Moritz Müller (links) ist der Star der DEL 2. Der Kapitän der Nationalmannschaft überbrückt die Zeit bis zum erhofften DEL-Start bei den Kassel Huskies. Rechts: Leon Hüttl von den Löwen Frankfurt. FOTO: HÜBNER
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Moritz Müller (links) ist der Star der DEL 2. Der Kapitän der Nationalmannschaft überbrückt die Zeit bis zum erhofften DEL-Start bei den Kassel Huskies. Rechts: Leon Hüttl von den Löwen Frankfurt. FOTO: HÜBNER

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: So haben sich die 13 DEL2-Konkurrenten aufgestellt

  • Michael Nickolaus
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Wer ist geblieben? Wer ist gegangen? Und wer wurde neu verpflichtet? Die wesentlichen Entwicklungen an den 13 Konkurrenz-Standorten der Roten Teufel gibt’s hier kompakt zusammengefasst.

Bad Tölz:Die Löwen setzen auf Kontinuität. Nur drei Neuzugänge verändern den Kader. Kenny Morrison (ersetzt Mac Kenzie) zählte in der ersten slowakischen Liga zu den Top-Verteidigen, führte bei seinem Klub gar die interne Scorerwertung an. Reid Gardiner (ersetzt Shawn Weller) hat sich im Sommer als Topscorer bei DEL-Klub Düsseldorf verpokert und ist zu den Löwen gewechselt. Mit Thomas Merl ist ein Eigengewächs zurückgekehrt. Der Kader ist aktuell noch dünn besetzt. Bei einer DEL-Absage könnten Tölzer DEL-Buam wie Leo Pföderl oder Andreas Eder zum Thema werden. "Ausgeliehen" wurde Vorjahres-Teufel Andrej Bires.

Kaufbeuren:Die Ära Andreas Brockmann hat nach vier Jahren - darunter drei sehr erfolgreiche Spielzeiten - geendet, was im Allgäu durchaus kontrovers diskutiert worden ist. Rob Pallin (zuletzt Innsbruck) heißt der neue Trainer. Er steht für einen offensiveren Spielstil. Mit überdurchschnittlich stark besetzten Ausländerpositionen werden die Playoffs angestrebt. Pallin hat seine Wunschspieler Tyler Spurgeon und John Lammers aus Innsbruck mit über die Grenze gebracht. Insbesondere Spurgeon soll als klassischer Leader vorangehen. Bis zunächst Ende November kann der ESVK auf Patrick Reimer (Olympia-Silber 2018) zurückgreifen.

Kassel:Die Huskies sind mit personellen Fragezeichen in Form von Gastspielern durch die Vorbereitung marschiert. Mit Spencer Humphries, Ben Duffy und Alexander Karachun hat der Kader im Sommer zweifellos an Qualität verloren. Geholt wurden neben den Imports Brett Cameron und Ryan Olsen unter anderem das Weißwasser-Trio Oliver Granz, Joel Keussen (beide offensiv ausgerichtete Verteidiger) und Clarke Breitkreuz. Wie lange die Kölner Leihgaben Moritz und Marcel Müller bleiben, ist offen.

Dresden:Die DEL-Ambitionen wurden auf Eis gelegt. Trainer Rico Rossi muss das Scoring von Spielern wie Mario Lamoureux, Dale Mitchell und Petr Pohl kompensieren. Mit Neuzugang Dennis Swinnen als Ergänzung zu Nick Huard und Jordan Knackstadt hat er allerdings eine Reihe zusammen, die die Liga aufmischen könnte. Trotz der Defensive als Problemzone aus dem Vorjahr: Die Abwehr ist unverändert besetzt. Umstritten ist Riku Helenius. Für den Torwart wurde eine Ausländerlizenz vergeben.

Lausitz:Der Kader wurde einmal mehr drastisch verändert. Das Duo mit Kale Kerbashian und dem DEL-erfahrenen Deutsch-Kanadier Rylan Schwartz hat in der Vorbereitung überzeugt. Die Defensive soll Nick Ross (zuletzt in Ungarn unter Vertrag und Bruder von Stürmer Brad Ross) stabilisieren. In der Lausitz baut man auf die Kooperation mit den Eisbären Berlin. Mindestens drei Förderlizenzspieler sollen dauerhaft in Weißwasser geparkt werden. Der Abgang von Clarke Breitkreuz wurde nicht kompensiert.

Bietigheim:Die Steelers hatten die DEL 2-Lizenz aus wirtschaftlichen Gründen erst im zweiten Anlauf erhalten. Dem Kader sieht man finanzielle Einschränkungen allerdings nicht an. Riley Sheen und C.J. Stretch (für Miles Fitzgerald und Guilaume Leclerc) sollten die Qualität auf den Kontingentstellen erhöht haben. Die ohnehin starke besetzte Abwehr mit Spielern wie Nicolai Goc oder Tim Schüle verstärkt Max Renner, der vom DEL-Standort Straubing ins Ellental gewechselt ist. Eine Schwachstelle könnte die Torwartposition darstellen. Mit Cody Brenner und Jimmy Hertel ist man solide, aber nicht herausragend besetzt.

Ravensburg:Trainer Rich Chernomaz setzt auf vertrautes Personal. Mit Spielern wie Mathieu Pompei, Robbie Czarnik, Oliver Hinse und Torwart Jonas Langmann hatte der Kanadier 2019 die Meisterschaft gewonnen. Das Quartett hat er zurückgeholt und obendrein seine DEL-Beziehungen genutzt. Deutsch-Kanadier James Betthauer verteidigte sieben Jahre lang in der höchsten deutschen Klasse, und John Henrion, der die vierte Importstelle besetzt, hat zwei Jahre in Düsseldorf gespielt. In Ergänzung zu Spielern wie Sören Sturm, Pawel Dronia, Andreas Driendl, David Zucker und Robin Just zählen die Oberschwaben zu den Favoriten.

Crimmitschau:Eine Wundertüte - wie so oft. Als Coach hat Mario Richer die Nachfolge von Danny Naud angetreten. Drei Importspieler wurden ausgetauscht. Zuletzt haben die Eispiraten mit der Verpflichtung von Petr Pohl (zuletzt Dresden, einst Eisbären Berlin) und der Leihe von DEL-Verteidiger Marco Nowak (Düsseldorf) überrascht. Nach Platz 13 im Vorjahr soll im Sahnpark wieder um Platz zehn mitgespielt werden.

Frankfurt:Olli Salo soll als Trainer bei den Löwen die Arbeit von Matti Tillikainen fortführen und die Hessen zurück in die DEL bringen. In Frankfurt setzt Sportdirektor Franz Fritzmeier nach zwei Hauptrunden-Meisterschaften deshalb auf bewährtes Personal. Die augenscheinlichste Veränderung. Topscorer Roope Ranta haben die Löwen ziehen lassen. Als Nachfolger wurde der Schwede Sebastian Collberg vorgestellt. Der 26-Jährige spielte zuletzt in Graz. Den zahlreichen jungen Spielern wurden zudem mit Kyle Sonnenberg (Abwehr/34 Jahre/mehr als 400 DEL-Spiele) und Alexej Dmiriew (Angriff/34 Jahre/mehr als 500 DEL-Spiele) zwei Routiniers zur Seite gestellt. Schmerzhaft sind die Wechsel der Eisenmenger-Brüder in die DEL.

Heilbronn:Elf Wochen - kein andere DEL 2-Klub hat eine ähnliche lange Vorbereitungszeit hinter sich. Nach Platz vier im Vorjahr war die Prämisse, die Schlüsselspieler zu halten; und das ist weitgehend gelungen. Das Karriereende von Derek Dämon schmerzt, dafür konnte Justin Kirsch als Powerplay-Waffe mit deutschem Pass zurückgeholt werden. Eine Importstelle ist noch frei. Aufgabe von Trainer Michael Zeiter, der als Nachfolge von Alexander Mellitzer geholt wurde, wird unter diesen Aspekten sein, die Vorjahres-Platzierung zu bestätigen. Da hatten die Käthchenstädter Platz vier erreicht.

Freiburg:Begleitend zu Hauptrunden-Platz drei haben die Wölfe so früh wie kein anderer Klub mit dem Personal auf den Schlüsselpositionen verlängert und können auf einen eingespielten Kader bauen. Mit der Verpflichtung von Andre Hult (zuletzt Schwenningen) wurde auf den überraschenden Abgang von Luke Pither adäquat reagiert. In der Offensive hatten die Schwarzwälder im Tauziehen um den deutsch-amerikanischen Torjäger Jordan George (zuletzt 30 Treffer für Weißwasser) die Nase vorne. Im Tor ist Ben Meisner eine Bank.

Bayreuth:Petri Kujala entwickelt die Wagnerstädter mehr und mehr zu einem Playoff-Kandidaten; und zu einer Ehemaligen-Treff für Rote Teufel. Torwart Timo Herden, Verteidiger Niklas Mannes sowie die Stürmer Juuso Rajala, Dominik Meisinger und Dani Bindels haben bereits für Bad Nauheim gespielt. Als einziger Klub haben die Bayreuth Tigers auf den Kontingentpositionen (Kurt Davis und Simon Karlsson in der Abwehr, Juuso Rajala und sein finnischer Landsmann Ville Järveläinen) am Personal festgehalten. Deutsche Schlüsselpositionen besetzen Torjäger Tylor Gron, Ivan Kolozvary und Martin Davidek. Wie lange die "Leihen" von DEL-Partner Nürnberg zur Verfügung stehen, ist noch offen.

Landshut:Schlusslicht im Vorjahr! Dem ehemaligen Deutschen Meister war auch als Neuling deutlich mehr zugetraut worden. Die Ausländer wurden im Sommer komplett ausgetauscht. Zach O’Brien und Marcus Power wurden aus der drittklassigen ECHL aus Nordamerika verpflichtet. Stürmer Jere Laaksonen kennt die Liga, und Verteidiger Robin Weihager kommt nach vier EBEL-Jahren zurück nach Deutschland. Einem Paukenschlag gleicht die Verpflichtung von Felix Schütz (Olympia-Silber 2018).

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