EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim jubelt nach verrücktem Schlussdrittel

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Vier Tore binnen acht Minuten! Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim bezwingt Tabellenführer Ravensburg Towerstars mit 6:3; nach Zwei-Tore-Rückstand und einer hektischen Schlussphase.

Ein verrückter Eishockey-Abend. Ein Happy End für den Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim! Mit vier Toren binnen 7:25 Minuten haben die Roten Teufel in einem ebenso hektischen wie emotionalen Schlussdrittel das Spiel gegen Tabellenführer Ravensburg Towerstars nach einem Zwei-Tore-Rückstand gedreht und sind nach einem 6:3 (0:2, 1:0, 5:1)-Erfolg mit stehenden Ovationen von 2580 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion gefeiert worden. Die Mannschaft von Christof Kreutzer hat damit auf eigenem Eis nach der Länderspielpause 25 von 27 möglichen Zählern gewonnen. Daniel Stiefenhofer (im Powerplay) und Marvin Ratmann stellten als jeweilige Doppeltorschützen im Schlussabschnitt die Weichen. Zudem konnten sich seitens der Hausherren Andrej Bires (1:2) und Marcel Kahle (Empty-Net) in die Torschützenliste eintragen.

EC Bad Nauheim: Geduldig nach Zwei-Tore-Rückstand

"Anfangs haben wir uns das Leben durch Fehler, die wir zuletzt nicht gewohnt waren, selbst schwer gemacht. Die Mannschaft hat aber einen Weg ins Spiel gefunden, ist geduldig geblieben und hat sich auf das Wesentliche konzentriert, nachdem wir zunächst nicht richtig in die Zweikämpfe gefunden hatten", resümierte Kreutzer. Sein Kollege Jiri Ehrenberger sprach von einem "sehr guten Anfang. Nach dem Fehler zum 1:2 haben wir Bad Nauheim wieder aufgemacht und im Schlussdrittel unnötig Hektik aufkommen lassen. Diese Hektik hat Bad Nauheim für sich genutzt."

Die Roten Teufel hatten - trotz ihres schlanken Kader, trotz eines Zwei-Tore-Rückstand nach den ersten 20 Minuten - nie den Glauben verloren. Ökonomisch, weniger draufgängerisch als gewohnt, hatten die Hausherren das Spiel angegangen und wurden für zwei individuelle Fehler eiskalt bestraft. Ravensburg ist eben nicht Freiburg. Die Oberschwaben, in deren Reihen unter anderem Topscorer Andreas Driendl fehlte, hatte mehr Spielanteile. Die größeren Chancen wiederum wurden auf seiten der Hessen registriert; allerdings fehlte zunächst die Effizienz.

EC Bad Nauheim: Hektisches Schlussdrittel

Im zweiten Drittel platzte schließlich der Knoten: Andrej Bires nutzte eine Eins-gegen-eins-Situation auf Jonas Langmann zum Anschluss. Bad Nauheim überstand in der Folge eine zwischenzeitliche Drei-gegen-fünf-Unterzahl, offensiv verpasste Dustin Sylvester aus zentraler Position den Ausgleich. Bad Nauheim war dran. Doch: Wie viel würde der Kader für’s Schlussdrittel noch im Tank haben?

EC Bad Nauheim: Towerstars-Keeper Langmann im Fokus

Über die letzten 20 Minuten wird man in Bad Nauheim auch noch nach Saisonende sprechen. Im Powerplay erzielte Stiefenhofer den Ausgleich, und als Towerstars-Keeper Langmann zum sage und schreibe sechsten Mal das Tor aus der Verankerungen getreten hatte, wurde er erstmals dafür bestraft. Wieder stand Stiefenhofer goldrichtig. Bad Nauheim hatte das Spiel gedreht. Langmann wurde beim nächsten Spielzug von einem Schläger am Kopf getroffen und musste ausgewechselt werden (51.). Er sei vom Schläger im Auge getroffen worden, und dieses sei dick angeschwollen, klärte Towerstars-Coach Ehrenberger später auf. Langmann-Stellverteter Michael Boehm war kaum im Spiel, da musste er auch schon hinter sich greifen. Marvin Ratmann, der als zehnter Stürmer immer mal wieder rein rotiert war, hatte auf 4:2 gestellt. Die Fans waren aus dem Häuschen. Nur drei Minuten später setzte der junge Ratmann aus dem eigenen Drittel zum Solo an, verzichte auf einen Pass und erhöhte auf 5:2 im Stile eines abgezockten Profis (55.). Der EC Bad Nauheim hatte die Partie gewendet. Die Hausherrn leisteten sich zum Ende hin noch die eine oder andere Strafe. Den Anschluss der Towerstars beantwortete Kahle mit dem 6:3-Endstand.

Im Stenogramm: EC Bad Nauheim - Ravensburg Towerstars

EC Bad Nauheim: Bick - Ketter, Stiefenhofer, Slaton, Shevyrin, Dalhuisen - Kahle, Hamill, Cody Sylvester, Bires, Dustin Sylvester, Krestan, Brandl, Hadraschek, Reimer, Ratmann.

Ravensburg Towerstars: Langmann (ab 51. Boehm) - Pozivil, Kolb, Sturm, Kokes, Supis - Pikkarainen, Czarnik, Kornelli, Just, Pompei, Zucker, Mayer, Hinse, Pfaffengut, Schwamberger, Brunnhuber.

Steno: Tore: 0:1 (10.) Mayer (Pfaffengut), 0:2 (16.) Czarnik (Sturm - 4-5), 1:2 (25.) Bires, 2:2 (48.) Stiefenhofer (Shevyrin, Cody Sylvester - 5-4), 3:2 (50.) Stiefenhofer (Shevyrin, Dustin Sylvester - 5-4), 4:2 (52.) Ratmann (Cody Sylvester, Hamill), 5:2 (55.) Ratmann (Shevyrin, Hamill), 5:3 (56.) Sturm (Just, Zucker - 5-4), 6:3 (58.) Kahle (Brandl, Hamill - Empty Net). - Schiedsrichter: Gossmann/Kannengießer. - Strafen: Bad Nauheim 16, Ravensburg 14. - Zuschauer: 2580.

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