Das Interesse ist groß: Der EC Bad Nauheim hatte am Montagabend seine Werbepartner über das Hygienekonzept sowie das Stadionprojekt informiert und anschließend auf eine emotionale Zeitreise mitgenommen. FOTO: CHUC
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Das Interesse ist groß: Der EC Bad Nauheim hatte am Montagabend seine Werbepartner über das Hygienekonzept sowie das Stadionprojekt informiert und anschließend auf eine emotionale Zeitreise mitgenommen. FOTO: CHUC

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Heimspiele ab Oktober mit 1860 Zuschauern

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Das Hygienkonzept steht, die Projekt-Skizze zu einer neuen Arena überzeugt und der Kader steht. Ein Spieler wird am Sonntag beim ersten Test allersings noch fehlen,

Die Sehnsucht ist groß. Und die Neugier ebenso. Rund 100 Werbepartner konnte Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim am Montagabend im VIP-Raum begrüßen. Und die Roten Teufel hatten bezüglich der Tagesordnung einmal mehr ordentlich aufgefahren. Geschäftsführer Andreas Ortwein vermittelte das geplante Stadion-Projekt bereits mit dem ein oder anderen Detail und hatte eine Genehmigung für einen DEL2-Spielbetrieb mit 1860 Zuschauern bei Heimspielen in der Tasche. Der neue Geschäftsleiter Dag Heydecker nahm mit auf eine spannende wie emotionale Reise durch 75 Jahre Eishockey-Geschichte. Mit NASON (Altenstadt) und IMA Daire&Food (Ranstadt) stellten sich zwei neue Unterstützer vor und erweitern den Kreis der Premiumpartner auf nun neun Unternehmen. Zudem ließ Rene Rudorisch, der DEL2-Geschäftsführer, einmal hinter die Kulissen blicken. - Die Themen des Abends:

Das Hygienekonzept:Die Unterlagen umfassen mehr als 100 Seiten - und sie haben überzeugen können. Die Roten Teufel dürfen - auf Basis der aktuellen Infektionslage - ab 1. Oktober 1860 Zuschauer in das Stadion lassen; etwa zur Hälfte Stehplatz-Besucher. Die Aufteilung erfolgt hier nach Zonen. "Das Stadion wird als offene Spielstätte bewertet. Die Infektionsgefahr wird deshalb als deutlich geringer angesehen als in Hallen", erklärt Ortwein die zu diesem Zeitpunkt außergewöhnliche hohe Zahl an zugelassenen Besuchern. "Klub und Fans haben nun ein hohes Maß an Eigenverantwortung." Bad Nauheim habe zudem als hessischer Klub gewiss einen Standort-Vorteil. Während hier die bundesweiten Vorgaben den lokalen Behörden Entscheidungsspielräume lassen, seien ebensolche in Bayern und Baden-Württemberg derzeit nicht gegeben. Maskenpflicht bestehe am Eingang, im Umlauf und in den sanitären Anlagen, nicht aber am zugewiesenen Platz. Die Tickets werden personalisiert ausgegeben.

Die Mannschaft:Einer fehlt. Cason Hohmann sitzt aktuell noch in den Vereinigten Staaten fest. Die Ausreisedokumente des Stürmers waren abgelaufen. Er wird Anfang Oktober in Bad Nauheim erwartet. Der Markt sei in diesem Jahr "sehr wild" gewesen, wusste Matthias Baldys, der Sportlicher Leiter, zu berichten. Man habe sich mit "so vielen Spielern wie noch nie" beschäftigt. "Und ich denke, unsere Geduld hat sich ausgezahlt. Ich bin sehr zufrieden." Baldys dürfte insbesondere die vier Kontingentposition meinen. Durch die weltweite Ungewissheit in punkto Spielbetrieb war die Zahl der arbeitsuchenden Profis groß, was die Preise drückt, aber die sportliche Qualität steigert. Der neue Trainer Hannu Järvenpää unterstrich bei seiner Vorstellung mehrfach seinen Sinn für Humor, während Verteidiger Mark Richardson, am Vortag gelandet, berichtete, dass er erstmals überhaupt in seiner Karriere einen Spielerberater habe suchen müssen. Fast die komplette Laufbahn hatte der Nationalspieler Großbritanniens in Cardiff verbracht. "Als junger Spieler hatte ich mal Überlegungen, ins Ausland zu gehen. Die Reputation der Liga und der Nationalmannschaft waren damals aber eine andere als heute. Das hat sich zum positiven verändert. Ich freue mich auf die neue Herausforderung", sagt der 33-Jährige.

Das Stadion:Andreas Ortwein bezeichnet das Colonel-Knight-Stadion als "Sackgasse", als "Einbahnstraße". Allein zum Erhalt (ohne Fortentwicklung) der aktuellen Spielstätte seien - wie Studien ergaben - in den kommenden Jahren Investitionen von acht bis zehn Millionen Euro erforderlich. Präsentiert -- und mit dem einen oder anderen Detail geschmückt - wurde am Abend das Neubau-Projekt, Eishalle mit multifunktionaler Nutzung. In der Arena (etwa 4500 bis 5000 Zuschauer) soll über sieben Monate hinweg Eissport betrieben werden. Fünf Monate stehen für eine multifunktionale Nutzung zur Verfügung. In der Nebenhalle soll an elf Monaten Eis bereitet werden. Beide Eisflächen sind nach NHL-Maßen geplant. "Erst durch die zweite Eisfläche ist es möglich, den Bedarf für den Nachwuchs abzudecken, um auch die Vorgaben des Deutschen Eishockey-Bundes nach dem Fünf-Sterne-Konzept erfüllen zu können", sagt Ortwein Zwölf Kabinen sind allein im Sektor der Jugendmannschaften geplant. Sportnahes Gewerbe solle im Gebäude angesiedelt werden. Bistro- (200) und VIP-Kapazitäten (400 inklusive sechs Logen) werden erweitert. Im umgekehrten Verhältnis zu heute werde mit rund 65 Prozent Sitzplätzen geplant. Ortwein verwies zugleich auf Studien, wonach in den vergangenen zehn Jahren Klubs mit neuen Arenen ihren Zuschauerschnitt rasch um rund 1000 Menschen steigern konnten. Man hege damit nicht automatisch DEL-Träume, "aber wer weiß, wo der Weg dann in den weiteren fünf bis zehn Jahren mal irgendwann hinführt", sagt der Geschäftsführer.

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