EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Heimsieg mit Schrecksekunde

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
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Der EC Bad Nauheim bezwingt die Eispiraten Crimmitschau am Ende (zu) deutlich mit 6:1. Und für ihren bislang höchsten Saisonsieg zahlen die Roten Teufel womöglich einen hohen Preis.

40 Minuten lang war’s eine doch recht zähe Angelegenheit im Colonel-Knight-Stadion. Am Ende konnte aber der bislang höchste Saisonsieg gefeiert werden. Mit 6:1 (1:1, 2:0, 3:0) gewann der EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 gegen die Eispiraten Crimmitschau, die Überraschungsmannschaft der ersten Hauptrunden-Wochen; ein Sieg mit Wermutstropfen. Als sich die 2151 Zuschauer bereits beschwingt für die Sonderzug-Reise nach Garmisch am Sonntag warm singen und klatschen wollten, krachte Maximilian Brandl aus vollem Lauf in die Bande, wurde sichtlich benommen vom Eis geführt (57.) und direkt ins Krankenhaus gebracht.

Radek Krestan und Cody Sylvester trafen für die Gastgeber je zweimal. Zudem waren Noureddine Bettahar und Marvin Ratmann erfolgreich. Für Ratmann war sein erster DEL2-Treffer das wohl schönste Geschenk zu seinem 19. Geburtstag am Freitag.  

»Bad Nauheim hat verdient gewonnen. Wir haben im ersten Abschnitt unsere Chancen nicht genutzt. Und die Gegentore drei bis fünf darf man so nicht bekommen«, resümierte Eispiraten-Coach Kim Collins. Sein Torwart Oliver Roy hatte das wohl genauso gesehen. Nach 45 Minuten und dem dann vorentscheidenden Doppelschlag binnen 47 Sekunden ließ sich der Kanadier frustriert auswechseln.

Zu offen, viel zu sorglos hatte sich Bad Nauheim anfangs in der Defensive verhalten. »Wir hätten nach 20 Minuten auch mit zwei, drei Treffern zurückliegen können«, räumte EC-Trainer Petri Kujala ein. Ab dem zweiten Drittel habe sich seine Mannschaft dann cleverer verhalten.

Vor der Partie war Torwart Felix Bick mit einer Uhr als DEL2-Spieler des Monats ausgezeichnet, und der 24-Jährige stand in den ersten 20 Minuten öfter im Fokus als vor allem den Zuschauern lieb war. Er hatte das Glück des Tüchtigen meist auf seiner Seite. Beim einzigen Gegentreffer durch Jordan Knackstedt zum 1:1-Ausgleich hatten seine Vorderleute die Gäste-Stürmer aber gänzlich unbehelligt ins Drittel kommen lassen (15.). Die Freude über den Führungstreffer, den Krestan im Powerplay erzielte hatte, war damit schnell verflogen. Bad Nauheim arbeitete sich aber in eine lange Zeit wenig inspirierende Partie mehr und mehr hinein. Dass die Roten Teufel nach erneuten dem Führungstor durch Krestan (28.) während zwei Powerplay-Möglichkeiten nicht nachlegen konnten, passte irgendwie ins Bild. Doch belohnte Ratmann im achten Saisonspiel erstmals die stets guten Leistungen der vierten Reihe. Wirklich sicher fühlen konnte sich Bad Nauheim aber erst nach dem Doppelschlag zum 5:1 (45.).

Der US-Amerikaner Eric Meland, der nach fünfeinhalb Wochen sein Comeback mit einer unauffälligen Leistung gab, stand da bereits unter der Dusche, machte Platz für Nicklas Mannes.

EC Bad Nauheim: Bick - Meland, Slaton, Stiefenhofer, Trivellato, Ketter, Erk, Mannes - Frosch, Sylvester, Livingston, Krestan, McNamee, Battahar, Pauli, Brandl, Meisinger, Ratmann, Lange, Kolb.

Eispiraten Crimmitschau: Roy (ab 45. Ritschel) - Oleff, Ostwald, Pyka, Kranjc, Schietzold, Halbauer - Saarinen, Pohl, Schlenker, Bernhard Keil, Czarnik, Knackstedt, Maurice Keil, Kabitzky, Cierniek, Gollenbek.

Steno: Tore: 1:0 (12.) Krestan (McNamee, Trivellato - 5-4), 1:1 (15.) Czarnik (Knackstedt, Ostwald), 2:1 (28.) Krestan (McNamee, Bettahar), 3:1 (36.) Ratmann (Kolb, Lange), 4:1 (43.) Sylvester (Livingston, Trivellato), 5:1 (45.) Bettahar (Krestan), 6:1 (56.) Sylvester (Stiefenhofer. - SR: Sven Fischer,/Markus Krawinkel. - Strafen: Bad Nauheim 4, Crimmitschau 6. - Zuschauer: 2151.

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