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Fünf-Punkte-Wochenende: Marvin Ratmann und der EC Bad Nauheim haben dem Erfolg gegen Frankfurt einen Sieg in Crimmitschau folgen lassen.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Platz vier und eine kuriose Bilanz

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Der EC Bad Nauheim belegt nach vier Spielen Platz vier der Deutschen Eishockey-Liga 2 - mit einer kuriosen Bilanz.

(mn). 17 Tore, 17 Gegentore. Keine andere Mannschaft hat bislang öfter getroffen als der EC Bad Nauheim. Allerdings hat auch kein anderes Team der Deutschen Eishockey-Liga 2 nach vier Spielen noch mehr Treffer kassiert. Die Roten Teufel stehen in der noch sehr jungen Saison - vor allem in den Heimspielen - für Spannung und Spektakel. "Von einer Mannschaft auf Platz vier sollte man eigentlich ein positives Torverhältnis erwarten. Aber das nehmen wir angesichts der drei Siege erstmal gerne so mit", sagt Christof Kreutzer, der Trainer, mit einem Lachen. Er weiß aber zugleich: "Das zeigt uns auch auf, wo unsere Baustellen sind." Einem 7:6-Erfolg nach Verlängerung nach einem irren wie begeisternden Derby gegen die Löwen Frankfurt hatte seine Mannschaft einen 4:3-Sieg bei den Eispiraten Crimmitschau folgen lassen.

Zwei Problemzonen stechen dabei heraus: die klaren individuellen Fehler, wie sie beispielsweise gegen Frankfurt den Gegentoren bei eigener Überzahl vorausgegangen waren, und auch die Treffer, die die Mannschaft in eigener Unterzahl hinnehmen musste. Schon sieben Gegentore gab’s mit einem Mann weniger auf dem Eis (nur Frankfurt hat einen schlechteren Wert). "Dies - und die Zahl der klaren Geschenke, die wir verteilt haben - relativieren das Ganze ein wenig", sagt Matthias Baldys, der Sportliche Leiter. Er sagt: "Im Spiel Fünf-gegen-Fünf haben wir am Wochenende gut ausgesehen; auch schon gegen Bietigheim. Man darf nicht vergessen, dass wir unter anderem mit zwei sehr jungen Spielern und einem Stürmer in der Abwehr agieren. Und dass drei unserer bislang vier Gegner für ihre offensive Stärke bekannt sind. Die haben uns jetzt nicht schwindlig gespielt."

Die Roten Teufel haben zweifellos von ihrer Torhüterleistung profitiert. Kreutzer hat mit seiner Entscheidung, am Freitag trotz der fünf Gegentreffer nach 20 Minuten an Felix Bick festzuhalten, letztlich alles richtig gemacht. Seine Nummer eins, von den Fans aus Frankfurt schon verhöhnt, hatte er gestärkt. Bick wurde nach dem Spiel von Zuschauern der Gastgeber lautstark gefeiert. Am Sonntag dann war dann Bastian Kucis, die eigentliche Nummer zwei, erstmals für die Badestädter in der DEL2 zum Einsatz gekommen und bei gleicher Zahl an Feldspielern von Crimmitschau nicht zu bezwingen. Offensiv präsentierten sich die Eispiraten allerdings auch nicht in der Form, wie das angesichts der personellen Besetzung eigentlich zu erwarten gewesen wäre.

Den Roten Teufeln war es diesmal gelungen, nach dem Emotions- und Adrenalin-Highlight mit der Aufholjagd am Freitag auch 48 Stunden später die Spannung aufrechtzuerhalten. "Die Jungs haben nachgelegt. Das war wichtig", sagt Baldys. Er sieht das Team "in vielen Dingen, gerade im taktischen Bereich", weiter als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Zudem haben sich bereits zehn Spieler in die Torschützenliste eingetragen und zeugen von der ungewohnten qualitativen Tiefe im Kader.

Auf der Basis von sieben Punkten aus vier Spielen heißt es nun, nachzulegen. Bad Nauheim bestreitet drei Heimspiele in Serie, drei Partien binnen acht Tagen im Colonel-Knight-Stadion. Am Freitag kommt Bayreuth, am Mittwoch Kaufbeuren und nur 48 Stunden später, im Kerbspiel, sind die Kassel Huskies zu Gast. Das verspricht ein erneutes Spektakel.

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