So wird’s gemacht! TrainerChristof Kreutzer will mit dem EC Bad Nauheim Platz sechs am Wochenende verteidigen. Die Roten Teufel können sich zum dritten Mal in Folge auf direktem Weg für das Playoff-Halbfinale qualifizieren. FOTO: CHUC

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Kontingentspielertausch im (Pre-)Playoff-Roulette

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Seit Ende Oktober 2019 ist der EC Bad Nauheim unter den Top Sechs zu finden. Diese Position soll zum Hauptrundenabschluss verteidigt werden.

Ja, wer wird’s denn nun? Vielleicht Freiburg oder gar Kassel im Viertelfinale? Vielleicht Bietigheim, vielleicht Dresden, vielleicht aber auch Bayreuth in den (Pre)-Playoffs mit der Aussicht auf eine Sieben-Spiele-Serie mit Frankfurt? Vor dem abschließenden Hauptrunden-Wochenende der Deutschen Eishockey-Liga 2 kommen für den EC Bad Nauheim fast alle Klubs als Pre- oder Playoff-Gegner infrage; erst recht, da die Saison 2019/20 keine gesicherten Einschätzungen erlaubt. Nur 30 Punkte trennen den Tabellen-Ersten vom -letzten (in der DEL sind’s aktuell 65 Zähler), und angesichts der geringen Abstände ist tabellarisch noch kein Klub auf seiner momentanen Position gesetzt. Auf Rang sechs haben die Roten Teufel in den Spielen in Bad Tölz (Freitag, 19.30 Uhr) und gegen Kaufbeuren (Sonntag, 18.30 Uhr, Colonel-Knight-Stadion) ihr sportliches Schicksal in eigenen Händen. Zum dritten Mal in Folge könnte sich Bad Nauheim auf direktem Weg für das Viertelfinale qualifizieren.

Die Lage der Roten Teufel: Jack Combs spielt. Cody Sylvester wird am Freitag zuschauen müssen. "Wir schießen zu wenig Tore. Und da sehe ich Jack im Vorteil", sagt Christof Kreutzer, der sich zwischen zwei völlig unterschiedlichen Spielertypen entscheiden muss. Die Mittelstürmer Zach Hamill und Tyler Fiddler dürften ebenso wie Verteidiger Jesper Kokkila gesetzt sein. Im Abschlusstraining lief Combs mit Hamill und Marc El-Sayed auf, Fiddler stürmte zwischen Andrei Bires und Andreas Pauli, den beiden erfolgreichsten Torschützen der Mannschaft. Man müsse diszipliniert spielen und von der Strafbank weg bleiben, mahnt Kreutzer. "Gegen Tölz waren wir im Spiel Fünf-gegen-Fünf nicht schlechter. Da haben die Special-Teams den Unterschied gemacht", sagt er. Gerade Strafen nach Frustfouls oder Haken ärgern den Coach. "Da müssen die Jungs eben mehr laufen, um sich gar nicht erst in die Verlegenheit eines Fouls zu bringen."

Erstmals Zweitliga-Playoffs nach elf Jahren in Bad Tölz: Mit Siegen gegen Freiburg (5:2/vier Punkte Marco Pfleger) und in Kassel (3:0) - es war das zweite Sechs-Punkte-Wochenende der Saison - haben die Tölzer ihre zuvor drei Niederlagen vergessen lassen, sind an den Roten Teufeln vorbeigezogen. Zum ersten Mal nach elf Jahren spielen die Löwen damit wieder mindestens in den (Pre-)Playoffs der zweiten Liga. Dazu zeitlich passend wurde mit dem Hauptsponsor eine Einigung über die kommende Spielzeit erzielt. Ungeklärt ist hingegen die Zukunft von Trainer Kevin Gaudet. Sein Stil, zunehmend auf seine Schlüsselspieler zu setzen (und diese womöglich zu verheizen), stößt gerade in Bad Tölz, wo bekanntlich mit Stolz und Erfolg Nachwuchs gefördert wird, im Umfeld auch auf kritische Töne. Mit Marco Pfleger (31), Max French (26), Lubor Dibelka und Shawn Weller (beide 24) haben die Schwarz-Gelben gleich vier Stürmer mit mehr als 20 Saisontreffern in ihren Reihen. Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Christoph Kiefersauer und Nicki Heinzinger. Die bisherigen drei Duelle dieser Saison hat Bad Nauheim verloren, konnte zweimal zumindest einen Zähler verbuchen.

(Zu) hohe Erwartungen in Kaufbeuren: Drei Halbfinal-Teilnahmen in Serie hatten im Allgäu für eine hohe Erwartungshaltung gesorgt. Dieser kann die Mannschaft von Andreas Brockmann aktuell nicht gerecht werden. Nach sechs Niederlagen in Serie konnte - nach 0:2-Rückstand - durch eine starke halbe Stunde (6:4-Erfolg/fünf Punkte durch Sami Blomqvist) die Talfahrt gestoppt werden. Im Heimspiel gegen Bayreuth (zuletzt sechs Siege) soll nun der Klassenerhalt gesichert werden. Die Achillesferse: die Defensive. Kaufbeuren zählte stets zu den Klubs mit den wenigsten Gegentoren. Das ist in diesem Jahr anders. Mit der Last-Minute-Verpflichtung von Ilja Sharipov vom DEL-Klub Schwenningen konnte der Ausfall von Torwart Stefan Vajs kompensiert werden, doch fehlten zuletzt mit dem nachverpflichteten Jan Bednar und dem umgeschulten Alexander Thiel Säulen in der Abwehr, in der auch Leistungsträger Julian Eichinger enorme Schwankungen hat. Den beiden quasi schon traditionellen Niederlagen der Roten Teufel in Kaufbeuren steht in der Saisonbilanz ein Heimsieg gegen den ESVK gegenüber.

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