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Einen gelungenen Abend hatten die gut 2000 Fans, die am Sonntag beim 5:0 ihres EC Bad Nauheim über die Eispiraten Crimmitschau den höchsten Saisonsieg gemeinsam mit der Mannschaft feiern durften. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Der Kreutzer-Plan funktioniert

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Pünktlich vor dem Marathon über die Feiertage ist der EC Bad Nauheim richtig in der Saison angekommen. Einer unglücklichen 2:3-Pleite in Heilbronn am Freitag folgte ein furioses 5:0 gegen Crimmitschau.

Die Formkurve des EC Bad Nauheim zeigt weiter nach oben. Auch wenn es nach den sechs Punkten aus der Vorwoche am vergangenen Wochenende "nur" drei Zähler gab: Der Eindruck, den die Mannschaft von Trainer Christof Kreutzer spätestens seit der Länderspielpause Mitte November hinterlassen hat, stimmt. Das Team wirkt gefestigt. In der Defensive wird um jeden Puck gekämpft, dahinter spielt der zurückgekehrte Keeper Felix Bick, als sei er nie aus der Wetterau weg gewesen und wenn es – wie am Wochenende – im zuletzt so starken Powerplay nicht ganz so gut läuft, dann klappt das Toreschießen endlich auch beim Fünf-gegen-Fünf oder wie beim vorentscheidenden 2:0 gegen die Eispiraten aus Sachsen auch in Unterzahl richtig gut.

EC Bad Nauheim: Das Sonntagsspiel kommt Kreutzers Idealvorstellungen sehr nahe

"Natürlich gibt es immer Dinge, die man noch verbessern kann, aber die Umsetzung des Plans war an diesem Wochenende schon sehr, sehr gut", sagt dementsprechend zufrieden auch Kreutzer am Tag nach dem höchsten Saisonsieg seiner Mannschaft. Die Spielweise des Teams sei seiner Idealvorstellung schon sehr nahe gekommen.

Wer gedacht hätte, nach dem starken Wochenende mit Siegen gegen Bietigheim und in Deggendorf, das Team wäre angesichts des dünnen Kaders mit nur fünf Verteidigern und zehn Stürmern verunsichert, der wurde eines Besseren belehrt: Der EC überzeugte bereits beim hochklassigen Duell am Freitagabend in Heilbronn, kam zweimal nach einem Rückstand zurück und hatte den Sieg auf der Keller, ehe eine Minute vor Schluss der bittere Ausgleich fiel, nachdem das Spielgerät nicht konsequent genug aus der Gefahrenzone geklärt wurde. Das Fazit: Die Leistung stimmt, das Ergebnis (noch) nicht. Dies verbesserte die Mannschaft dann zwei Tage später vor heimischem Publikum, als sie in einer an sich offenen Partie durch eine individuelle Leistung von Dustin Sylvester mit 1:0 in Führung ging, um kurz darauf in Unterzahl nach einem starken Save von Torwart Bick vorentscheidend mit 2:0 davonzuziehen. Den in der Krise befindlichen Crimmitschauern war damit der Zahn gezogen und der vor allem defensiv sattelfeste EC, der seinen ersten Zu-null-Sieg der Saison feierte, hatte in der Folge die Geduld und die nötige spielerische Klasse, das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben.

EC Bad Nauheim: Leidenschaft in der Defensive als Schlüssel zum Erfolg

"Wir machen zurzeit viele Dinge sehr gut. Und nach dem Freitagsspiel hat die Mannschaft gemerkt, dass sie von der ersten bis zur letzten Sekunde konzentriert bleiben muss, um sich dafür zu belohnen. In Heilbronn waren wir eigentlich besser, haben aber einen Fehler zu viel gemacht", sagte Kreutzer, der am Sonntagabend nach eigenen Angaben zwar nicht vollkommen ruhig auf der Bank gestanden hatte, dem sein Team aber das Gefühl vermittelte, das defensiv an diesem Tage nichts anbrennen würde. Dieses Gefühl trügte ihn nicht, denn Bick feierte den ersten Shootout des EC.

Der Grund: Seine Vorderleute waren sich nicht zu schade dafür, jederzeit auch dorthin zu gehen, wo es weh tut, und den Spielaufbau mit immer wieder sehenswert gelösten Pressingsituationen und starken Diagonalpässen anzukurbeln, was sich offensiv schließlich auch auszahlte.

EC Bad Nauheim: Offensiv mit geradlinigem Stil zum Erfolg

Die Mannschaft scheint also nach und nach das Konzept ihres zur neuen Saison verpflichteten Trainers umzusetzen: Eishockey wird hinten mit Leidenschaft gekämpft, und vorne mit Geduld und einem einfachen und geradlinigen Stil in Tore umgemünzt. Das sieht aktuell stabil aus, der Lohn ist Rang sechs, das dem Team eine direkte Playoffqualifikation garantieren würde. "Gegen die besseren Teams haben wir uns die ganze Zeit schon leichter getan, jetzt müssen wir konsequent auch gegen die direkten Konkurrenten punkten. Wenn man die Chance hat, aus eigener Kraft Platz sechs zu erreichen, dann sollte man sie auch nutzen. Natürlich werden wir nicht jedes Spiel gewinnen, aber wichtig ist, dass wir fähig sind, jedes Spiel gewinnen zu können", sagt Kreutzer. Dieses zu Recht vorhandene Selbstbewusstsein können die Roten Teufel am kommenden Wochenende in Kaufbeuren (Freitag, 19.30 Uhr) und im dritten Derby gegen Kassel (Sonntag, 18.30 Uhr) dann erneut unter Beweis stellen.

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