Turbulent

EC Bad Nauheim muss gegen Tabellenführer Bietigheim bestehen

  • Christoph Sommerfeld
    VonChristoph Sommerfeld
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Der EC Bad Nauheim ist es gewohnt, um den Jahreswechsel ein straffes Programm zu absolvieren. Ab Dienstag warten sechs Spiele in 13 Tagen. Vorher kommt noch DEL2-Ligaprimus Bietigheim.

Der EC Bad Nauheim ist derzeit in aller Munde, die Situation des Wetterauer Eishockey-Zweitligist bewegt die sportinteressierten Menschen. Es geht emotional zu. Das ist zunächst einmal gut für jeden Verein, allerdings dürften sich Verantwortliche und Spieler gerade in diesen Zeiten etwas mehr Ruhe wünschen. Positive und negative Schlagzeilen halten sich vor Weihnachten die Waage. Am Freitag kommt DEL 2-Tabellenführer Bietigheim Steelers ins Colonel-Knight-Stadion (19.30 Uhr). Am zweiten Feiertag startet dann in Bad Tölz (18 Uhr) das Mammut-Programm der Roten Teufel mit sechs Partien in 13 Tagen.

Verletztenliste: Das Lazarett ist zumindest nicht noch größer geworden, aber auch nicht kleiner. Immerhin waren Dennis Reimer und Daniel Stiefenhofer am Donnerstag auf dem Eis. »Für Stiefenhofer stehen die Chancen auf einen Einsatz bei 50 Prozent, für Reimer wohl ein wenig schlechter«, sagte Trainer Petri Kujala. Der Stürmer (Unterkörperblessur) musste die Trainingseinheit abbrechen. Definitiv fehlen werden die Offensivkräfte Nico Kolb, Andreas Pauli und Maximilian Brandl. In der Verteidigung muss man zudem auf Esa Lehikoinen und Marc Kohl sowie Goalie Jan Guryca verzichten. Auch Timo Herden kann nicht eingesetzt werden. Düsseldorf braucht ihn. Somit wird Ansgar Preuß neben Felix Bick im Tor aufgeboten. Von den Förderlizenspielern sind Nicklas Mannes und Leon Niederberger mit dabei.

Personalie Palka: Nicht zuletzt aufgrund der großen Personalnot haben die Roten Teufel ab sofort einen weiteren »Förderlizenzler« verpflichtet. Robin Palka (Jahrgang 1999) vom DNL-Team des Kölner EC trainiert bei der Kujala-Truppe mit und könnte schon gegen Bietigheim eingesetzt werden. Das gab Matthias Baldys zu verstehen. »Er soll erste Gehversuche auf diesem Niveau machen und wird uns auch in der vierten Reihe helfen«, verriet der Team-Manager und teilte weiterhin mit, dass man auch vom derzeit spielfreien Nachwuchs in den nächsten Tagen einige Akteure zum Training aufs Eis bitten wird.

Erster und Letzter: Mit Bietigheim heute und Bad Tölz am Dienstag könnten die nächsten Gegner unterschiedlicher nicht sein – zumindest nominell. Während die Steelers unangefochten auf Platz eins rangieren, sind die Bayern das Schlusslicht der Liga. Bietigheim bezwang in den beiden jüngsten Partien die Verfolger aus Kassel und Frankfurt und festigte damit noch seine Spitzenposition. Mit Matt McKnight, Tyler McNeely und Shawn Weller verfügen die Schwaben zwar über eine herausragende Offensive, das Herzstück der Mannschaft ist aber vor allem die Abwehr. Die Anzahl der Gegentore (74) ist der Liga-Topwert. Die Tölzer Löwen halten die rote Laterne in der Hand, sind aber laut Kujala besser als ihr Ranking. »Sie hatten einen schwachen Saisonstart, aber die aktuelle Form ist eine andere. In dieser Liga kann jeder gegen jeden gewinnen – aber eben auch verlieren.«

Freibier: In der Südkurve gibt’s am Freitag ab Stadionöffnung 100 Liter Freigetränke bzw. Freibier für alle Fans. Die Gesellschafter des EC Bad Nauheim laden dazu ein und werden sich auch unter die Leute mischen. Angesichts der derzeitigen Situation dürften die Gespräche mit den Besuchern nicht nur weihnachtlich, besinnlich ablaufen.

Baldys, der diese Woche zusammen mit Geschäftsführer Andreas Ortwein und Sponsoren-Sprecher Michael Richly zum aktuellen sportlichen und finanziellen Status quo Stellung nahm, kann den schweren Zeiten immerhin auch Positives abgewinnen. »Ich denke, das Team ist enger zusammengerückt. Du verlierst nicht zweimal zu Hause und gewinnst dann in Frankfurt und in Ravensburg. Die Mannschaft ist intakt.«

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