EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Guryca hält Sieg fest

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
    schließen

Der EC Bad Nauheim holt den ersten Saisonsieg. Mit 5:4 bezwingen die Roten Teufel die Dresdner Eislöwen. Im Fokus: Jan Guryca, der nach eineinhalb Jahren sein Punktspiel-Comeback im Tor feiert.

"Guryca, Guryca, Guryca". Jan Guryca, die eigentliche Nummer zwei im Tor des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim, war am Freitagabend die Nummer eins und wurde von den 2135 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion lautstark gefeiert. Mit 5:4 (1:1, 4:1, 0:2) gewannen die Roten Teufel gegen die Dresdner Eislöwen, wobei Guryca seiner Mannschaft der erhoffte Rückhalt war. Für den 35-Jährigen war dies das erste Pflichtspiel seit Februar 2017; seit mehr als eineinhalb Jahren. Zudem platzte im dritten Saisonspiel auch bei den bislang punktlosen Offensiv-Kontingentspielern der Knoten. Sechs Scorerpunkte konnten sich die Sylvester-Brüder Dustin (drei Assists) und Cody (ein Tor, eine Vorlage) sowie James Livingston (eine Vorlage) gutschreiben lassen.

Das Duell der Null-Punkte-Starter entwickelte sich zu einem Duell der Psyche. Die Gäste wirkten im ersten Abschnitt etwas unbefangener und spielten ihre individuelle Klasse immer wieder aus, konnten diesen Vorteil - dank Guryca im Tor der Gastgeber - auf der Anzeigetafel allerdings nicht zum Ausdruck bringen. Knackpunkt der Partie war letztlich ein Eislöwen-Blackout im zweiten Durchgang. Bad Nauheim erzielte vier Treffer binnen 13 Minuten und bekam Selbstvertrauen. Es lief urplötzlich, und die Kulisse war da, während beim Top-Sechs-Kandidaten von der Elbe das Nervenflattern begann. Dass es am Ende noch einmal eng wurde, hatten sich die Roten Teufel dann selbst zuzuschreiben.

EC Bad Nauheim: Zwei Gegentore in Unterzahl

Es lief die 47. Minute - jene Minute, in der zuletzt in Kaufbeuren das Unheil über die Hessen hereinbrach - als sich die Hausherren mit Strafzeiten selbst aus dem Spiel nahmen. Dresden nutzte diese nummerischer Überlegenheit zu seinen Powerplay-Treffern zwei und drei an diesem Abend, verkürzte auf 4:5. Mit noch verbleibenden zehn Minuten auf Uhr begann das Zittern. Bis drei Sekunden vor Schluss. Da packte Guryca ein letztes Mal entschlossen zu.

"Es hat einige Minuten gedauert, ehe wir im Spiel waren. Die Jungs haben über 60 Minuten hinweg gearbeitet und mit der Führung im Rücken auch Selbstvertrauen bekommen. Vielleicht hätten wir in den ersten beiden Drittel ein, zwei Chancen mehr nutzen sollen, dann wäre es nicht mehr so spannend geworden", resümierte Christof Kreutzer, der Trainer der Roten Teufel. Sein Pendant, Jochen Molling, wartet auf seinen ersten Sieg als Übungsleiter in der DEL 2. "Wir sind eigentlich gut ins Spiel gekommen, haben aber im zweiten Abschnitt den Faden verloren, Zwar sind wir zurückgekommen, aber letztlich geht der Sieg der Gastgeber in Ordnung. Bad Nauheim hat seinen Spielplan über 60 Minuten durchgezogen."

EC Bad Nauheim: Guryca - Dalhuisen, Pruden, Ketter, Woidtke, Slaton, Mannes, Stiefenhofer - Ratmann, Brandl, Bires, Cody Sylvester, Dustin Sylvester, Strodel, Livingston Hadraschek, Krestan, Reimer, Kolb, Kahle.

Dresdner Eislöwen: Stefaniszin - Zauner, Heywood, Kramer, Schmidt, Hanusch, Upleger, Heyter - Huard, Knackstedt, Reed, Davidek, Höller, Billich, Palka, Pielmeier, Postel, Walter, Rupprich, Knobloch.

Steno: Tore: 0:1 (7.) Heywood (Höller), 1:1 (12.) Dalhuisen (Dustin Sylvester), 1:2 (21.) Reed (Heywood, Knackstedt - 5-4), 2:2 (22.) Krestan (Hadraschek, Livingston), 3:2 (29.) Kolb (Dustin Sylvester - 5-4), 4:2 (30.) Cody Sylvester (Dustin Sylvester, Woidtke), 5:2 (35.) Hadraschek (Penalty), 5:3 (48.) Reed (Knackstedt, Heywood - 5-3), 5:4 (50.) Huard (Knackstedt - 5-4). - Schiedsrichter: Hertrich/Singer. - Strafminuten: Bad Nauheim 12, Dresden 6 plus fünf Minuten plus Spieldauer (Knackstedt). - Zuschauer: 2135.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare