EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: (K)eine Qual der Wahl?

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Beim EC Bad Nauheim haben im Abschlusstraining zwei Spieler gefehlt. Das könnte Trainer Christof Kreutzer in der Kontingentspielerfrage die Entscheidung abnehmen.

Die einen hatte es ins Rheinland gezogen, zur Familie. Andere nutzten den trainingsfreien Dienstag, ihren "Sonderurlaub" (O-Ton Trainer Christof Kreutzer), zum Sightseeing, fuhren nach Heidelberg, und so mancher regenerierte zu Hause in der Wetterau. Seit Mittwoch stehen die Roten Teufel nun wieder auf dem Eis. Sechs Spieltage vor Abschluss der Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga 2 hat der EC Bad Nauheim (fast) alles in eigenen Händen.

Der Tabellenvierte erwartet unter anderem die beiden Top-Sechs-Klubs und unmittelbaren Verfolger Bietigheim (Sonntag, 18.30 Uhr) und Kaufbeuren (übernächsten Freitag) im Colonel-Knight-Stadion, wo die Mannschaft seit nun schon zwölf Spielen ungeschlagen ist.

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Bis Donnerstagmittag waren rund 1800 Karten für diese Partie gegen Meister Bietigheim verkauft. Das lässt für Sonntag erfahrungsgemäß 2500 Zuschauer erwarten. Zum Start ins Wochenende geht’s für die Hessen am Freitag (20 Uhr) nach Deggendorf, zum Aufsteiger und Tabellenvorletzten.

 

Tut sich noch etwas zum Transferschluss am 15. Februar?

Nein! Man habe in den vergangenen Tagen die Spielerberater "angespitzt", wie Kreutzer sagt. Aber erfolglos. Nach dem Fall Krefeld im Vorjahr - die Rheinländer hatten fern der Playoff-Ränge Spieler abgegeben, um Kosten zu reduzieren und hatten sich den Unmut vieler Eishockey-Fans zugezogen - scheinen die DEL-Klubs in diesem Jahr im Sinne des Sports besonnener zu handeln.  

Wie sieht’s personell aus?

Garret Pruden fällt aus. Der Verteidiger - zuletzt wegen Knöchelproblemen fehlend - ist krank. Am Donnerstag fehlte zudem Zach Hamill. Auch er ist gesundheitlich angeschlagen. Ob er zur Verfügung steht, soll sich erst am Spieltag entscheiden. Zurück im Trainingsalltag ist Cody Sylvester. Zudem ist mit dem Einsatz von Nico Kolb zu rechnen, der zuletzt an den Oberligisten Herne ausgeliehen war.  

 

Deggendorfer SC - nur der Klassenerhalt zählt:

Drei Spiele, drei Siege! Nur gegen Bayreuth haben die Roten Teufel eine ebenso weiße Weste. Vom Risiko, den Gegner nun zu unterschätzen, will Kreutzer nichts wissen. "Da reagiere ich allergisch. Selbst mit den Punktabständen: In einem einzelnen Spiel ist immer alles möglich. Wir werden die Partie mit voller Konzentration angehen", sagt der Coach der Roten Teufel. Beim Aufsteiger, bei dem der Klassenerhalt über allem steht, hat sich die personelle Situation gegenüber den bisherigen drei Duellen deutlich verbessert. Am Sonntag erzielte die Mannschaft zudem sieben Treffer in Bayreuth. Ende Januar wurden zu Hause Lausitz und Bietigheim binnen drei Tagen jeweils zu Null geschlagen. Das sollte Warnung genug sein. Fehlen werden Ex-DEL2-Spieler-des-Jahres Justin Kelly, der seine Karriere beenden muss, sowie Sergej Janzen (Fußverletzung). Ob Dimitrij Litesov (Gehirnerschütterung) wieder zur Verfügung steht, entscheidet sich kurzfristig.  

Bietigheim Steelers - im Aufwind: Platz fünf

Das kennt man in Bietigheim nicht. In den vergangen sechs Jahren haben die Steelers die Hauptrunde viermal als Erster abgeschlossen, einmal als Zweiter, einmal als Dritter. Seit 2013 stand die Mannschaft immer im Finale, gewann unter Kevin Gaudet vier Titel. In diesem Winter ist manches anders. Hugo Boisvert trat bei seinem ersten Engagement als Cheftrainer in die großen Fußstapfen seines Landsmann. Und Vorgänger Gaudet wird schon jetzt auch wieder als möglicher Nachfolger Boisverts gehandelt.  

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Die Mannschaft, leicht verjüngt, aber noch immer ein Who-is-Who der DEL2, scheint zum Playoff-Start aber die erwartete Form zu finden. Vier der letzten fünf Spiele wurden gewonnen. Das Heimrecht, Platz vier, ist das Minimalziel. Am Dienstag reichten den Steelers in Bad Tölz nach einem 1:3-Rückstand starke 20 Minuten zum Schluss, um als 7:4-Sieger drei Punkte mitzunehmen. Für Eric Stephan war dieses sein Abschiedsspiel bei den Steelers. Die Leihgabe der Nürnberg Ice Tigers wurde von den Franken zurück in die DEL geholt. Mit voraussichtlich fünf Verteidigern, darunter Ex-Nationalspieler Nici Goc und der bärenstarke Kanadier Willie Corrin, wird man die Saison wohl zu Ende spielen.

Offensiv zählt die Reihe mit Shawn Weller, Tyler McNeely und Norman Hauner zu den erfolgreichsten Formationen der Liga. Einst hatte das Trio schon in Rosenheim in dieser Besetzung zusammen gespielt. "Bietigheim ist sehr stark besetzt; auch in der Tiefe. Die Mannschaft ist sehr robust, hat viel Tempo, und die Jungs sind sehr erfahren", sagt EC-Trainer Kreutzer.

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