EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Niederlage nach hitziger Partie

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Der EC Bad Nauheim wird am 15. März mit einem Auswärtsspiel in das Playoff-Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga 2 starten. Beim 0:3 gegen Kaufbeuren sind die Emotionen hochgekocht.

Durch eine 0:3 (0:0, 0:2, 0:1)-Niederlage gegen den ESV Kaufbeuren haben die Roten Teufel am vorletzten Hauptrundenspieltag die theoretische Möglichkeit auf Rang vier vergeben und bleiben gegen die Allgäuer auch im vierten Saisonvergleich punktlos. 2755 Zuschauer im Colonel-Knight-Stadion sahen eine im zweiten Abschnitt höchst emotionale Partie.

Spieldauer-Strafe gegen Sylvester

Auslöser war ein ungeahndeter Check von ESVK-Topscorer Sami Blomquist gegen ECN-Topscorer Dustin Sylvester; eine von gleich mehren Szenen, in denen man sich seitens der Unparteiischen mehr Autorität und Souveränität gewünscht hätte. Stattdessen drohte dem Gespann die Partie in dieser Phase zu entgleiten.

An der Bande echauffierte sich Trainer Christof Kreutzer vom EC Bad Nauheim derart, dass er sich eine Bankstrafe einhandeln sollte. Becher flogen. Blomquist mied fortan die Nähe zu ECN-Tough-Guy Mike Dalhuisen, der ihm sehr deutlich signalisierte hatte, was er von dem Check gegen seinen Mitspieler gehalten hatte, und schließlich kassierte Dustin Sylvester eine Spieldauer-Disziplinstrafe, nachdem er Brandon Gracel mit einem Check eine blutige Nase verpasste hatte. Und das alles binnen zehn Minuten zum Ende des zweiten Abschnitts. Die Partie an sich schien fast nebensächlich.

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"Meine Mannschaft ist ruhig geblieben als es hektisch wurde und hat nichts zugelassen", bilanzierte ESVK-Trainer Andreas Brockmann. Kreutzer attestiert seinem kleinen Kader eine "sehr gute Leistung" und betrachtete Unterzahl-Sequenzen als ursächlich für die Niederlage. Seine Meinung zu den Unparteiischen wollte der Coach nicht öffentlich kund tun. Das wäre vermutlich auch teuer geworden.

EC Bad Nauheim: Ketter und Reimer fallen kurzfristig aus

Schon vor dem ersten Bully hatte Kreutzer improvisieren müssen. Daniel Ketter war angeschlagen, wurde geschont, und am Morgen meldete sich Dennis Reimer krank. Nico Kolb war zu diesem Zeitpunkt bereits als Förderlizenzspieler mit Herne unterwegs. Die Gastgeber hatten lediglich 14 Feldspieler, Verteidiger Denis Shevyrin ergänzte den Angriff gegen die mit vier kompletten Blöcken angereisten Gäste.

Kaufbeuren machte das Spiel. Bad Nauheim schöpfte aus einer überstandenen Unterzahl Vertrauen, wurde nach zehn, zwölf Minuten stärker und hatte wenige, dafür bessere Tormöglichkeiten. Unglücklich der Treffer zum 0:1. Jere Laaksonen traf aus dem Handgelenk von der blauen Linie (28.). Das war im Grunde genommen nicht mal ein echter Torschuss.

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In der Folge überschlugen sich dann die Ereignisse. Bad Nauheim kassierte allein im zweiten Abschnitt sechs kleine Strafen, dazu die Spieldauer. Letztlich kostete das Unterzahlspiel, teils mit zwei Mann weniger, reichlich Kraft. Das zweite Gegentor - erzielt durch Daniel Oppolzer - glich im Grunde einer Vorentscheidung. Nach vorne ging bei den Hessen inzwischen nichts mehr. Ein weiteres Powerplay führte zum dritten Tor durch Steven Billich (42.). Zwar dürfte Bad Nauheim anschließend auch zweimal in Überzahl ran und schnupperte am Anschluss, doch hatte die Partie zu viel Energie gekostet, fehlte durch die Umstellungen und neuen Rollen neben der Kreativität zudem auch die Abstimmung.

Im Stenogramm: EC Bad Nauheim - ESV Kaufbeuren

EC Bad Nauheim: Bick - Dalhuisen, Geitner, Pruden, Slaton, Stiefenhofer - Bires, Dustin Sylvester, Krestan, Cody Sylvester, Hamill, Shevyrin, Kahle, Brandl, Ratmann.

ESV Kaufbeuren: Vajs - Pfaffengut, Schütz, Koziol, Stach, DePaly, Messing, Haase, Latta - Lewis, Gracel, Blomquist, Laaksonen, Schmidle, Lillich, Thiel, Schäffler, Billich, Thomas, Wolter, Oppolzer.

Tore: 0:1 (28.) Laaksonen (De Paly), 0.2 (40.) Oppolzer (Gracel, Laaksonen - 5-4), 0:3 (43.) Billich (Schmidle 5-3). - SR: Westrich/Gogulla. - Strafen: Bad Nauheim 18 plus fünf Minuten plus Spieldauer (Dustin Sylvester), Kaufbeuren 12. - Zuschauer: 2755.

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