EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim muss zum Schlusslicht Bayreuth: Wer spielt, wer fällt aus?

  • Erik Scharf
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Nach dem Derby gegen Frankfurt geht es für die Roten Teufel am Dienstag in Bayreuth weiter. Neben den sportlichen Herausforderungen sind auch eingie Personalfragen zu klären.

Es war ein turbulentes Wochenende für den EC Bad Nauheim. Am vergangenen Freitag der überzeugende 4:0-Sieg bei den Wölfen Freiburg, im "wohl wichtigsten Spiel der Saison", wie Stürmer Harry Lange im Vorfeld anmerkte. Der direkte Konkurrent im Kampf um die Playoffs wurde auf elf Punkte distanziert, die Erleichterung war auch am Sonntag auf den Rängen des Colonel-Knight-Stadions zu spüren.

Klar, die 2:6-Niederlage im Derby gegen die Löwen Frankfurt schmerzt in der teuflischen Fan-Seele, mit dem Freiburg-Sieg im Rücken ließ sie sich aber etwas leichter ertragen. Zumal der EC auch gegen Frankfurt eine ansprechende Leistung zeigte. "Es herrscht weder Euphorie noch sind hier alle niedergeschlagen", fasst Matthias Baldys, Sportlicher Leiter des EC, die Stimmungslage zusammen.Am heutigen Dienstag sind die Roten Teufel beim Schlusslicht Bayreuth Tigers (20 Uhr) zu Gast.

Pruden die tragische Figur

Knackpunkt im Spiel am Sonntag war wohl der verlorene Zweikampf von Garret Pruden gegen Tyler Gron vor dem 1:3. Der Zweikampf war eine "Fünfzig-Fünfzig-Situation, die natürlich in den Köpfen der Zuschauer hängen bleibt", sagt Baldys. Einen Vorwurf macht dem jungen Verteidiger beim EC aber niemand: "Unterm Strich hat Garret seine beste Leistung im EC-Trikot gezeigt", sagt Baldys. Bezeichnend auch, dass Pruden auf der Bank von seinen Kollegen direkt aufgemuntert wurde.

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Neun Punkte nach oben und nach unten

Durch den Sieg der Lausitzer Füchse beim heutigen EC-Gegner Bayreuth bietet sich in dieser Woche wieder eine neue Konstellation. Das Team aus Weißwasser ist nun mit neun Punkten Rückstand erster Verfolger der Kurstädter. Am Freitag (19.30 Uhr) kommt es in Bad Nauheim zum direkten Duell. "Einerseits geht es darum, den Abstand nach unten zu halten, um nicht in Bredouille zu kommen. Andererseits wollen wir natürlich auch oben dranbleiben", sagt Baldys. Schließlich hat der EC auch auf Platz sechs, gleichbedeutend mit der direkten Playoff-Qualifikation, neun Punkte Rückstand. Da in der Liga alles möglich scheint, will sich Baldys an den ganzen Rechenspielchen nicht beteiligen: "Wir müssen einfach jedes Wochenende punkten. Alles andere können wir nicht beeinflussen."

Hinter den Bayreuth Tigers liegen zwei Horror-Monate. Zwischen den Spieltagen 17 und 35 gab es nur zwei Siege: Nach Penalty-Schießen in Freiburg und ein 3:2-Heimerfolg Mitte November gegen den EC Bad Nauheim Dazu hagelte es in 19 Spielen im Schnitt 4,6 Gegentore pro Spiel. Die Abstiegsrunde ist nicht mehr zu vermeiden. Nach zwei Siegen in den vergangenen drei Spielen, darunter ein 7:2 gegen Dresden, zeigt die Formkurve aber wieder nach oben. "Bayreuth ist wieder gefestigter, auch wenn sie gegen Weißwasser verloren haben. Wir fahren nicht zu einem Krisenteam", sagt Baldys. Spieler wie Anthony Luciani oder Eric Chouinard dürfe man ohnehin nie unterschätzen. Baldys: "Die können ein Spiel im Alleingang entscheiden." EC-Coach Petri Kujala sagte schon nach dem knappen 3:2-Heimsieg im November, dass Bayreuth in Normalform jedes Team der Liga schlagen könne.

+++ So lief das vergangene Auswärtsspiel in Bayreuth +++

Niederberger-Einsatz fraglich, Pruden nicht dabei

Der Einsatz von Förderlizenzspieler Leon Niederberger entscheidet sich erst kurzfristig am Dienstag. Niederberger weilte am Montag wieder im Training der Düsseldorfer EG, die am heutigen Abend in der DEL gegen Straubing gefordert ist. Garret Pruden steht aufgrund von schulischen Verpflichtungen nicht zur Verfügung. Somit hat Kujala, wie in Freiburg, lediglich fünf Verteidiger im Aufgebot.

Dusan Frosch hat derweil das blaue Trikot der Rekonvaleszenten im Training abgelegt. Ob es schon für den Auftritt in Bayreuth reicht oder er für das Heimspiel gegen Weißwasser geschont wird, soll sich ebenfalls kurzfristig entscheiden. Marvin Ratmann fehlt nach seiner Spieldauer-Disziplinarstrafe beim Einsatz für den Kölner EC in der DNL auch in Bayreuth. Die Strafe läuft erst am Mittwoch ab, wenn der Kölner Nachwuchs sein nächstes Spiel bestreitet.

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Verstärkung aus Düsseldorf?

Nach der Verletzung von Jannes Woidtke läuft die Suche nach einem möglichen Ersatz. "Wir wollen uns verstärken, es muss aber sportlich und wirtschaftlich Sinn machen", sagt Baldys. Eine Variante: Während der Olympia-Pause in der DEL könnte Förderlizenzspieler Johannes Huß Einsätze beim EC bekommen. Der 18-Jährige absolvierte in dieser Saison bereits 17 Spiele für die DEG. In der Causa Marc Kohl steht eine Entscheidung bevor. Möglich ist, dass der Verteidiger noch in dieser Woche einen neuen Verein findet.

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