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Torjubel beim EC Bad Nauheim: Auf Szenen wir diese freuen sich die Fans der Roten Teufel.

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EC Bad Nauheim: Für Platz sechs "muss alles passen"

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Drei direkte Playoff-Qualifikationen in den letzten vier Jahren haben Erwartungen geweckt. Für Platz sechs "muss aber alles passen", sagt Trainer Christof Kreutzer.

Acht Neuzugänge. Dazu mehr als ein halbes Dutzend junger Spieler von DEL-Klub Köln. Der Kader der Roten Teufel hat sich massiv verändert. Vorm Saisonstart unterziehen wir den EC Bad Nauheim einem personellen Check. Wo haben sich die Roten Teufel verbessert? Wo drohen aktuell noch Baustellen?

Die kaufmännische Rechnung basiert auf den Zahlen der letzten Jahre. Kalkuliert wird mit einem 2,4-Millionen-Euro-Budget. Dieses setzt sich unter anderem aus knapp über einer Million Euro an Sponsoreneinnahmen, 675 000 Euro aus dem Ticketverkauf sowie Erträgen aus den Bereichen Merchandising und Catering zusammen. Demgegenüber stehen unter anderem Ausgaben für "sportliches Personal (inklusive Sachkosten wie Autos und Wohnungen), die rund 50 Prozent des Budget ausmachen.

Ein Dutzend Profis haben Bad Nauheim nach dem 0:4 in der Viertelfinal-Serie gegen den späteren Meister Ravensburg verlassen (müssen). Acht Neuzugänge - darunter drei Rückkehrer - wurden verpflichtet. Zudem wurde der Kader-Pool um eine Handvoll Förderlizenzspieler des neuen Kooperationspartners Köln ergänzt.

Tor:Felix Bick und Bastian Kucis bilden das Torhüter-Gespann. Bick/Kucis - da war doch mal was?! Richtig. Mit diesem Duo waren in der Vorsaison die Löwen Frankfurt in die Saison gestartet. Mit der Rückkehr von Bick begann Ende November der zwischenzeitliche Höhenflug der Roten Teufel. Der gebürtige Villinger brachte die erhoffte Stabilität auf die Torhüter-Position, spielte sich rasch wieder in die Herzen der Fans und wurde schließlich gar als DEL2-Torwart des Jahres ausgezeichnet. Bastian Kucis, der Bick in Frankfurt dessen Rolle streitig gemacht hatte, wird als Förderlizenz-Torwart aus Köln seine Eiszeiten erhalten. Er hat bereits angedeutet, mehr als eine klassische Nummer zwei zu sein. Als Absicherung werden zwei Nachwuchskeeper lizenziert. Sympathieträger Jan Guryca steht aus beruflichen Gründen nicht mehr als Backup auf DEL2-Level zur Verfügung.

Abwehr:Die Verteidigung könnte zur Achillesferse der Roten Teufel werden. Steve Slaton (39) und Daniel Ketter (34) halten in diesem Mannschaftsteil den Altersdurchschnitt hoch. Frühzeitig verlängert wurde mit Powerplay-Schreck Daniel Stiefenhofer. Die Wechsel von Denis Shevyrin und Mike Dalhuisen - beide gewiss aufgrund ihres mitunter risikobehafteten Spiels intern nicht immer unumstritten - haben eine Lücke hinterlassen. Zudem haben sich die jungen Garret Pruden und Nicolas Geitner in Richtung der DEL orientiert. Die Lücken schließen muss in erster Linie Jesper Kokkila, der jüngste Kontingentspieler der DEL2. Niklas Heyer wurde als sogenannter Perspektivspieler verpflichtet. Dazu könnten die Roten Teufel von der Kooperation mit Köln profitieren (drei Förderlizenzen). Insbesondere der gerade 18-jährige Simon Gnyp hat die gesamte Vorbereitung mit den Roten Teufel absolviert und einen guten Eindruck hinterlassen. Ein schwerer Schlag: Neuzugang Aaron Reinig wird aufgrund eines Kreuzbandrisses die gesamte Saison fehlen.

Angriff:Höhere Qualität, höheres Tempo, mehr Erfahrung: Insbesondere auf den deutschen Schlüsselpositionen haben sich die Roten Teufel für einen Austausch entschieden. Mit dem 28-jährigen Marc El-Sayed (450 DEL-Spiele) und dem 27-jährigen Manuel Strodel (312 DEL-Spiele) wurden zwei erfahrene Angreifer nach Bad Nauheim geholt. Rückkehrer und Publikumsliebling Andreas Pauli (nach einer sehr starken Saison in Bad Tölz) und Huba Sekesi komplettieren die Reihe der deutschen Spieler, die die Abgänge von Radek Krestan, Max Brandl, Max Hadraschek und Dennis Reimer kompensieren sollen. Bedauert wird das Karriereende von Dustin Sylvester im Alter von nur 30 Jahren. Er war Topscorer, Toptorjäger, extrem gefährlich in Unterzahl und überzeugte mit seiner Übersicht. Sein Nachfolger heißt: Tyler Fiddler, ebenfalls Kanadier und nun erstmals in Deutschland unter Vertrag. Der 29-Jährige kommt mit großen Vorschusslorbeeren aus Skandinavien in die Wetterau. Die Kontingentspieler Cody Sylvester - geht ins dritte Jahr - und Zach Hamill, der Mann mit den überragenden Händen, sind geblieben; ebenso wie Andrej Bires, Marcel Kahle und Marvin Ratmann. Auch in diesem Mannschaftsteil wollen die Roten Teufel von der Kooperation mit Köln profitieren; aus einem Pool von gleich fünf Spielern, teils DEL-, teils DEL2-erfahren kann geschöpft werden. Erik Betzold und Nicolas Cornett haben die Vorbereitung mit dem EC Bad Nauheim absolviert, sollen weitgehend zur Verfügung stehen und geben der Offensive eine ungewohnte Tiefe; auch Dani Bindels wird man eher in der Wetterau als in der Domstadt sehen.

Fazit:Die direkte Playoff-Qualifikation, die den Roten Teufeln in drei der letzten vier Jahre gelungen war, ist sicher keine Selbstverständlichkeit. "Natürlich wollen wir in Richtung Platz sechs arbeiten. Vom Gefühl her können wir das schaffen. Es muss dazu aber auch alles passen, denn die Mannschaften hinter uns machen mit ihrer Personalpolitik deutlich, weiter nach vorne zu wollen. Unser Mindestanspruch sollten die Pre-Playoffs sein, keine Frage", sagt Trainer Christof Kreutzer.

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