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EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Kapitän El-Sayed über die Vorbereitung und seine neue Rolle

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Marc El-Sayed ist Kapitän des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim. Vor dem ersten Hauptrundenspiel der Roten Teufel am Freitagabend gegen die Bietigheim Steelers spricht der 29-Jährige über die Vorbereitungsphase, seine Rückkehr und seine Rolle.

Treffpunkt, Cafe Müller! Marc El-Sayed muss zum Interview nur ein paar Treppenstufen heruntersteigen. Der Eishockey-Profi wohnt zentral am Aliceplatz in Bad Nauheim. Nach 13 Jahren ist der Ur-Gambacher zurück in der Wetterau, die er als Jugendlicher verlassen hatte. In Mannheim ist der Stürmer zum U-Nationalspieler gereift, hat als Leihgabe für Heilbronn den Übergang in den Profibereich geschafft und ist schließlich über Nürnberg und Schwenningen zu den Roten Teufeln zurückgekehrt. 450 DEL-Spieler hat El-Sayed bestritten.

Marc El-Sayed, neun Testspiele liegen hinter der Mannschaft. Wie fällt Ihr Fazit aus? Was nehmen Sie aus der Vorbereitung mit?

Marc El-Sayed:Ich denke, wir konnten aus jeder Partie etwas mitnehmen und Erkenntnisse gewinnen. Das Wichtigste ist, dass mit jeder Begegnung eine Entwicklung zu sehen ist. Die Ergebnisse sind zweitrangig. Wir haben viel im taktischen Bereich gemacht. Ob wir schon so weit sind, wie wir sein wollen, wird man sehen. Mein Gefühl sagt: Ja.

Zuletzt gab’s zwei Niederlagen. In Freiburg wurde ein Sieg verschenkt, zuhause wurde die Mannschaft von Landshut überrascht. Inwiefern sitzt das mit Blick auf den Start nun in den Köpfen?

El-Sayed:In Freiburg haben wir prinzipiell ein gutes Spiel abgeliefert, das wir aber durch leichte Fehler aus der Hand gegeben haben. Das müssen wir abstellen, uns cleverer verhalten und bessere Entscheidungen auf dem Eis treffen. Gegen Landshut haben wir die ersten beiden Drittel total verschlafen. Das darf uns so nicht passieren. Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass es keine leichten Spiele gibt und wir immer 60 Minuten voll konzentriert spielen müssen. Wichtig ist nun aber, dass wir mit positiver Energie, Konzentration und Vorfreude in die letzten Trainingseinheiten gehen, um uns bestmöglich auf Freitag vorzubereiten.

Sie sind 2006 ach Mannheim gewechselt, haben seitdem in modernen Arenen gespielt. Haben Sie sich schon wieder an das Colonel-Knight-Stadion und seinen unverwechselbaren Charme gewöhnt?

El-Sayed(lacht): Ich war über alle die Jahre ja immer mal in Bad Nauhei und auch im Stadion, auch im Winter. Ich weiß also, um die Gegebenheiten und wie kalt das werden kann. Ich wusste, was mich erwartet, als ich unterschrieben habe.

Sie hatten in der DEL überwiegend Aufgaben in den hinteren Reihen. Hier sind Sie in den vorderen Blöcken gesetzt, übernehmen eine Führungsrolle, spielen Powerplay. Wie empfinden Sie den Rollentausch?

El-Sayed:Das ist auf jeden Fall eine Umstellung. Da muss man sich reinfinden. In meiner ersten Saison in Schwenningen habe ich auch im Powerplay gespielt. Das ist mir also nicht ganz fremd. Allerdings habe ich ein bisschen in einer anderen Rolle agiert. Einiges ist Neuland, aber ich bin mir der Verantwortung bewusst und versuche, diese Rolle so gut es geht anzunehmen.

Die DEL reglementiert die Integration junger deutscher Feldspieler und reduziert zugleich die Zahl der Ü23-Spieler, während das Ausländerkontingent unangetastet bleibt. Die Folge: Mehr als ein Dutzend DEL-Spieler sind in die DEL 2 gewechselt. Sehen Sie sich durch diese veränderten Regularien benachteiligt?

El-Sayed:Ich sehe mich jetzt nicht als Opfer der neuen Regularien, denn letztlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied. Vor zwei Jahren war ich sehr oft verletzt, konnte viele Spiele nur unter Schmerzen bestreiten. Die vergangene Saison würde als ich ’okay‘ bezeichnen. Aber ’okay‘ hat eben nicht gereicht, um ein Angebot zu erhalten. Die neue Regel war in meiner Situation da sicher nicht förderlich. Aber hätte ich eine tolle Saison gespielt, hätte man mir sicher auch ein Angebot gemacht.

Christof Kreutzer, Ihr Trainer, hat Sie zum Kapitän ernannt.

El-Sayed:Im Nachwuchs war ich mal Kapitän. Im Profi-Bereich ist das Neuland. Da muss ich auch reinwachsen, aber ich bin glücklich und stolz, dass mir dieses Vertrauen geschenkt wurde. Ob Kapitän oder nicht: Wichtig ist, dass die Jungs in der Kabine den Mund aufmachen, wenn sie etwas zu sagen haben. So kenne ich das aus der Vergangenheit, und so habe ich das auch ohne Kapitänsamt praktiziert.

Werden Sie von Trainer Kreutzer in seine Entscheidungen eingebunden?

El-Sayed:Das muss sich erstmal einspielen. Wahrscheinlich werde ich schon mit Christof über das eine oder andere sprechen. Aber er ist ja grundsätzlich ein sehr umgänglicher Typ, der viel mit den Jungs spricht.

Sie haben viele Kapitäne erlebt.

El-Sayed:Egal, ob Markus Kink, Sascha Goc, Patrick Reimer, Simon Danner oder Will Acton - das sind alles wahnsinnig gute und erfahrene Spieler, von denen man sich sehr vieles abschauen konnte; ob Kapitän oder nicht. Das sind alles Führungsspieler, die als Vorbilder aufgetreten sind.

Sie haben unter anderem Testspiele gegen vier DEL2-Konkurrenten bestritten. Wie ordnen Sie diese Partien ein?

El-Sayed:Was ich festgestellt habe: In der DEL 2 gibt es auch wahnsinnig gute Spieler. Vielleicht ist’s ein Tick langsamer, aber die Unterschiede sind nicht mehr riesig, wie sie das vielleicht mal waren. Was man sehen konnte: Wenn wir gut spielen, dann können wir mitspielen. Und wenn wir nicht gut spielen, können wir auch jedes Spiel verlieren. Die Liga ist scheint extrem ausgeglichen, und dann gilt es eben, 60 Minuten voll da zu sein. (Foto: Chuc)

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