorsichtig mit diesem Status umgeht. "Laut den Zahlen sind wir ein Spitzenteam. Uns fehlen dazu aber noch ein paar Dinge. Einer Spitzenmannschaft reichen manchmal auch 90 Prozent, wir müssen jedes Spiel 100 Prozent reinlegen", sagt Baldys.

Bewusstsein der eigenen Stärke

Die Mannschaft hält sich daran. Nur Spitzenteams entscheiden im Bewusstsein ihrer eigenen Stärke knappe Spiele, wie jenes gegen Bayreuth, für sich, indem sie diesen einen groben Fehler des Gegners ausnutzen. Dazu kommt: Die Roten Teufel leisten sich gegen Gegner aus dem unteren Tabellendrittel kaum Ausrutscher. In Spielen gegen die derzeit letzten Fünf der Tabelle (Bayreuth, Crimmitschau, Bad Tölz, Deggendorf, Freiburg) ließen die Roten Teufel bislang zwölf Punkte liegen.

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Besser machten es von den ersten Sechs nur Ravensburg (8 verlorene Punkte) und Kaufbeuren (9). Frankfurt (15), Weißwasser (16) und Bietigheim (19) haben deutlich mehr Probleme mit den Abstiegskandidaten. Auf heimischen Eis führt der EC diese Kategorie mit nur einer Niederlage gegen Freiburg sogar an, überhaupt sind die Roten Teufel das heimstärkste Team der DEL 2.

Fans sind aus dem Häuschen

All das führt zu einem Vorsprung von zwölf Punkten auf Platz sieben, dem ersten Pre-Playoff-Platz. Auch im Rückblick auf die angespannte Personalsituation rund um den Jahreswechsel, als zeitweise nur drei Angriffsreihen und vier Verteidiger zur Verfügung standen, sagt Baldys: "Darauf können wir stolz sein." Hört man sich im Stadion um und liest sich durch die sozialen Netzwerke, sind es die Fans der Roten Teufel auch. "Was für eine Wahnsinnsmannschaft", heißt es da, oder auch: "Es macht so Spaß, euch zuzusehen!" Die Fans sind aus dem Häuschen. Und auch in den Büroräumen des EC im Colonel-Knight-Stadion werden sie den aktuellen Lauf, bei aller Bescheidenheit, in vollen Zügen genießen.

Infokasten

Baker McKenzie steigt beim EC ein

Aufmerksame Beobachter haben beim 3:2-Heimsieg des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim gegen die Bayreuth Tigers am Sonntag eine Neuerung auf dem Trikot festgestellt. Unter dem Logo des Hauptsponsors, den Stadtwerken Bad Nauheim, ist das Logo von Baker McKenzie platziert. Die Anwaltskanzlei aus den USA (Jahresumsatz: 2,9 Milliarden US-Dollar) ist eine der größten weltweit, eine Außenstelle ist unter anderem in Frankfurt. Dorthin wechselte ein Gönner aus dem bestehenden Sponsorenpool und erweiterte die Unterstützung. Aus der EC-Geschäftsstelle heißt es dazu: "Wir sind stolz, dass ein solcher Big Player sich bei uns engagiert."

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