EC im Rausch

EC Bad Nauheim im Rausch: 4:2-Sieg beim Tabellenführer

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Der EC Bad Nauheim hat bei den Lausitzer Füchsen das nächste Ausrufezeichen gesetzt. Die Zitterpartie am Ende war aber unnötig.

Sie machen einfach immer weiter: Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim hat beim Tabellenführer Lausitzer Füchse mit 4:2 (1:1;1:0;2:1) gewonnen. Mit der gleichzeitigen Niederlage der Heilbronner Falken in Bad Tölz (1:2) haben die Roten Teufel nun 15 Punkte Vorsprung auf einen Pre-Playoff-Platz und liegen nur noch fünf Punkte hinter Platz eins.. Der Unterschied lag einmal mehr in den Special-Teams. Die Kurstädter nutzten drei von vier Powerplays und entschärften alle sechs Unterzahlsituationen. Die Zitterpartie am Ende war aber unnötig.

Bires nutzt Fehler aus

Der EC agierte wie gewohnt aus einer kompakten Defensive heraus. Weißwasser fehlten sieben Feldspieler, darunter Stützen wie Topscorer Jeff Hayes, Clarke Breitkreuz und Chris Owens. Das machte sich bemerkbar, die Füchse gingen nur phasenweise ihr gefürchtet hohes Tempo.   Für einen Fuchs ging es ohnehin zu schnell. Ausgerechnet dem 18-jährigen Debütant bei den Füchsen, Luis Rentsch, wurde von Radek Krestan der Unterschied zwischen Jugend- und Seniorenbereich aufgezeigt. Krestan luchste ihm gedankenschnell vor dem Füchse-Tor den Puck ab, Andrej Bires nahm die Scheibe auf und traf mit seinem 16. Saisontor (9.) zur Führung für den EC. Nur 48 Sekunden später setzte sich Weißwassers Topscorer Anders Eriksson robust gegen Max Hadrascheck durch und fand vor dem Tor Steve Saviano - 1:1. 

Unterschied: Special-Teams

Der Unterschied in einem sonst ausgeglichenen Spiel: Bad Nauheim überstand im ersten Drittel fünf Unterzahl-Minuten schadlos und schlug im ersten Powerplay zu Beginn des zweiten Abschnitts zu. Tragische Figur war Füchse-Keeper Konstantin Kessler, der kurz zuvor den verletzt ausgeschiedenen Olafr Schmidt ersetzen musste. Den dritten Schuss im Nauheimer Überzahlspiel von Dustin Sylvester verlor er zwischen den Beinen. Zach Hamill und Daniel Stiefenhofer drückten die Scheibe schließlich gemeinsam über die Linie.   Danach hatten die Roten Teufel das Spiel eigentlich im Griff, Weißwasser spielte zunehmend unstrukturierter. Dennis Reimer hatte in der 28. Minute nach herrlicher Kombination die beste Gelegenheit auf das dritte Tor. Mit den Strafzeiten vier und fünf nahmen sich die Kurstädter dann selbst den Schwung – zumindest die Unterzahl-Quote freute sich. 

Entscheidung mehrfach vergeben

Doch Weißwasser rappelte sich auf. Von Denis Shevyrin prallte der Puck Cedric Schiemenz vor den Schläger, Bick war geschlagen (44.). 20 Sekunden später war der EC in Überzahl, das zweite Powerplay dauerte sechs Sekunden. Bires schnürte nach feinem Pass von Reimer seinen Doppelpack (45.) - Nauheim war wieder in Führung. Im Anschluss vergaben die Roten Teufel gleich mehrfach die Entscheidung. "Die Unterzahlspiele haben Kraft gekostet, das hat man dem dünnen Kader am Ende angemerkt. Insgesamt haben wir vieles richtig gemacht", sagte EC-Coach Christof Kreutzer. Eine vergebene Drei-gegen-Eins-Situation, Alleingänge von Bires und Sylvester sowie Stiefenhofer (am leeren Tor vorbei) hielten Weißwasser unnötigerweise bis zwei Sekunden vor Schluss im Spiel. Dann traf Sylvester zum 4:2 ins leere Tor – natürlich im Powerplay.

Stenogram

Lausitzer Füchse: Schmidt – Hoffmann, Monteith, Adam, Kuschel, Granz, Bär – Saviano, George, Eriksson, Boiarchinov, Schiemenz, Dietz, Hessler, Schmidt, Kuchejda, Rentsch.

EC Bad Nauheim: Bick – Shevyrin, Ket- ter, Dalhuisen, Stiefenhofer, Slaton, Pruden – Ratmann, Hamill, Kahle, Krestan, D. Sylvester, Bires, Brandl, Hadraschek, Reimer.

Tore:

0:1 (9.) Bires (Krestan, Dalhuisen) 1:1 (10.) Saviano (Eriksson, George) 1:2 (21.) Hamill (PP/Hadrascheck, Stiefenhofer) 2:2 (44.) Schliemenz (Dietz, Bolarchinov) 2:3 (45.) Bires (PP/Reimer, Brandl) 2:4 (60.) D. Sylvester (EN/PP)  

SR: Altmann, Noeller. – Strafen: Weißwasser: 8, Bad Nauheim 12. – Zuschauer: 2503.

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